Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Bonn. 24 Jahre lang war Hermann Magney als Apostel im Ruhrgebiet tätig. Am Sonntag, dem 28. April 2024 verstarb der 94-Jährige in Bonn. Er war der älteste lebende Apostel Westdeutschlands.
Bezirksapostel Rainer Storck, gerade auf Reisen in Angola, informierte am heutigen Montag die Apostel und Bischöfe sowie die Bezirksvorsteher und ihre Vertreter in Westdeutschland über den Heimgang von Apostel i.R. Hermann Magney. Der 94-Jährige verstarb am Sonntag, dem 28. April 2024 in Bonn. Er hinterlässt eine Tochter mit Familie.
Trauerfeier in Bonn
Die Trauerfeier findet am Montag, dem 13. Mai 2024 um 18 Uhr in der Gemeinde Bonn-Fontainengraben statt und wird von Bezirksapostel Storck durchgeführt. Wegen der begrenzten Sitzplätze können neben der Familie und Gemeinde nur geladene Gäste teilnehmen.
Die Trauerfeier wird in Westdeutschland als Übertragung allen IPTV-Nutzern angeboten sowie zusätzlich öffentlich per YouTube ausgestrahlt.
52 Jahre Amtsträger der Kirche
Hermann Magney wurde am 1. Juli 1929 in eine traditionsreiche neuapostolische Familie hineingeboren: Sein Großvater wirkte bereits als Apostel und später als Bezirksapostel. Er starb 1943 beim großen Luftangriff auf Dortmund.
Insgesamt war Hermann Magney in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen mehr als 24 Jahre im Apostelamt und insgesamt 52 Jahre als Amtsträger und Seelsorger tätig. Vom Unterdiakon bis zum Bischof empfing er von 1949 bis 1974 alle Ämter aus der Hand des Bezirksapostels und späteren Stammapostels Walter Schmidt. Stammapostel Ernst Streckeisen ordinierte ihn am 18. April 1976 in einem Gottesdienst in Alsdorf zum Apostel.
Beruflich war er nach seiner Ausbildung 29 Jahre als Industriekaufmann tätig, ehe er 1973 in den Kirchendienst trat. 1951 heiratete er seine Frau Elfriede.
Im Rheinland tätig
Zunächst war er im Auftrag von Bezirksapostel Emil Schiwy als einer von zwei Aposteln in Nordrhein-Westfalen für alle Gemeinden im Rheinland tätig (neben Apostel Hermann Engelauf, der Westfalen betreute) und prägte damit eine ganze Generation neuapostolischer Christen. Noch unter Bezirksapostel Schiwy wurden im Jahr 1979 Apostel Alfred Kusserow und Bischof Hans Zier von Stammapostel Urwyler eingesetzt und übernahmen die Verantwortung für die Bezirke im Rheinland und im Sauerland. Damit war Apostel Magney entlastet und war im Anschluss vor allem in den Bezirken im östlichen Ruhrgebiet tätig.
Mit der beginnenden Missionstätigkeit außerhalb Deutschlands war er zunächst in Portugal, dann auf den Kapverdischen Inseln und später auch im Norden Indiens zuständig.
Ruhesetzung im Jahr 2000
Als sein Ruhestand für den 9. Juli 2000 schon festgelegt war, ereilte ihn noch einmal ein Schicksalsschlag. Nach schwerer Krankheit wurde seine Frau am 3. Juli 2000 in die jenseitige Welt abberufen. Bei der Ruhesetzung sagte Stammapostel Richard Fehr im Gottesdienst in Herne-Wanne-Eickel: "Sein Wirken war stets von göttlicher Weisheit und großer Lebenserfahrung gekennzeichnet." Ebenso würdigte er seine Vorbildfunktion aufgrund des ruhigen, besonnenen und ausgeglichenen Wesens.
Trotz seines Ruhestands war Apostel Magney noch etliche Jahre in vielen Bereichen aktiv, unter anderem in der Seniorenarbeit. In den letzten Jahren lebte er in der Nähe seiner Familie in Bonn.
Vollendungsorientiert und ausgleichendes Wesen
„Apostel Magneys Wirken war immer vollendungsorientiert“, erinnert sich Bezirksapostel i.R. Armin Brinkmann (Leiter der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen von 2005 bis 2014), der über viele Jahre in der Kirchenverwaltung Tür an Tür mit ihm gearbeitet hatte. "Für ihn stand die Seelsorge immer an erster Stelle, die theologische Arbeit kam danach und dann die Verwaltungsarbeit."
Als Merkmale Hermann Magneys nennt Bezirksapostel Brinkmann dessen authentische Demut, seinen Glaubensgehorsam, das Aufschauen zum Stammapostel, sein offenes Herz und seine Fähigkeit, zuzuhören. „Er hatte für jeden immer ein offenes Ohr und begegnete seinen Mitmenschen ohne Vorurteile. Für mich war er Freund, großer Bruder und wie ein Vater.“
Musiker, Maler und Dichter
Hermann Magney war ein leidenschaftlicher Musiker und Orgelspieler. Zudem malte er gern und dichtete.
Von ihm stammt der Text des Gesangbuchlieds Nummer 55 „O du mein Herr und Heiland“, in dem es am Ende in der dritten Strophe heißt: „Nach dir mein Herz sich sehnet – nimm mich in Gnaden an.“
29. April 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Bildarchiv,
Frank Schuldt
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