Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Guinea-Bissau. Mit einem Festgottesdienst und einer symbolischen Schlüsselübergabe eröffnete Apostel Diniz am 27. September 2025 das neue Jugendzentrum im Norden von Guinea-Bissau. Mehr als 460 Jugendliche hatten sich zu diesem besonderen Anlass versammelt. Inzwischen wurden auch weitere Restarbeiten abgeschlossen.
Mit dem Jugendzentrum in der Grenzstadt São Domingos, etwa 125 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bissau, wurde ein Projekt abgeschlossen, das über mehrere Jahre geplant und vorbereitet worden war. Die Einweihung des Zentrums fand im Rahmen eines Gottesdienstes statt, zu dem 464 Jugendliche sowie die Bezirksämter aus dem Arbeitsbereich von Apostel Jorge Gomes eingeladen waren.
Für die Eröffnung des Jugendzentrums hatte Apostel Dimitrios Diniz (Portugal) das Bibelwort aus 2. Chronik 7,15–16 ausgewählt: „So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte. So habe ich nun dies Haus erwählt und geheiligt, dass mein Name dort sein soll ewiglich, und meine Augen und mein Herz sollen dort sein allezeit.“
Ort bewusster Gemeinschaft
Die Wahl des Bibelworts stand im direkten Bezug zum Zweck des neuen Gebäudes. „Die Jugendlichen sollen sich bewusst sein, dass Gottes Augen, Ohren und Herz an diesem Ort gegenwärtig sein werden“, sagte Apostel Diniz.
Neben den spirituellen Angeboten werde das Zentrum auch für Bildungs- und Fortbildungszwecke genutzt, unter anderem zur Schulung in digitalen Kompetenzen. Ziel ist es, jungen Menschen neue Perspektiven zu eröffnen – im Glauben wie im Beruf.
Impuls zur Vertiefung des Glaubens
Für den anschließenden Gottesdienst verwendete Apostel Diniz das Bibelwort aus Lukas 5,4–5: „Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort hin will ich die Netze auswerfen.“
In der Predigt betonte der Apostel die Notwendigkeit, die persönliche Beziehung zu Gott zu vertiefen: „Nicht nur am Rand des Strandes bleiben, sondern ins tiefe Meer hinausgehen – auch wenn es dem eigenen Wissen widerspricht.“ Die drei Apostel aus Guinea-Bissau Amilo N`Dam, Sanha N’Dami und Jorge Gomes ergänzten den Gottesdienst mit weiteren Predigtbeiträgen.
Nach dem offiziellen Teil fanden traditionelle Tänze und ein gemeinsamer Imbiss statt, der Raum für persönliche Begegnung bot.
Zentrum als Ort der Bildung und Infrastruktur
Das neue Jugendzentrum war durch die Regenzeit noch nicht vollständig fertiggestellt. Die Fassade musste noch gestrichen und die Dachisolierung abgeschlossen werden. Bereits fertiggestellt war der Bau der Umfassungsmauer. Beim Besuch des Apostels wurde eine Satelliten-Antenne installiert und von einem Techniker eingerichtet, sodass eine stabile Internetverbindung bereitsteht.
Für den Schulungsbereich wurden drei Desktop-Computer, ein Drucker, zwei große Tische und fünf Stühle angeschafft. Die Stromversorgung erfolgt über Solarpaneele. In der Zwischenzeit wurden auch die vorgesehenen 80 Stühle mit integrierten Klapptischen geliefert sowie ein Beamer und eine Leinwand installiert, um auch Seminare und besondere Veranstaltungen im größeren Kreis anbieten zu können.
Im Außenbereich gibt es einen großen Sportplatz. In einem Nebengebäude sind notwendige Sanitäreinrichtungen (insgesamt acht Duschen und acht Toiletten) vorhanden.
Dank an Unterstützer
Das Jugendzentrum auf dem rund 4.000 Quadratmeter großen Gelände bei São Domingos wurde mithilfe von Spenden aus Westdeutschland über das Projekt #jugendbewegt und Mitteln der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland für humanitäre Hilfe finanziert.
Apostel Diniz bedankte sich ausdrücklich für das Engagement und die finanzielle Hilfe bei den neuapostolischen Christen aus Deutschland, die das Projekt erst ermöglicht habe.
Rückblick: Einweihung mit Verzögerung
Im September 2024 hatte Bezirksapostel Stefan Pöschel, Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, erstmals das im Bau befindliche Jugendzentrum besucht.
Im März 2025 besuchte der Bezirksapostel erneut die Baustelle. Der Rohbau war zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt, wurde jedoch bereits für das Jugendwochenende genutzt. Verzögerungen bei den Arbeiten ergaben sich durch Probleme mit der Vermessung sowie durch logistische Schwierigkeiten. Die ursprünglich für Februar geplante Eröffnung musste auf den Herbst verschoben werden.
14. November 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Tim Schaefer-Rolffs
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