Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Angola/Luanda. Nach Rückschlägen nicht liegen zu bleiben, sondern mit Gottes Hilfe neu aufzustehen. Dazu rief Stammapostel Mutschler die Christen in Angola auf. Im zentralen Gottesdienst seiner ersten Auslandsreise als Stammapostel ordinierte er am Sonntag, 7. Juni 2026, zwei neue Apostel.
Für Stammapostel Helge Mutschler war der Gottesdienst in Angola in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Moment: Es war der zentrale Gottesdienst seiner ersten Auslandsreise als Stammapostel. Zugleich nahm er in Luanda seine ersten Apostelordinationen im neuen Amtsauftrag vor.
Begleitet wurde er unter anderem von Bezirksapostel Stefan Pöschel, Bezirksapostel Herman Ernst (Südamerika) und Bezirksapostelhelfer Robert Nsamba (Sambia).
Mache dich auf, werde Licht!
Grundlage für die Predigt im Sonntagsgottesdienst war das Bibelwort aus Jesaja 60,1: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“
Der Stammapostel bezog das Bibelwort zunächst auf die Situation des Volkes Israel nach der Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft. Die Freude über die Heimkehr sei von der Ernüchterung über die zerstörte Stadt Jerusalem abgelöst worden. In diese Situation hinein habe Gott durch den Propheten gesagt: „Mache dich auf, werde licht!“
Daraus leitete Stammapostel Mutschler die zentrale Aussage des Gottesdienstes ab: „Aufstehen und leuchten – das ist die Überschrift über diesen Gottesdienst.“ Hinfallen gehöre zum Leben des Menschen, auch zum Glaubensleben. Entscheidend sei nicht das Fallen, sondern der Umgang damit. „Das Problem ist nicht das Fallen. Das Problem ist das Liegenbleiben“, sagte der Stammapostel.
Aufstehen statt liegen bleiben
Er machte deutlich, dass Menschen sich nicht allein aus eigener Kraft aufrichten könnten. Die Kraft dazu komme von Jesus Christus. Als Beispiele nannte er Elia unter dem Wacholderstrauch, den Kranken am Teich Bethesda und Petrus, der im Wasser zu sinken drohte. Immer wieder werde deutlich: Christus richte Menschen auf und gebe ihnen die Kraft zum Neuanfang.
Das gelte auch für den Glauben. Wer aufgehört habe zu beten, den Gottesdienst zu besuchen, in der Bibel zu lesen oder die Verbindung zu den Amtsträgern zu suchen, solle nicht liegenbleiben. „Heute kommt der Herr Jesus Christus und reicht uns allen die Hand“, sagte der Stammapostel. Seine Botschaft lautete: wieder anfangen, wieder beten, wieder die Nähe Gottes suchen.
Licht sein im Alltag
Mit dem zweiten Teil des Bibelwortes verband Stammapostel Mutschler den Auftrag, im Alltag als Christ erkennbar zu leben. „Steh nicht nur auf, sondern leuchte“, sagte er. Das bedeute, am Evangelium festzuhalten, keine Kompromisse gegen die Botschaft Jesu Christi einzugehen und auch in einer Umgebung ohne Glauben den eigenen Glauben sichtbar werden zu lassen.
Auch im Umgang mit Schuld und Sünde stellte der Stammapostel den Neuanfang in den Mittelpunkt. Wer immer wieder scheitere, solle den Kampf gegen die Sünde nicht aufgeben. „Wenn du hundertmal mit derselben Sünde gescheitert bist: Kämpfe weiter dagegen“, sagte er. Gleichzeitig verband er das Aufstehen mit der Bereitschaft zur Vergebung: Wer Gottes Vergebung erfahre, solle auch anderen vergeben.
Einen weiteren Schwerpunkt legte er auf Leid, Krankheit, Sorgen und Konflikte. Gerade in Belastungen gelte die Zusage Christi: „Nimm meine Hand. Ich möchte dir helfen, dass du wieder aufstehen kannst.“ In Streit und festgefahrenen Konflikten sei der erste Schritt wichtig. Der Stammapostel rief dazu auf, Bilder über andere Menschen zu überprüfen und den Weg zum Frieden zu suchen.
Hoffnung auf die Wiederkunft Christi
Zum Schluss der Predigt bezog Stammapostel Helge Mutschler das Bibelwort auf die Erwartung der Wiederkunft Christi. Die Gefahr bestehe darin, geistlich einzuschlafen. „Volk Gottes, wache auf. Steh auf und geh dem Herrn entgegen“, sagte er. Die Kirche in Angola könne über die Mauern des Stadions hinaus ein Zeichen setzen: „Wir haben Hoffnung. Jesus Christus wird wiederkommen.“
Bezirksapostel Hermann Ernst griff in seinem Predigtbeitrag den Gedanken auf, dass Gott Menschen aufrichte und ihnen Licht schenke. In jedem Gottesdienst empfingen die Gläubigen Licht, Vergebung und Kraft, wieder aufzustehen. Zugleich erinnerte er daran, dass Christen nicht nur am kirchlichen Leben teilnehmen, sondern im Werk Gottes mitwirken sollten.
Bezirksapostelhelfer Robert Nsamba knüpfte an den Kinderchor an, der an das Gebot der Liebe erinnert hatte. Die Welt solle daran erkennen, dass Christen zu Christus gehören. Auch er betonte: „Es ist nicht die große Katastrophe, zu fallen. Die große Katastrophe ist es, liegenzubleiben.“ Entscheidend sei, ohne Ausreden zu Gott zu kommen, zu bereuen und die Vergebung anzunehmen.
Erste Apostelordinationen des neuen Stammapostels
Nach der Feier des Heiligen Abendmahls ordinierte Stammapostel Helge Mutschler Bischof José Vicente Luvamba und Evangelist António José Diogo João zu Aposteln. Vor der Handlung erinnerte er daran, dass beide bereits am Freitag in einer Apostelversammlung den Amtseid abgelegt hatten. „Für mich persönlich ist es ein besonderer Moment, denn es ist meine erste Ordination von Aposteln“, sagte der Stammapostel.
Als Leitlinie für den Dienst gab er den beiden neuen Aposteln ein Wort aus der Apostelgeschichte mit: „Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Daraus entwickelte er vier Aufgaben: das Evangelium rein zu verkündigen, Gemeinschaft und Frieden zu fördern, den Sakramenten einen großen Platz im kirchlichen Leben zu geben und Vorbilder im Gebet zu sein.
Besonders eindringlich sprach der Stammapostel über Demut im Apostelamt. „Apostel zu sein, ist kein Privileg. Apostel zu sein, ist keine Belohnung“, sagte er. Apostel sein bedeute, den Gläubigen im übertragenen Sinn die Füße zu waschen, zu dienen, zu lieben und „nicht zu herrschen, sondern den Glaubensgeschwistern Gehilfen zur Freude zu sein“.
Zum Abschluss der Handlung sagte der Stammapostel: „Angola hat zwei Apostel mehr. Was für eine Gnade und was für ein Geschenk.“ Er versprach den neuen Aposteln, für sie zu beten, und hieß sie im Kreis der Apostel willkommen.
Gottesdienst im Stadion
Der zentrale Gottesdienst fand im Estádio dos Coqueiros statt, einem traditionsreichen Mehrzweckstadion in der angolanischen Hauptstadt Luanda, das vorwiegend für Fußballspiele genutzt wird. Über 14.000 neuapostolische Christen aus der Hauptstadtregion nahmen daran teil.
Vor dem Gottesdienst hatte ein Kinderchor den Stammapostel vor dem Stadion begrüßt. Besonders beeindruckt zeigte dieser sich vom Inhalt des Liedes, das den Auftrag des Apostolats zusammenfasste: Gott zu lieben, alle Menschen zu lieben, sich auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten und diesen Tag herbeizusehnen.
Musikalisch mitgestaltet wurde der Gottesdienst von einem großen gemischten Chor, einem Orchester sowie einem Kinderchor.
Stammapostel Helge Mutschler
11. Juni 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Neuapostolische Kirche Westdeutschland
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