Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Portugal/Azoren. Bezirksapostel Pöschel leitete am 24. und 25. Oktober 2026 Gottesdienste in Horta auf der Insel Faial und in Ponta Delgada auf São Miguel. Für ihn und Bischof N’Dami war es der erste Besuch auf der portugiesischen Inselgruppe.
Die Gemeindemitglieder hatten den Besuch von Stefan Pöschel, dem Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, Apostel Dimitrios Diniz und Bischof Braima N’Dami mit großer Freude vorbereitet. Die Azoren gehören als autonome Region zu Portugal. Ihre neun bewohnten Inseln vulkanischen Ursprungs liegen rund 1.400 Kilometer westlich des Festlands.
Die drei neuapostolischen Gemeinden auf den Azoren – in Horta auf Faial, in Ponta Delgada auf São Miguel und auf der Insel Terceira – beschreibt Apostel Diniz als klein, aber stabil. In Horta sind ein Vorsteher und ein weiterer Priester tätig. Hirte Nelson Faria betreut die Gemeinde in Ponta Delgada und alle zwei Wochen auch die Gemeindemitglieder auf Terceira.
Nachdem in Portugal ab 1981 die ersten Gemeinden entstanden waren, dehnte die damalige Gebietskirche Nordrhein-Westfalen ihre Missionsarbeit auch auf die Azoren und Madeira aus. Heute zählt die Kirche in Portugal 22 Gemeinden mit 5.603 Mitgliedern.
Inselrundfahrt auf Faial
Am Samstagmorgen landete die Reisegruppe in Horta. Kurz darauf erkundete sie mit einem Reiseführer die Insel. Zu den Stationen gehörte die Caldeira von Faial, ein Vulkankrater mit üppiger Vegetation.
Ganz anders wirkt die Umgebung des Vulkans Capelinhos: Die karge Landschaft entstand bei einem Ausbruch in den Jahren 1957 und 1958, der auch den historischen Leuchtturm von Capelinhos teilweise verschüttete. Von mehreren Aussichtspunkten ging der Blick über die Insel und den Atlantik. Am Abend leitete der Bezirksapostel den Gottesdienst in der Kirche in Horta.
Gottesdienst in Horta
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Johannes 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Der Bezirksapostel stellte heraus, dass nicht der Mensch den ersten Schritt zu Gott mache. Gott wende sich aus Liebe den Menschen zu. Mit der „Welt“ seien alle gemeint, auch diejenigen, die sich von ihm abgewandt hätten. Wer Jesus Christus im Glauben annehme und ihm nachfolge, empfange ewiges Leben. Ein weiterer Predigtbeitrag kam von Bischof N’Dami.
Der Abend klang bei einem gemeinsamen Essen auf dem Kirchengelände aus, in herzlicher Runde mit den Gemeindemitgliedern und ihrem Vorsteher, Priester Orlando Santos.
Weiterflug nach São Miguel
Am Sonntagmittag ging es per Flugzeug weiter nach São Miguel, der größten Insel der Azoren. Vor dem Gottesdienst zeigte Hirte Faria den Besuchern die Zwillingsseen Lagoa Azul und Lagoa Verde: zwei Kraterseen, einer blau, einer grün, die eine schmale Brücke voneinander trennt. Um 17 Uhr begann der Gottesdienst in der Kirche in Ponta Delgada.
Der Bezirksapostel legte der Predigt das Bibelwort aus Johannes 6,66–69 zugrunde: „Von da an wandten sich viele seiner Jünger ab und gingen hinfort nicht mehr mit ihm. Da sprach Jesus zu den Zwölfen: Wollt ihr auch weggehen? Da antwortete ihm Simon Petrus: Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens; und wir haben geglaubt und erkannt: Du bist der Heilige Gottes.“
„Wollt ihr auch weggehen?“
Jesus habe niemanden festgehalten, als viele ihn verließen, sagte der Bezirksapostel. Er habe sie freigelassen und sei an ihnen interessiert geblieben. Auch heute wendeten sich viele ab, etwa aus Enttäuschung, nach einer Verletzung oder wegen eines zu harten Wortes.
Die Frage Jesu an die Zwölf sei offen und ohne Druck gestellt, verlange aber eine Entscheidung. Wie Petrus könne man erkennen, dass es zu Jesus keine Alternative gebe. Auch in Ponta Delgada ergänzte Bischof N’Dami die Predigt mit einem eigenen Beitrag.
Am Gottesdienst in Horta nahmen 28 Gläubige teil, darunter zwölf Gäste. In Ponta Delgada waren es 29 Gläubige, unter ihnen vier Gäste. Noch am Sonntagabend traten Bezirksapostel, Apostel und Bischof die Rückreise an.
2. November 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Dimitrios Diniz
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