Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Koblenz. Der Zentralgottesdienst 2022 am 6. November fand am Entschlafenen-Sonntag statt. Daher war ein Schwerpunkt die Spendung der Sakramente für Verstorbene. Zuvor hatte der Bezirksapostel in der Predigt den langen Weg aufgezeigt, den einige Seelen zurücklegen müssten, bis sie die Güte und Gnade Gottes erkennen und erfahren können.
Grundlage für den Gottesdienst von Bezirksapostel Rainer Storck war das Bibelwort aus Nahum 1,7: „Der Herr ist gütig und eine Feste zur Zeit der Not und kennt, die auf ihn trauen.“ Nachdem er im ersten Teil der Predigt die Gemeinde ermahnt hatte, die erste Liebe nicht erkalten zu lassen, ging er im zweiten Teil auf das Bibelwort ein, das der Stammapostel den Aposteln für diesen Gottesdienst gegeben hatte.
Fürbitten um die Erkenntnis
Es gebe Menschen, führte der Bezirksapostel aus, die im Leben so viel Böses erlebt hätten, dass sie den Glauben an Gott und seine Existenz verloren haben. In diesem Zustand seien sie ins Jenseits gezogen und würden nun davon hören, dass Gott gut ist, den Menschen helfen und sie in die ewige Gemeinschaft mit ihm führen wolle. Es gelte jetzt, diese erste Erkenntnis anzunehmen. „Dann kann der Heilige Geist wirken, den Glauben an Gott und Jesus Christus wachsen lassen – bis zur Erkenntnis, dass man die Wiedergeburt aus Wasser und Geist erlebt haben muss, um in das Reich Gottes zu gelangen.“
Den Weg dorthin gelte es auf der Erde ebenso zu beschreiten wie in der jenseitigen Welt. „Wir wollen beten, dass sich Seelen auf den Weg machen und der Weg kann sehr lang sein“, ermunterte der Bezirksapostel.
Spendung der Sakramente für Verstorbene
Andere seien schon weiter, leitete der Bezirksapostel über zur Spendung der Sakramente im späteren Verlauf des Gottesdienstes: „Sie sind schon bereit, die Sakramente zu empfangen. Das mag sich im heutigen Gottesdienst wieder neu vollziehen.“
Im Anschluss an die Feier des Heiligen Abendmahls für die Gemeinde erlebten die Gottesdienstteilnehmer feierliche Momente, als Bezirksapostel Storck die Spendung der Sakramente für Entschlafene durchführte: die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung sowie das Heilige Abendmahl.
Stellvertretend für die Seelen im Jenseits empfingen die Bischöfe Rafael Mowsesian (Armenien) und Jürgen Kramer (für Koblenz zuständig) die Wasser- und Geistestaufe sowie Leib und Blut Jesu Christi.
Andacht zur Vorbereitung
Am Samstagabend hatten Musiker und Sänger aus der Gemeinde und dem Bezirk Wiesbaden eine musikalische Andacht unter dem Motto „Kommt her, ihr seid geladen“ gestaltet, die zum Sonntag hinführte. An dieser nahmen neben den Aposteln und Bischöfen aus dem europäischen Arbeitsbereich von Bezirksapostel Storck auch Gemeindemitglieder aus Koblenz teil.
Lange kirchliche Tradition
Weltweit spendeten der Stammapostel sowie die Bezirksapostel oder von ihnen beauftragte Apostel in den Gottesdiensten am Entschlafenen-Sonntag die drei in der Neuapostolischen Kirche bekannten Sakramente – stellvertretend für Verstorbene an zwei Amtsträgern.
Diese Glaubenspraxis beruht auf Hinweisen aus der Heiligen Schrift. Aussagen der Bibel über die Auferstehung und ein ewiges Leben gehören zu ihren zentralen Botschaften. Ebenfalls ist ein Leben nach dem Tod in der Bibel bezeugt. Der Jenseitsglaube neuapostolischer Christen basiert auf diesen biblischen Hinweisen und ist untrennbar verknüpft mit dem Glauben an die Auferstehung Jesu Christi.
Gottesdienste für Entschlafene feiern neuapostolische Christen jährlich dreimal. Sie finden weltweit in allen Gemeinden am ersten Sonntag im März, Juli und November statt. In den Ortsgemeinden wird in diesen Gottesdiensten der Entschlafenen in besonderer Weise gedacht. In persönlichen und gemeinsamen Gebeten wenden sich die Gottesdienstteilnehmer in Fürbitte an Gott und anempfehlen die Toten seiner gnädigen Allmacht.
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