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Die Kathedrale des Heiligen Gregor des Erleuchters in der armenischen Hauptstadt Jerewan

Fürbitten für Menschen
in Bergkarabach

 

Armenien. Seit mehr als einer Woche eskaliert der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die Region Bergkarabach im Südkaukasus. Bischof Rafael Mowsesian (Armenien) berichtet, dass die Menschen in Armenien große Sorgen haben. Mitglieder der neuapostolischen Gemeinden sind zum Militär einberufen worden.

Bergkarabach ist eine mehrheitlich von Armeniern bewohnte Region im Südosten des Kleinen Kaukasus, welche zwischen Armenien und Aserbaidschan umstritten ist. Nach dem Zerfall der Sowjetunion 1991 hatte sich hier ein militärischer Konflikt entzündet, der zuletzt 1994 offen ausbrach. Seitdem gab es immer wieder kleinere Auseinandersetzungen, doch nun fürchten die EU und die Vereinten Nationen eine Eskalation in der Region, in der rund 150.000 Menschen leben.

Mobilmachung in Armenien

Rafael Mowsesian, der seit 2001 als Bischof die neuapostolischen Gläubigen in Armenien betreut, berichtet von Opfern unter der Zivilbevölkerung. Zum ersten Mal seit 1994 würden auf beiden Seiten wieder in größerem Umfang Artillerie, Infanterie, Flugzeuge und Drohnen eingesetzt. Beide Länder haben das Kriegsrecht verhängt. Armenien hat zudem eine allgemeine Mobilmachung für Männer bis 55 Jahren angeordnet. Davon betroffen sind auch Mitglieder der neuapostolischen Gemeinden im Land.

In den Regionen Armeniens, wo neuapostolische Gemeinden liegen, ist die Situation derzeit noch ruhig. „Wir können planmäßig mit unseren Gemeindemitgliedern Gottesdienste feiern“, berichtet der Bischof. Gleichzeitig bittet er seine Glaubensgeschwister um Fürbitten: „Im Namen der armenischen Gläubigen danke ich sehr für alle Gebete.“

Wenig Informationen aus Aserbaidschan

Aus Aserbaidschan gibt es wenig Informationen, da das Internet nur beschränkt funktioniert. In der Hauptstadt Baku sind die Mitglieder der örtlichen Gemeinde jedoch weit vom Geschehen entfernt.
Die zweitgrößte Stadt Gäncä wurde von Granaten getroffen. „Da wissen wir noch nicht, ob auch unsere Kirchenmitglieder betroffen sind“, berichtet der für Aserbaidschan zuständige Bezirksvorsteher.

Fürbitten für die Menschen

Auch Bezirksapostel Rainer Storck zeigt sich beunruhigt von der Eskalation des Konflikts. „Wir denken an euch und hoffen, dass es bald eine politische Lösung gibt“, schrieb er an die Gläubigen in beiden Ländern und sicherte den Kirchenmitgliedern seine Gebete zu.

Gemeinden in beiden Ländern

In Armenien gibt es seit 1991 neuapostolische Gemeinden, die von Westdeutschland aus betreut werden. Die 674 Mitglieder in den heute neun Gemeinden werden von Apostel Jens Lindemann und 21 Seelsorgern betreut. Gleichzeitig betreut die Gebietskirche Westdeutschland auch Aserbaidschan mit 468 Mitgliedern. Hier ist Apostel Wolfgang Schug zuständig.

Die Kathedrale des Heiligen Gregor des Erleuchters in der armenischen Hauptstadt Jerewan

6. Oktober 2020
Text: Frank Schuldt
Fotos: Bildarchiv

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