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Marburg: Bezirksapostel ernennt
zwei neue stellvertretende Bezirksvorsteher

 

Marburg. Mit den Priestern Andreas Weber und Felix Frobel verstärkte Bezirksapostel Pöschel am Sonntag, dem 10. November 2024 die Bezirksleitung von Marburg. Sie wirken dort künftig als stellvertretende Bezirksvorsteher an der Seite von Bezirksältester Thorsten Junk.

Es war der erste Besuch von Bezirksapostel Stefan Pöschel im Kirchenbezirk Marburg: In der Gemeinde Marburg-Mitte feierte er einen Gottesdienst mit vielen Gläubigen aus Nordhessen.

Nach der Feier des Heiligen Abendmahls nahm er die bereits im September per Rundschreiben angekündigte Ernennung von zwei neuen Stellvertretern für die Bezirksleitung vor. Priester Felix Frobel aus der Gemeinde Stadtallendorf und Priester Andreas Weber aus der Gemeinde Marburg unterstützen bereits seit einigen Wochen die Arbeit im Bezirk und wurden nun noch offiziell dazu eingesetzt.

Der Ruf Gottes und sein Blick ins Herz

„Gott ruft euch in diesen Auftrag hinein, seid euch dessen ganz bewusst“, begann Bezirksapostel Pöschel die Ansprache vor der Handlung. Dieser rufe nicht nur in das Amt, sondern auch in einen Auftrag. „Was uns heute hier am Altar zusammenbringt ist also nicht ein Zufallsprinzip, eine Personalrochade oder der Blick auf das Personaldatenblatt, sondern es ist der Blick Gottes in eure Herzen.“

Für die künftigen Aufgaben wünschte der Bezirksapostel, dass die beiden bei aller zusätzlichen Arbeit mehr Freude mitnehmen könnten als dass sie es als Belastung empfinden. Es gelte, positiv und optimistisch auf Kirche, Bezirk und Kirche Jesu Christi zu schauen. „Wir brauchen grundoptimistische Mitstreiter, keine Weltuntergangs-Bestauner“, so der Bezirksapostel. Pessimist zu sein, sei einfach. Am Ende könne man immer darauf verweisen, dass man es habe kommen sehen. „Als Optimist muss man sich immer in die Kurve legen, etwas mehr tun. Aber ihr seid solche, die positiv nach vorn schauen.“

In der Gesellschaft würden viele skeptisch in die Zukunft blicken. „Wir wissen: Bei uns kann es nur besser werden, weil wir jeden Tag der Wiederkunft Jesu näherkommen.“

Die Arme stützen

Als Bild für die Arbeit gab er den beiden noch die Begebenheit aus dem zweiten Buch Mose mit, als Aaron und Hur Mose die Arme stützten. „Mose suchte das Beste für sein Volk, wie euer Bezirksvorsteher, der das Beste sucht für die Anvertrauten“, führte der Bezirksapostel aus. Ihm gelte es, sprichwörtlich die Arme zu stützen, das werde sich zum Segen für die Gemeinden auswirken. „Ich wünsche euch dafür viel Kraft.“

Bezirksapostel Pöschel ermunterte die beiden, sich ihre positive, optimistische und glaubenssichere Ausstrahlung zu bewahren.

Priester Felix Frobel

Felix Frobel dient seit fast 17 Jahren als Priester in der Neuapostolischen Kirche. Seinen ersten Amtsauftrag als Unterdiakon empfing er 1997. Viele Jahre war er im Bezirk Marburg Jugendbeauftragter. Seit 2014 leitet er die Gemeinde Stadtallendorf im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf, 18 Kilometer östlich von Marburg. Die neue Aufgabe im Bezirk übernimmt er zusätzlich zu seiner Vorsteherbeauftragung.

Priester Andreas Weber

Andreas Weber (44) wurde 2001 zum Diakon für die Gemeinde Lahntal ordiniert. Dort empfing er 2018 das Priesteramt. Seit Mai 2023 gehört er zur Gemeinde Marburg-Mitte. Er ist verheiratet und hat eine Tochter.

Jederzeit bereit sein

Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort aus Matthäus 24,40.41: „Dann werden zwei auf dem Felde sein; der eine wird angenommen, der andere wird preisgegeben. Zwei Frauen ­werden mahlen mit der Mühle; die eine wird angenommen, die andere wird preisgegeben.“

„Bereite dich vor auf die Wiederkunft deines Herrn und stärke deinen Glauben“, so der zentrale Aufruf von Bezirksapostel Stefan Pöschel in der Predigt. Im Bibelwort gehe es um Alltagssituationen. Dieses Bild habe Christus verwendet, um aufzuzeigen, dass er mitten in den Alltag der Menschen wiederkommen werde. „Es geht also darum, jederzeit bereit zu sein.“

Verschiedene Phasen der Kirche Christi

Das Bild in den Endzeitreden Jesu könne auch für die verschiedenen Phasen stehen, in denen sich Kirche befinden kann. In einem Teil wird gesät und geerntet, Teile der Kirche wachsen. Das erlebe man derzeit beispielsweise in afrikanischen Regionen. In Europa lebe man gerade stärker von dem, was früher geerntet wurde, wie das Bild von den Frauen die mit der Mühle mahlen.

Dann gebe es im Lukasevangelium eine Variante des Gleichnisses, in dem zwei Personen auf einem Bett liegen. „Es gibt auch Orte, wo die Kirche ‚ruht‘“, so der Bezirksapostel. Gründe seien vielleicht, weil die Religionsausübung von den Behörden verboten ist, weil die politische Situation instabil ist oder wegen des Mangels an Geistlichen. „So ist das derzeit beispielsweise im Irak, Iran oder in Afghanistan“, nannte der Bezirksapostel Beispiele aus seinem Arbeitsbereich.

Aus diesen Bildern könne man ableiten, dass egal an welchem Punkt sich die Kirche gerade vor Ort befinde, es immer Treue geben kann. „Die aktuelle Situation hindert weder Christus daran, wiederzukommen, noch die Gläubigen daran, sich vorzubereiten“, so der Bezirksapostel abschließend. Jeder habe die Wahl, sich für Christus zu entscheiden.

15. November 2024
Text: Frank Schuldt
Fotos: Frank Schuldt

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