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Neue Impulse 
für die Gemeinde der Zukunft 

 

Westdeutschland. Wie kann die christliche Gemeinde in einer sich wandelnden Gesellschaft lebendig bleiben? Mit dieser Leitfrage beschäftigen sich derzeit die leitenden Geistlichen in der Gebietskirche Westdeutschland. Ein Grundlagendokument liefert dazu Analyse, Definitionen und erste Empfehlungen. Es steht nun zum Download zur Verfügung.

Im September 2025 wandte sich Bezirksapostel Stefan Pöschel in einem Informationsabend an die Geistlichen und Beauftragten in Westdeutschland. Er stellte dabei das Konzeptpapier und die Überlegungen zur „Gemeinde der Zukunft“ vor, eine theologische und organisatorische Grundsatzklärung. Im Anschluss wurde das Dokument den Teilnehmern über die kircheninterne Informationsplattform ELIAS zur Verfügung gestellt.

Das Papier beantwortet die Frage, was eine Gemeinde im geistlichen Sinn ausmacht und nach welchen Maßstäben sie unter heutigen Bedingungen künftig entwickelt, erhalten oder verändert werden soll. Erarbeitet wurden die Inhalte von einer Projektgruppe auf europäischer Ebene, die der Stammapostel beauftragt hatte. 

Workshops mit Umsetzungsideen 

Nach dem Informationsabend fanden seit Jahresbeginn in den Apostelbereichen Workshops für die leitenden Geistlichen statt, also die Bezirks- und Gemeindevorsteher sowie deren Vertreter. Dort bestand die Möglichkeit, gemeinsam konkrete Ideen zur Umsetzung der „Gemeinde der Zukunft“ zu entwickeln und Wünsche an die Kirchenleitung zu formulieren. 

Dabei wurden vier Teilbereiche der Gemeindeentwicklung festgelegt: Mission, Gottesdienst, Seelsorge und Gemeindeleben. Die Ergebnisse werden derzeit von der Kirchenleitung ausgewertet. 

In einem weiteren Schritt soll das Papier nun alle Gemeindemitglieder erreichen, damit vor Ort weitere Ideen entwickelt werden können. Daher haben die Apostel beschlossen, das Papier „Betrachtungen zur neuapostolischen Gemeinde der Zukunft“ allen zum Download zur Verfügung zu stellen. 

Betrachtungen zur Gemeinde der Zukunft 

Das Papier beschreibt Gemeinde zunächst nicht vor allem als Standort oder organisatorische Einheit, sondern als geistlichen Lebensraum. Gemeinde ist demnach der Ort, an dem Wortverkündigung, Sakramente, Seelsorge und Gemeinschaft konkret erfahrbar werden und christliches Leben Gestalt gewinnt. „Entscheidend ist das geistliche Erleben und das von Liebe geprägte Miteinander“, formulierte Bezirksapostel Stefan Pöschel beim Informationsabend. 

Zugleich nimmt das Dokument die gesellschaftlichen Veränderungen in den Blick, die das Gemeindeleben zunehmend beeinflussen. Genannt werden unter anderem ein verändertes religiöses Bewusstsein, demografische Verschiebungen, verändertes Freizeitverhalten und die Digitalisierung. Diese Entwicklungen hätten in vielen Bereichen zu einem Rückgang von Bindung, Engagement und Gottesdienstbesuchen geführt. Auch mit Blick auf Gemeindezusammenlegungen sprach Bezirksapostel Pöschel nüchtern von Erfahrungen, bei denen trotz großer Mühe aktive Gemeindemitglieder verloren gegangen seien. 

Was bedeutet das für die Gemeinde? 

Daraus leitet das Papier Folgerungen für die Praxis ab. Nicht jede bisherige Form von Gemeinde werde demnach dauerhaft unverändert bestehen können. Entscheidend sei nicht in erster Linie die Größe eines Standorts, sondern die Frage, ob eine Gemeinde ihren geistlichen Kernauftrag erfüllen kann. 

Die Arbeitsgruppe formulierte deshalb Kriterien dafür, unter welchen Voraussetzungen Gemeinden erhalten, weiterentwickelt, neu gegründet oder auch aufgegeben werden können. Zugleich wird deutlich: Äußere Merkmale wie Gebäudegröße oder Ausstattung sind nachrangig gegenüber Gottesdienst, Sakrament und Seelsorge. 

Ein weiterer wichtiger Gedanke betrifft die Unterscheidung von Gemeinde und Immobilie. Der Bestand einer Gemeinde ist nach diesem Verständnis nicht automatisch an ein bestimmtes Kirchengebäude gebunden. „Selbst wenn wir einmal eine Immobilie verlassen müssen, weil sie zu groß und baufällig ist oder die Kosten für die Instandhaltung aus dem Ruder laufen, bedeutet das nicht, dass wir die Gemeinde aufgeben“, sagte der Bezirksapostel. Damit rückt die Frage in den Vordergrund, wie geistliches Leben vor Ort auch unter veränderten räumlichen Bedingungen erhalten werden kann. 

Vor Ort Perspektiven entwickeln 

Zugleich betont das Dokument, dass solche Fragen nicht allein als Verwaltungsaufgabe verstanden werden dürfen. Gemeinden sollen nicht einfach nach vorgegebenen Strukturen umgebaut werden. Vielmehr will die Kirchenleitung die Gläubigen vor Ort ermutigen, gemeinsam tragfähige Perspektiven zu entwickeln. 

Bezirksapostel Pöschel formulierte dazu: „Wir als Apostel wollen keine Strukturen vorgeben, sondern ermutigen euch, gemeinsam mit uns darüber nachzudenken, wie wir mit Mut und Zuversicht nach vorn gehen können.“ 

Wichtig ist zudem: Die Arbeitsgruppe hat das Papier nicht als fertigen Maßnahmenplan entwickelt. Es bildet nach dem Beschluss der europäischen Bezirksapostel vielmehr eine gemeinsame Grundlage, die Orientierung geben soll, ohne konkrete Einzellösungen vorzugeben. 

„Der Prozess für die Gemeinden der Zukunft hat gerade erst begonnen“, so Bezirksapostel Pöschel. Mit der breiten Veröffentlichung des Papiers sollen nun auch in den Gemeinden vor Ort weitere Gespräche und eine Entwicklung von Ideen angestoßen werden. 

20. April 2026
Text: Frank Schuldt

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  • Betrachtungen zur Gemeinde der Zukunft - Auszug zur Publikation
 

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