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Stammapostel Helge Mutschler

Stammapostel zu Erntedank
in Dorsten: Mit dem Wenigen
beginnen, danken und teilen

 

Dorsten. Stammapostel Mutschler besuchte am Erntedanksonntag den Kirchenbezirk Dinslaken. In der Aula der St.-Ursula-Realschule in Dorsten erläuterte er anhand der Speisung der Fünftausend, wie Vertrauen, Dankbarkeit, Teilen und ein sorgsamer Umgang mit der Schöpfung zusammengehören.

Schon auf dem Weg zur Aula wiesen Beachflags mit dem Emblem der Neuapostolischen Kirche den Besuchern den Weg. Der Kirchenbezirk Dinslaken hatte den Besuch am Sonntag, 4. Oktober 2026, mit zahlreichen Helfern vorbereitet. In der Aula war der Altar zum Erntedankfest mit Blumen und Erntegaben geschmückt.

Stammapostel Helge Mutschler nahm sich auf dem Weg in die Schule Zeit, die Umstehenden persönlich zu begrüßen. In der Sakristei erwarteten ihn die Bezirksvorsteher aus dem Bereich Nord und die Apostel aus Westdeutschland. Er dankte den Geistlichen anlässlich des Erntedanktags ausdrücklich für ihren Dienst.

Auch zu Beginn des Gottesdienstes wandte sich der Stammapostel mit einem Glückwunsch und persönlichen Dankesworten an die gesamte Gemeinde: „Herzlichen Glückwunsch zum Erntedanktag.“ Er freue sich, diesen Tag gemeinsam mit den Anwesenden zu feiern. „Ich danke euch, dass ihr alle gekommen seid. Ich danke euch, dass wir diesen Sonntag gemeinsam erleben können.“ Ebenso dankte er für den kraftvollen Gesang, mit dem Gott die Ehre gegeben worden sei.

Dankbarkeit und Sorgen dürfen nebeneinanderstehen

Erntedank werde unter unterschiedlichen Lebensumständen gefeiert, stellte der Stammapostel heraus. Neben Freude und Dankbarkeit hätten auch Sorgen, Kummer und Zweifel ihren Platz. „Erntedank ist mitunter laut. Erntedank ist mitunter leise. Und beides darf sein.“ Er ermutigte die Zuhörer: „Du, Bruder, Schwester, darfst sein, so wie du bist und wie du gekommen bist.“

Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Johannes 6,11–12: „Jesus aber nahm die Brote, dankte und gab sie denen, die sich gelagert hatten; desgleichen auch von den Fischen, so viel sie wollten. Als sie aber satt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.“ Aus diesem Geschehen entwickelte der Stammapostel vier Hauptgedanken.

Jesus nahm die Brote: Mit dem Wenigen beginnen

Fünf Brote und zwei Fische schienen den Jüngern angesichts der vielen Menschen nicht auszureichen. Ähnliche Überlegungen gebe es auch heute: Reichten der eigene Glaube, die Kräfte, die finanziellen Mittel oder die Möglichkeiten einer Gemeinde? Jesus habe die realistische Einschätzung der Jünger nicht zurückgewiesen. Er habe das Vorhandene angenommen und damit begonnen, zu wirken.

„Jesus Christus beginnt mit dem Wenigen, was da ist. Er nimmt das Wenige, das Kleine ernst“, betonte der Stammapostel. Auch ein kleiner Glaube, eine kleine Gemeinde oder nachlassende Kräfte seien für Christus wertvoll. Er nehme das an, „was wir vielleicht mit letzter kleiner Kraft bringen und geben können“. Entscheidend sei, das Vorhandene einzubringen und Christus damit wirken zu lassen.

Jesus dankte: Den Geber im Blick behalten

Jesus habe gedankt, noch bevor die Menschen satt geworden seien. Seine Dankbarkeit habe sich auf Gott als Geber aller Dinge gerichtet. Der Stammapostel beschrieb Gott als vollkommene Liebe und Gemeinschaft: Aus dieser Liebe heraus habe er die Schöpfung und den Menschen geschaffen, um mit ihm in Beziehung zu leben.

Misstrauen, Angst und der Anspruch, alles für sich selbst zu beanspruchen, beschädigten dagegen die Beziehungen zu Gott, zu anderen Menschen und zur Schöpfung. Dankbarkeit könne hier eine Veränderung einleiten.

„Wenn wir danken, ist es der Beginn von Heilung“, erklärte der Stammapostel. „Denn dann kommt der Geber aller Dinge wieder in den Blick. Dann kann die Angst der Liebe weichen.“ Auch unter schwierigen Lebensbedingungen könne Dank Vertrauen stärken und helfen, dem Nächsten mit Liebe statt mit Konkurrenzdenken zu begegnen.

Jesus teilte aus: Für Leib und Seele sorgen

Jesus habe den Menschen so viel gegeben, wie sie wollten, bis alle satt waren. Hunger sei nicht Gottes Wille, erklärte der Stammapostel. Wer ausreichend Nahrung und andere materielle Güter habe, solle davon abgeben. Ungerechtigkeit und Ausbeutung stünden dem entgegen, dass alle Menschen versorgt würden. Jeder könne an seinem Platz zum Teilen beitragen.

Daneben gebe es einen Hunger der Seele: nach Frieden, Liebe und dem Gefühl, angenommen zu sein. Christus schenke Vergebung und Gemeinschaft. „Es ist gut, dass es dich gibt, du bist geliebt“, sagte der Stammapostel. Wer diese Zuwendung erfahre, könne sie weitergeben und Frieden stiften. Die Haltung gegenüber dem Nächsten beschrieb er mit den Worten: „Ich will auch meinem Nachbarn etwas abgeben von dieser Liebe, die du mir gibst.“

Jesus ließ sammeln: Bewahren und niemanden aufgeben

Die übrig gebliebenen Brotstücke habe Jesus sammeln lassen. Sie seien für ihn kein Abfall gewesen. Diese Sorgfalt übertrug der Stammapostel auf den Umgang mit Lebensmitteln und der gesamten Schöpfung. „Gott hat nichts abgeschrieben in dieser Schöpfung“, sagte er. Menschen hätten den Auftrag, sie zu bewahren und zu schützen. Dazu gehöre auch, geschädigte Lebensräume und bedrohte Tiere und Pflanzen nicht aufzugeben.

Dasselbe gelte für Menschen mit gebrochenen Herzen oder schwierigen Lebensverhältnissen. Niemand dürfe danach beurteilt werden, ob er noch etwas leiste. Statt Menschen abzuschreiben, gelte es, sie anzunehmen und zu Christus zu führen: „Ja, Jesus Christus, ich will mit dir sammeln.“

Den Ausblick auf die Wiederkunft Christi und die neue Schöpfung verband der Stammapostel mit der Hoffnung auf eine Gemeinschaft ohne Hunger, in Frieden und Liebe.

Dank im Gebet und im Abendmahl

Als Gast nahm Bezirksapostel David Heynes aus Nord- und Ostdeutschland teil. In seinem Predigtbeitrag ermutigte er dazu, die vier Gedanken im eigenen Leben und in den Gemeinden aufzugreifen. Der Blick solle sich stärker auf Gottes Gaben und die zugesagte Zukunft richten. Auch im Gebet brauche neben den eigenen Wünschen der Dank Raum. Empfangenen Frieden, Liebe und Gnade gelte es großzügig weiterzugeben.

Zur Vorbereitung auf das Heilige Abendmahl griff der Stammapostel die Bedeutung des Begriffs Eucharistie als Danksagung auf. Er lud dazu ein, Gott auch für die Mitmenschen zu danken und im gemeinsamen Gebet deren Bedürfnisse einzuschließen. Dabei bezog er ausdrücklich auch Menschen ein, mit denen ein Konflikt bestehe. „Ich wünsche uns allen, dass wir Friedensstifter sein können“, sagte er.

Besonderer Dank an Faktor G

Ein gemischter Chor, Kinder und Instrumentalisten gestalteten den Gottesdienst musikalisch. Bereits zuvor musizierte Faktor G, ein Projekt der Koordinationsgruppe Inklusion der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, in dem junge Menschen mit und ohne Behinderungen gemeinsam Musik machen. Am Ende dankte der Stammapostel der Gruppe besonders: „Ihr seid funkelnde Diamanten Gottes in unserer Mitte.“

Er würdigte außerdem die Kinder, den Chor, die Instrumentalisten und die Helfer für Blumenschmuck, Technik und die Arbeit im Hintergrund.

Gastgeschenk des Bürgermeisters

Zu den Teilnehmern im Gottesdienst gehörten neben den Gläubigen aus dem Kirchenbezirk Dinslaken Vertreter anderer Kirchen und Dorstens Bürgermeister Tobias Stockhoff. Nach dem Gottesdienst dankte der Bürgermeister dem Stammapostel für seinen Besuch und überreichte ein Gastgeschenk mit einer Tasche und dem Dorstener Motto „Du bist der Schlüssel“. Der Schlüssel im Stadtwappen ist ein Symbol für den Apostel Petrus. Die Stadt verbindet damit den Gedanken, dass Menschen anderen Türen öffnen und das Zusammenleben mitgestalten.

Der Gottesdienst wurde in Gemeinden in Westdeutschland und weiteren Ländern bis nach Westafrika übertragen. Beim Verlassen der Schule verabschiedete sich Stammapostel Mutschler erneut persönlich von den Besuchern und nahm sich insbesondere Zeit für die Kinder.

Stammapostel Helge Mutschler

6. Oktober 2026
Text: Frank Schuldt
Fotos: Frank Schuldt

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Im Gespräch mit Bürgermeister Tobias Stockhoff
Im Gespräch mit Bürgermeister Tobias Stockhoff
 

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