Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Gummersbach/Dortmund. Mit einer Gedenkminute für Verkehrsunfallopfer erlebte die Gemeinde der Motorradfahrer einen Höhepunkt im nun schon traditionellen Motorradfahrer-Gottesdienst im oberbergischen Gummersbach am Sonntag, 30. Juni 2013. Breits zum siebten Mal insgesamt, davon schon das sechste Mal in Gummersbach, versammelten sich die hoch motorisierten Gottesdienstteilnehmer in der zum Bezirk Köln-Ost zählenden Kirche.
Knapp 60 Motorräder waren auf dem der Kirche vorgelagerten Parkplatz in Reih und Glied sorgfältig aufgestellt. Ebenso akkurat hingen fast 100 Leder-Overalls in der Garderobe und die dazugehörigen Helme zierten in bunter Vielfalt die Hutablage.
Fürchte dich nicht
Bezirksevangelist Volker Schmidt (Köln-Ost) predigte der versammelten Gemeinde zu einem Bibelwort aus dem Propheten Joel: "Fürchte dich nicht, liebes Land, sondern sei fröhlich und getrost; denn der Herr kann auch Gewaltiges tun." (Joel 2,21) Der Prophet beschreibt in seinem Buch eine heraufkommende Heuschreckenplage und die anschließende Gnadenzusage Gottes.
Heuschrecken - eine Plage nicht nur im Altertum
Volker Schmidt demonstrierte die Gewalt der zerstörerischen Heuschreckenplagen anhand eines historischen Berichtes aus dem Jahr 1784. Es handele sich wohl um einen der bisher größten dokumentierten Heuschreckenschwärme, so der Bezirksevangelist. Damals hätten in Südafrika über 300 Milliarden Insekten etwa 3.000 Quadratkilometer Land bedeckt und täglich rund 600.000 Tonnen Pflanzen vernichtet.
Der vom Wind auf das Meer getriebene Insektenschwarm sei mit der Flut wieder an die Küste gespült worden. Über eine Strecke von 80 Kilometern hätten sich die toten Insekten zu einem ein Meter hohen Wall aufgetürmt.
Gottes machtvolle Gnadenzusage
Angesichts solch einer verheerenden Katastrophe gewann das Bibelwort eine machtvolle Wirkung. "Gott verheißt dir gewaltige Hilfe, auch wenn du im Augenblick unter dem Kahlschlag deiner Hoffnung und Zuversicht leiden magst", machte Bezirksevangelist Schmidt seinen Zuhörern Mut. Nicht nur die zerstörerischen Mächte hätten Gewalt, nein, auch der Herr könne Gewaltiges tun. Und er werde es tun.
Mit einem Zitat aus Schillers Wallenstein, dass durch Gottlosigkeit aus Bistümern Wüsttümer würden, endete die Predigt mit dem Hinweis, dass Gott durch den Propheten Joel jenen Spätregen verheißen habe, der wieder fruchtbar mache, was vorher unfruchtbar geworden war. Aus Wüsttümern sollen wieder Bistümer werden, aus Hoffnungslosigkeit Hoffnung und aus Orientierungslosigkeit Zielstrebigkeit.
Gedenkminute
Bevor die Gemeinde das Unser Vater betete, die Verkündigung der Sündenvergebung erlebte und das Heilige Abendmahl feierte, erhob sie sich zu einer Schweigeminute, in der sie insbesondere aller Verkehrstoten gedachte, die verschuldet oder unverschuldet plötzlich und völlig unvermittelt in die jenseitigen Bereiche gewechselt sind.
Zum sechste Mal in Gummersbach
Bernd Müllenschläder, Vorsteher der Gemeinde Gummersbach und selbst ambitionierter Biker, freute sich, seine Bikerkolleginnen und -kollegenen nun bereits zum sechsten Mal in Gummersbach begrüßen zu können.
Die großzügigen Außenanlagen, der große Parkplatz und die landschaftlich reizvolle Lage machen Gummersbach immer wieder zu einem begehrten Treffpunkt für die Motorrad fahrende Gemeinde. Auch die Gastfreundschaft der Gummersbacher ist nach Aussage der Biker ein Grund, hierher zu kommen. Der Termin für das Treffen 2014 in Gummersbach steht bereits fest: Sonntag, 24. August 2014, 15 Uhr.
Christliche Tradition
Das Motorradfahren mit der Gemeinschaft im Glauben zu verbinden, hat in der christlichen Welt Tradition. Auch in der Neuapostolischen Kirche gibt es mehr Motorradfahrerinnen und -fahrer als man denken mag - querbeet durch alle Altersklassen. Einige Gruppen haben sich privat organisiert, um zum Beispiel gemeinsame Ausfahrten zu unternehmen oder Gottesdienste zu besuchen.
Besonders die Besuche der Biker im Seniorenzentrum in Fröndenberg haben „Spuren“ hinterlassen: Der von den Bikern gebildete gemischte Chor hat den dortigen Gemeinschaftsraum schon mehrfach mit kraftvoller Musik gefüllt.
Bei allen ihren Aktivitäten steht dabei immer die eine Solidarität im Mittelpunkt, die ihr Gepräge durch christliche Werte erhält.
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