Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Wiesbaden. Ein besonderer musikalischer Akzent prägte das Pfingstwochenende 2025: Am Samstagnachmittag, 7. Juni, erlebten rund 1.100 Gäste im Wiesbadener Kurhaus ein außergewöhnliches Konzert unter dem Titel „By his Spirit – Changed to Change“. Anlass war der Besuch von Stammapostel Schneider und den Bezirksaposteln aus aller Welt zum Pfingstfest der Neuapostolischen Kirche.
Der Konzertchor Südhessen, unterstützt von Sängerinnen und Sängern der Kammerchöre Mittel- und Nordhessen sowie dem Philharmonischen Kammerorchester Südhessen, präsentierten im Konzert im renommierten Wiesbadener Kurhaus Auszüge aus dem Oratorium Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy – jedoch in einem neuen Format: Musikalische Höhepunkte wurden mit erläuternden Texten, filmischen Sequenzen und Lichteffekten kombiniert. Das Konzept: ein Konzert als geistlich-musikalische Reise.
Im Zentrum stand ein Gedanke, der sich wie ein Leitmotiv durch den Abend zog: Die Veränderung durch den Geist Gottes ist kein Selbstzweck – sie mündet in Verantwortung, Sendung und Wirkung nach außen. So stand am Ende des Konzerts ein geistlicher Appell: Glaube soll sichtbar werden – im Alltag, im Umgang miteinander, in der Welt.
Und eine sichtbare Form greift das Jahresmotto der Neuapostolischen Kirche 2025 auf: Es ist Zeit, Gutes zu tun.
„Licht in der Dunkelheit“ – ein neues Konzertformat
Das etwa 75-minütige Programm verband Musik, Wort und Bild zu einem Gesamterlebnis. Unter dem Leitthema „Licht in der Dunkelheit“ rückte das Konzert zentrale Gedanken des Paulus-Oratoriums in einen aktuellen, persönlichen Kontext. Im Mittelpunkt standen Themen wie Berufung, Widerstand, Umkehr und Sendung – zentrale Motive aus dem Leben des Apostels Paulus, musikalisch eindrucksvoll umgesetzt mit Chor, Solisten und Orchester.
Die Musik wurde multimedial begleitet: Während der einzelnen Stücke waren auf einer großen Leinwand im Cinemascope-Format begleitende Videoanimationen zu sehen, die das Gehörte audiovisuell unterstützten.
Zusätzlich gab es zwischen den Musikvorträgen kurze Filmsequenzen, thematisch passend zum Paulus-Oratorium. So wurde der historische Kontext in die Gegenwart transferiert und an konkreten Beispielen und Erfahrungen von Menschen verdeutlicht. Mehrere Protagonisten boten Einblicke in die vielfältigen Tätigkeitsbereiche kirchlicher und sozialer Arbeit.
So berichtete Tatjana Augustin, Geschäftsführerin des neuapostolischen Hilfswerks NAK-karitativ, über ihre ersten Erfahrungen in der Entwicklungshilfe. Bezirksapostel i.R. Armin Brinkmann (Nordrhein-Westfalen) schilderte im Video die Anfänge der Neuapostolischen Kirche in Angola und seine persönlichen Erfahrungen als Missionar.
Ein weiterer Beitrag behandelte die ökumenische Zusammenarbeit: Dr. Verena Hammes, Geschäftsführerin der ACK Deutschland, sprach über Hürden in der Zusammenarbeit, insbesondere aufgrund von Hierarchien im kirchlichen Kontext.
Weitere Videoclips präsentierten Matthias Röhrig, den Leiter der Teestube Wiesbaden, einer wichtigen Anlaufstelle für Obdachlose mit vielen ehrenamtlichen Helfern, sowie eine junge Frau, die sich ehrenamtlich in der Hausaufgabenhilfe und Seniorenbetreuung engagiert. Sie berichtete, warum ihr dieses gesellschaftliche Engagement besonders wichtig ist.
Botschaft angekommen
Stammapostel Jean-Luc Schneider zeigte sich zum Abschluss beeindruckt von den musikalischen Vorträgen und den inhaltlichen Impulsen. „Ein Christ hat eigentlich nie genug Worte, um den Reichtum zu beschreiben, den er empfangen hat“, so der internationale Kirchenleiter. Und wenn man es nicht mit Worten ausdrücken könne, dann sei man getrieben, Gutes zu tun. Die Musikerinnen und Musiker hätten dazu heute auf Musik und Gesang zurückgegriffen. „Und ihr habt das in wunderbarer Weise getan.“
„Eure Botschaft ist in unseren Herzen angekommen“, so der Stammapostel, der herzlich allen Beteiligten dankte.
Auch für viele Besucherinnen und Besucher war das Konzert ein emotionaler Auftakt zum Pfingstfest. Die Kombination aus klassischer Musik und geistlichem Inhalt sprach Herz und Verstand gleichermaßen an – ganz im Sinne des Mottos: Changed to Change – verändert, um zu verändern.
Kein Livestream – bewusstes Erleben im Raum
Auf eine Übertragung des Konzerts wurde verzichtet. Die Atmosphäre im Kurhaus – geprägt durch die historische Architektur, die Nähe der Musiker zum Publikum und die intensive Lichtregie – sollte bewusst nur vor Ort erlebbar sein. Das Ergebnis: ein unmittelbares, konzentriertes Hörerlebnis, das viele Zuhörerinnen und Zuhörer tief bewegte.
Auszüge aus dem Konzert werden im Nachgang veröffentlicht werden.
12. Juni 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Simon Kisselbach
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