Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Bonn/Dortmund. Bezirksapostel Armin Brinkmann feierte am Sonntag, 1. Juli 2012, den Gottesdienst für Entschlafene in Brühl. Ihn begleiteten die Apostel und Bischöfe aus der Gebietskirche. Am Tag zuvor hatte eine Feierstunde die Teilnehmer auf den Sonntag eingestimmt. Sie stand unter dem Motto „Wo Himmel und Erde sich berühren“.
Der reger chor köln gestaltete die Feierstunde am Samstagnachmittag zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene. Der Eingangschor zu Psalm 42, op. 42 „Wie der Hirsch schreit“ von Felix Mendelssohn Bartholdy leitete das Programm ein. Zentrales Stück des Programms war die Motette für zwei vierstimmige Chöre „Wir wissen, so unser irdisches Haus“ des Meininger Komponisten Johann Ludwig Bach.
Neben der Musik wurden die Besucher auch mit Wortbeiträgen Jugendlicher auf den Sonntag eingestimmt. Die Vorträge beschäftigten sich mit dem Thema „Sterben und ewiges Leben“. Inhaltlich ging es um das Mittelalter und die Pest in Köln.
Gottesdienst voller Freude
Grundlage für den Gottesdienst am Sonntagmorgen war das Bibelwort aus Hiob 42, 5: „Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen.“
Der Bezirksapostel betonte, dass ein Gottesdienst für Entschlafene mit Freude angefüllt sein solle. Zwar werde der Verstorbenen gedacht, doch die Spendung der Sakramente sei immer ein freudiges Ereignis. Als Beispiel nannte er die Heilige Wassertaufe, wenn Eltern ihre Kinder vor den Altar tragen.
Ein lebendiger Gottesbezug
Im weiteren Verlauf der Predigt ging es um das Leben von Hiob, der gut und gottgläubig gelebt habe, dann aber große Schicksalsschlägen erleiden musste. Trotz aller Verluste hielt er sich konsequent zu Gott und von ihm ist das Bibelwort überliefert, welches Grundlage des Gottesdienstes war. Etwas, was man nur vom Hörensagen kennt, könne man zwar glauben, man habe aber keinen lebendigen Bezug zu dem Geschehenen, so der Bezirksapostel. „Erst wenn man etwas sieht und erlebt, bekommt dieser Gottesbezug eine ganz andere Qualität.“
Um einen solchen Gottesbezug herzustellen sei es notwendig, die Nähe Gottes in seinem Haus zu suchen, Gottes Wort in der Predigt zu hören und an der Seite Gottes in Form einer tiefen und inneren Nachfolge zu bleiben.
Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod
Der Glaube an ein Weiterleben nach dem Tod gehört zu den Grundlagen christlichen Glaubens. Neuapostolische Christen glauben zudem auch daran, dass Verstorbenen geholfen werden kann. Die durch das Opfer Christi erwirkte Erlösung ist nicht nur auf die Lebenden beschränkt, sondern reicht bis in die Bereiche der jenseitigen Welt.
Gottesdienste für Entschlafene feiern neuapostolische Christen drei Mal je Jahr. Sie finden weltweit in allen Gemeinden am ersten Sonntag im März, Juli und November statt. An diesen Sonntagen können in den Gottesdiensten, die vom Stammapostel und den Bezirksaposteln oder von ihnen beauftragten Aposteln durchgeführt werden, Entschlafene die Sakramente der Kirche empfangen.
Stellvertretend für die Entschlafenen nehmen zwei Amtsträger der Kirche die Sakramente Heilige Wassertaufe, Heilige Versiegelung (Spendung Heiligen Geistes) und Heiliges Abendmahl entgegen.
Gottesdienst für Entschlafene in Brühl
3. Juli 2012
Text:
Markus Dombrowski
Fotos:
Matthias Herscheid
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