Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Düsseldorf. 70 Christen pilgerten auf Einladung der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Düsseldorf am 23. September 2017 miteinander von Kirche zu Kirche fünf verschiedener Konfessionen. Bei der Apostolischen Gemeinschaft in der Cantadorstraße wurde an die Versöhnungsfeier mit der Neuapostolischen Kirche erinnert, die vor knapp drei Jahren dort standfand
Der Pilgerweg stand unter der Überschrift „Versöhnt miteinander“ und erzählte an jeder Station in Form einer 20 bis 30-minütigen Andacht Geschichten gelungener Versöhnung. Der Pilgerweg begann um 11 Uhr in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde. Anschließend bewegte sich der Pilgerzug zu Fuß zur evangelischen Johanneskirche, danach zu St. Mariä Empfängnis und anschließend zur Kirche der Apostolischen Gemeinschaft in der Cantadorstraße. Von dort aus brachten zwei Busse die Pilger zur letzten Station in die griechisch-orthodoxe Kirchengemeinde Hl. Apostel Andreas im Stadtteil Hassels.
Rückblick auf die Versöhnungsfeier
Für die mitpilgernden Christen der Apostolischen Gemeinde und der Neuapostolischen Kirche hatte der Pilgerweg einen besonderen Höhepunkt. Beide Kirchen nutzten die Veranstaltung der ACK, um ihrer eigenen Versöhnungsfeier zu gedenken, die vor knapp drei Jahren am 29. November 2014 an selber Stelle in der Cantadorstraße standfand (wir berichteten). Die Andacht in der Apostolischen Gemeinde wurde von Mitgliedern beider Kirchen gemeinsam durchgeführt.
Volker Wissen, Gemeindemitglied der Apostolischen Gemeinde Düsseldorf-Mitte und Vorstand im Netzwerk Apostolische Geschichte, ging in einem Vortrag auf die geschichtlichen Hintergründe beider Kirchen ein. Ein kurzer Rückblick auf die Versöhnungsfeier von 2014 rundete seine Einleitung ab. Volker Wissen hob dabei noch einmal hervor, wie wichtig der Zeitpunkt der Versöhnungsfeier vor knapp drei Jahren war. Denn in der Zwischenzeit seien einige Zeitzeugen der Trennung in den 1950er-Jahren auf Seiten der Apostolischen Gemeinschaft verstorben.
Versöhnung muss gelebt werden
Siegfried Tiefenbach stellte seine anschließende Kurzandacht unter einen Vers aus dem 133. Psalm: „Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen!“ Überzeugend trat er dafür ein, dass Versöhnung nicht von der Kirchenleitung verordnet werden könne, sondern von den Glaubensgeschwistern gelebt werden müsse. Dies könne nur durch die verbindende Liebe des gemeinsamen Herrn Jesus Christus geschehen.
Abschließend trug Harald Schmidt, Diakon in der Neuapostolischen Gemeinde Düsseldorf-Derendorf und Mitorganisator des Pilgerwegs, grundlegende Gedanken zur Versöhnung vor. Dabei betonte er, dass Versöhnung in erster Linie durch gegenseitiges Verstehen erreicht werden könne. Verstehen habe dabei weniger mit Verstand, sondern viel mit dem Herzen zu tun. Der gemeinsamen Tradition beider Kirchen folgend schlossen Siegfried Tiefenbach und Harald Schmidt die Andacht mit Gebet und Segen und dem gesungenen dreifachen Amen.
Vierte Station: Die Kirche der Apostolischen Gemeinschaft in der Cantadorstraße
11. Oktober 2017
Text:
Harald Schmidt,
Volker Wissen
Fotos:
Louis-René Pieper
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