Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Köln/NRW. Mit einem Gottesdienst im Kölner Dom feierte das Erzbistum Köln den 50. Jahrestag des Ökumenismusdekrets „Unitatis redintegratio", den Beginn des Wegs der Katholischen Kirche in die Ökumene. Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki hatte zu diesem Ereignis Vertreter anderer Kirchen eingeladen. Für die Neuapostolische Kirche nahm Apostel Franz-Wilhelm Otten teil.
„Der Jahrestag ist für die katholische Kirche ein Anlass zur Freude und zur Dankbarkeit gegenüber Gott, der ihr durch seinen Heiligen Geist den Weg zum Dialog und zur ökumenischen Gemeinschaft mit den anderen christlichen Kirchen und Denominationen gewiesen hat“, schrieb der Kölner Generalvikar Dr. Stefan Heße in seiner Einladung an die anderen Kirche. Vertreter der Kirchen waren am Freitag, 21. November 2014, in den Kölner Dom zu einem ökumenischen Gottesdienst eingeladen.
Keine Gräben entstehen lassen
Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki erinnerte in seiner Ansprache im Kölner Dom an die Bedeutung der praktischen Ökumene. „Wir brauchen das gemeinsame Handeln, den Respekt und das gegenseitige Vertrauen", sagte er. "In unseren Gemeinden ist vielerorts die Fremdheit zwischen den Konfessionen einer Vertrautheit gewichen", sagte der Erzbischof. Diese Vertrautheit erweise sich als sehr fruchtbar.
Schmerzliche trennende Hindernisse, die voneinander fernhielten, gelte es weiterhin zu überwinden. „Aus Profiltiefen dürfen keine Gräben werden“, brachte es Kardinal Woelki auf den Punkt. Und einmal gefundene Übereinstimmungen dürften nicht verlorengehen. Er lud alle Gläubigen aus der Region dazu ein, gemeinsam mit der Katholischen Kirche den ökumenischen Weg zu gehen, den der Heilige Geist der Kirche durch das Zweite Vatikanische Konzil gewiesen habe.
Gäste aus den Kirchen
„So vieles ist möglich, ich möchte sagen selbstverständlich geworden“, bewertete Präses Manfred Rekowski, Leiter der Evangelischen Kirche im Rheinland, die ökumenische Öffnung der Katholischen Kirche: „Nicht alle unsere Fragen sind durch das Dekret beantwortet, manches ist offen. Aber wir können es gemeinsam ansprechen und nach Wegen suchen. Das ist ein Grund, gemeinsam Gott zu danken!“
Zu Beginn des Gottesdienstes hatte Erzbischof Kardinal Woelki alle Gäste und Vertreter der anderen Kirchen namentlich begrüßt. Für die Neuapostolische Kirche nahmen Apostel Franz-Wilhelm Otten und Bezirksältester Bernd Skoppek (Bezirk Köln-West) teil.
Empfang der ACK Köln
Im Anschluss an den Gottesdienst hatte die ACK Köln anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens zu einem Empfang ins Domforum geladen. Dort bestand Gelegenheit zum Kennenlernen und Erfahrungsaustausch. Der kurze Kontakt zwischen Kardinal Woelki und Apostel Otten soll in naher Zukunft in einem Gespräch intensiviert werden. Bereits 2012 war eine Delegation der Neuapostolischen Kirche bei Kardinal Meisner zu Besuch gewesen.
Die Neuapostolische Kirche in Köln ist Mitglied im Rat der Religionen. Zur ACK bestehen vor Ort erste gute Kontakte. „Wir möchten hier gern weiter im Gespräch bleiben“, sagt Bezirksältester Bernd Skoppek. Einen Antrag auf Gastmitgliedschaft wird die ACK Köln in der nächsten Zeit diskutieren. In Nordrhein-Westfalen ist die Neuapostolische Kirche inzwischen Gastmitglied in mehreren regionalen ACK.
Das Ökumenismusdekrets „Unitatis redintegratio“
„Die Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen ist eine der Hauptaufgaben des Heiligen Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzils“ lautet der erste Satz des Ökumenismusdekrets „Unitatis redintegratio".
Die drei Kapitel des „Unitatis redintegratio" behandeln die katholischen Prinzipien des Ökumenismus, dessen praktische Verwirklichung und die von Rom getrennten Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften. Inhaltliche Konsequenz aus dem Dekret ist die Einsicht, dass ökumenisches Engagement zu den ureigensten Aufgaben der Kirche gehört.
Unter Domradio.de ist die Aufzeichnung des Ökumenischen Gottesdienstes zu sehen.
50 Jahre Ökumenismusdekret gefeiert
25. November 2014
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Oliver Rütten
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