Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Bochum. Am Donnerstagabend, 21. Mai 2026, war die Neuapostolische Kirche Bochum-Mitte Gastgeber eines besonderen musikalischen Ereignisses. Im Rahmen der Reihe „BoSy vor Ort“ präsentierten Solistinnen und Solisten der Bochumer Symphoniker ein abwechslungsreiches Konzertprogramm.
Einmal jährlich gehen die Bochumer Symphoniker mit dem Format „BoSy vor Ort“ in die Stadtteile und bringen klassische Musik bewusst nah zu den Menschen vor Ort.
Dass die Neuapostolische Kirche Bochum-Mitte als Veranstaltungsort gewählt wurde, ging auf eine Anfrage des Orchesters selbst zurück – die Gemeinde stellte ihre Kirche dafür gerne zur Verfügung. Rund 250 Konzertbesucher füllten den Kirchenraum und unterstrichen die große Resonanz dieses besonderen Abends.
Musik verbindet Generationen und baut Brücken
Die Besucher in die Kirche an der Bergstraße erlebten ein Konzert auf hohem künstlerischem Niveau.
Zu Beginn hieß Gemeindevorsteher Jörg Escher die Zuhörer herzlich willkommen. „Ich freue mich sehr, dass wir heute so viele Gäste in unserer Kirche begrüßen dürfen. Musik kann Brücken bauen – gerade in einer Zeit, in der das Miteinander in unserer Gesellschaft und in der Welt oft als schwierig erlebt wird“, betonte er.
Vielfältiges Programm mit großer Bandbreite
Das Programm bot eine eindrucksvolle musikalische Vielfalt und vereinte Werke aus unterschiedlichen Epochen und Stilrichtungen. Die besondere Atmosphäre des Kirchenraums verlieh den Darbietungen eine intensive und zugleich persönliche Wirkung.
Das Konzert spannte einen weiten Bogen von der Klassik bis in die Moderne. In wechselnden Besetzungen – von Solo-Darbietungen bis hin zu kammermusikalischen Ensembles – zeigten die Musikerinnen und Musiker ihr Können und überzeugten durch Präzision, Ausdruckskraft und Spielfreude. Werke von Maurice Ravel, Edward Elgar und Igor Strawinsky erklangen in unterschiedlichen Besetzungen, unter anderem für Klavier und Trompete, Violine und Klavier sowie in Trio-Besetzung mit Klarinette.
Das Konzert für Kontrabass von Serge Koussevitzky stellte dabei hohe Anforderungen an den Solisten und bildete einen weiteren Höhepunkt des Abends. Auch Werke von Johannes Brahms und Sergei Rachmaninow bereicherten das Programm.
Bewegender musikalischer Moment
Eine besonders eindrucksvolle und persönliche Note erhielt der Konzertabend durch einen kurzfristigen Programmeinschub. Im Anschluss an das Kontrabasskonzert erklang das Lied „O Tod, wie bitter bist du“ aus den „Vier ernsten Gesängen“ von Johannes Brahms.
Der Kontrabass-Solist, der zuvor bereits mit virtuosem Spiel beeindruckt hatte, widmete dieses Werk einem kürzlich – kurz vor seinem Ruhestand – verstorbenen Mitglied der Bochumer Symphoniker. Mit großer innerer Bewegung interpretierte er das Kunstlied und setzte damit ein berührendes musikalisches Zeichen des Gedenkens an seinen Kollegen und Freund.
Gelungener Ausklang und große Resonanz
Den Abschluss des Konzerts bildeten traditionelle Tango-Stücke in der Besetzung Viola, Kontrabass und Klavier, die dem Abend einen lebendigen und beschwingten Ausklang verliehen.
Im Anschluss lud die Gemeinde zu einem Imbiss mit Häppchen und Getränken ein, der Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und zum Ausklang bot. Die gesammelten Spenden kommen der Bochumer Notfallseelsorge zugute.
29. Mai 2026
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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