Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Darmstadt. Apostel Clément Haeck (Bereich Süd) und Apostel Volker Kühnle (Neuapostolische Kirche Süddeutschland) gingen am 27. März 2018 unter das Kreuz. Anlass war der 50. Ökumenische Kreuzweg in Darmstadt, zu dem Repräsentanten der Kirchen in den Süden Hessens gekommen waren.
Unter der Losung „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst“ setzte sich am Abend des 27. März 2018 der diesjährige Ökumenische Kreuzweg mit rund 400 Teilnehmern in Bewegung. Die Prozession mit großem Holzkreuz findet seit 1968 immer am Dienstag vor Karfreitag durch die Straßen der Darmstädter Innenstadt statt.
An fünf Stationen wurden Texte zu verschiedenen Themen vorgetragen, es ging dabei um politisches Handeln als Dienst am Menschen, um Toleranz, Frieden in der Welt und das gemeinsame christliche Zeugnis. Jede Station wurde mit Fürbitten, Gesang und einem Posaunenchor umrahmt.
Viele ranghohe Geistliche
Zum diesjährigen 50. Jubiläum hatten sich römisch-katholische, evangelische, orthodoxe, freikirchliche und neuapostolische Geistliche zusammen mit lokalen Gemeindevertreten und Gläubigen versammelt. Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, hatte die Texte des Kreuzweges gestaltet. Er führte die Prozession zusammen mit dem katholischen Bischof Peter Kohlgraf (Mainz) auf ihre erste Etappe.
Die Vertreter der Neuapostolischen Kirche Apostel Volker Kühnle (Süddeutschland) und Apostel Clément Haeck (Luxemburg), beide Mitglieder der Arbeitsgruppe Kontakte zu Konfessionen und Religionen, trugen das Kreuz unter anderem zusammen mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Vorsitzender der ACK-Deutschland) von der dritten zur vierten Station, dem Friedensplatz. In Sichtweite des Hessischen Landesmuseum machte die Prozession Halt am Denkmal zur Brandnacht des 11. Septembers 1944.
„Stärken der anderen Kirchen wahrnehmen“
Die Prozession endete in der evangelischen Stadtkirche. Hier rief Bischof Kohlgraf zum Abschluss dazu auf, das ökumenische Bemühen noch mehr zu verinnerlichen. Es gehe darum, „Stärken der anderen Kirchen und Gemeinschaften wahrzunehmen, sich bereichern zu lassen und voneinander zu lernen – ohne das Ziel der Einheit aus den Augen zu verlieren, um Christus in der Welt wirkungsvoll zu bezeugen.“
Unter den Prozessionszug mischten sich auch Gemeindemitglieder der ansässigen neuapostolischen Gemeinde (auch als Sänger oder Ordner aktiv unterstützend), Bezirksevangelist Jürgen Kramer (Bezirk Darmstadt) und Apostel i.R. Heinz Kreuzberger.
Kreuzweg seit 1968
Erstmals fand der Kreuzweg im demonstrationsreichen Jahr 1968 statt. Die ACK begründet im Vorwort der Veranstaltung die Initiative damit, dass die Christen damals ebenfalls auf die Straße gehen wollten, „um die heilsame und heilbringende Botschaft unseres gekreuzigten Herrn Jesus Christus auch außerhalb der Kirchenmauern einzubringen.“ Seit 1992 steht die Veranstaltung unter der Leitung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) Darmstadt, sie war aber schon von Beginn an ökumenisch.
Pfarrer Peter M. Kiehl (Selbständige Evangelisch-Lutheriche Kirche | SELK) und die Apostel Clément Haeck und Volker Kühnle (Neuapostolische Kirche | NAK) helfen das Kreuz tragen, v.l.n.r.
30. März 2018
Text:
Jessica Krämer,
Frank Schuldt
Fotos:
Marcel Felde,
Jessica Krämer
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