Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Lahnau/Gießen. Bezirksapostel Pöschel ernannte am Sonntag, 14. Mai 2026, Priester Benjamin Pirlich zum stellvertretenden Bezirksvorsteher für den Bezirk Gießen. Die Ernennung erfolgte an Christi Himmelfahrt im Gottesdienst in der Lahnauhalle, den Gläubige aus dem gesamten Kirchenbezirk besuchten.
Bereits am Sonntag, 3. Mai 2026, hatte Bezirksapostel Stefan Pöschel die Gemeinden des Bezirks Gießen per Rundschreiben über anstehende personelle Veränderungen in der Bezirksleitung informiert. In Abstimmung mit Apostel Gerd Kisselbach kündigte er darin an, Priester Pirlich zum stellvertretenden Bezirksvorsteher ernennen zu wollen.
Ernennung eines weiteren Vertreters des Bezirksvorstehers
Die Handlung nahm der Bezirksapostel am Ende des Gottesdienstes vor dem Altar und mitten in der versammelten Gemeinde vor. Damit unterstrich er den Gedanken, dass geistliche Verantwortung immer im Dienst an Gott und den Menschen steht. Mit dem Wort Jesu Christi erinnert der Bezirksapostel: „Ich bin nicht gekommen, um mir dienen zu lassen, sondern um zu dienen.“ Dieser Gedanke müsse Maßstab für jede Aufgabe in Kirche und Gemeinde bleiben.
Bezirksapostel Pöschel betonte dabei insbesondere die Bedeutung von Seelsorge, gegenseitigem Vertrauen und enger Zusammenarbeit innerhalb der Bezirksleitung. Aufgabe der Leitung sei es, Vorsteher und Geistliche zu begleiten, zuzuhören und die unterschiedlichen Gaben in den Gemeinden wahrzunehmen und zu fördern.
Zugleich ermutigte er dazu, Kirche als offene und einladende Gemeinschaft zu gestalten. Die Gemeinde der Zukunft müsse im Glauben wachsen und gleichzeitig offen sein für Menschen, die auf der Suche nach Orientierung und Hoffnung sind. Offenheit für neue Gedanken und Impulse sei dabei entscheidend, um der Vielfalt innerhalb der Gemeinden gerecht zu werden.
Zum stellvertretenden Bezirksvorsteher ernannte der Bezirksapostel Priester Pirlich durch Handschlag und Gebet. Er verband die Ernennung mit Glückwünschen sowie dem Wunsch nach Gottes Segen und Kraft für die neue Aufgabe.
Engagiert in der ökumenischen Arbeit
Der neue stellvertretende Bezirksvorsteher Benjamin Pirlich (38) stammt gebürtig aus Köln und lebt heute in Hungen. Seinen ersten geistlichen Amtsauftrag erhielt er im Jahr 2012 als Diakon in der Gemeinde Neuwied im Bezirk Wiesbaden. Bereits 2015 wurde er zum Priester ordiniert. Seit 2019 wirkt er in der Gemeinde Hungen im Kirchenbezirk Gießen.
Neben seinem seelsorgerischen Dienst engagiert sich Priester Pirlich seit mehreren Jahren auch auf ökumenischer Ebene. Seit 2022 vertritt er die Neuapostolische Kirche als Delegierter in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Hessen-Rheinhessen. Seit November 2025 gehört er dort außerdem dem Vorstand an.
Wechsel in der Gemeinde Hohenahr-Erda
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes beauftragte Bezirksapostel Pöschel Priester Matthias Kuhl als neuen Vorsteher der Gemeinde Hohenahr-Erda. Sein Vorgänger, Evangelist Jürgen Damster, wurde nach 39 Jahren im ehrenamtlichen geistlichen Dienst in den Ruhestand verabschiedet. Davon war er 27 Jahre als Vorsteher der Gemeinde tätig. Der Bezirksapostel dankte ihm für seinen langjährigen und verlässlichen Einsatz in der Seelsorge sowie für sein Engagement in Gemeinde und Ökumene.
Himmelfahrt als Hoffnung für Christen
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Johannes 16,28: „Ich bin vom Vater ausgegangen und in die Welt gekommen. Ich verlasse die Welt wieder und gehe zum Vater.“
Bezirksapostel Stefan Pöschel stellte den Weg Jesu Christi vom Vater in die Welt und zurück zum Vater in den Mittelpunkt. Christi Himmelfahrt sei Ausdruck der Hoffnung aller Christen, ebenfalls einst zu Gott heimkehren zu dürfen. Wie Jesus gesandt wurde, so sind auch die Gläubigen gesandt, das Evangelium weiterzugeben und anderen Menschen den Weg zu Jesus Christus zu zeigen.
Bischof Sascha Tümmler ergänzte diesen Gedanken in seinem Predigtbeitrag um die Perspektive der Freude auf ein Wiedersehen: Die Erwartung der Wiederkunft Jesu Christi solle im persönlichen Glauben wie auch im Gemeindeleben spürbar bleiben.
Beauftragung und Ernennung - Priester Matthias Kuhl und Priester Benjamin Pirlich (v.l.n.r.)
22. Mai 2026
Text:
Lena Grieme
Fotos:
Nicolai Lehleiter
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