Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland. In der westlichsten deutschen Großstadt Aachen baut die Neuapostolische Kirche ab 2025 ein neues Kirchengebäude. Am Standort der bisherigen Kirche Aachen-Mitte wird bis 2027 ein neues, zeitgemäßes Gotteshaus entstehen. Es soll dann gemeinsame Heimat für jetzt noch zwei Gemeinden im Stadtbereich Aachen werden.
Seit über 70 Jahren feiern neuapostolische Christen in der Eifelstraße 30 in Aachen Gottesdienste. Am Standort der Gemeinde Aachen-Mitte beginnen nun in Kürze Arbeiten für ein neues Gotteshaus. Das Ziel: eine Stadtgemeinde für Aachen an einem zentralen und möglichst gut erreichbaren Standort.
Abwägung: Neubau oder Bestandssanierung
Vorausgegangen war ein längerer Prozess zur Entscheidungsfindung: Viele Jahre suchte die Kirche in Aachen einen Standort für eine zentrale Gemeinde. Mangels zur Verfügung stehender neuer Grundstücke entschied sich die Kirchenleitung schließlich, am Standort der Neuapostolischen Kirche Aachen-Mitte in der Eifelstraße 30 festzuhalten. Das dortige Gotteshaus wies jedoch Feuchtigkeitsschäden auf. Zudem stand eine Dachsanierung an und auch die sanitären Anlagen entsprachen nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Insbesondere bestand keine Barrierefreiheit.
2017 wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie eine Sanierung, Instandsetzung und Optimierung der Räumlichkeiten, des Brandschutzes und der Barrierefreiheit im Bestandsgebäude geprüft und einem Neubau gegenübergestellt. Im Ergebnis entschied sich die Kirchenleitung schließlich vor wenigen Jahren für einen Neubau mit Tiefgarage auf dem gleichen Grundstück. Ein wichtiger Aspekt für die Entscheidung zum Neubau war eine Verbesserung der Stellplatzsituation.
Der Neubau beendet einen seit zehn Jahren laufenden umfangreichen Umstrukturierungsprozess in der Stadt. Aus früher fünf Gemeinden (Aachen-Mitte, Aachen-Süd, Aachen-West, Aachen-Eilendorf und Würselen) sind inzwischen zwei geworden. Die Mitglieder der beiden aktuell noch bestehenden Gemeinden Mitte und Süd werden künftig gemeinsam in der Eifelstraße die Gottesdienste besuchen.
Modernes Kirchengebäude
Ihnen steht ab Ende 2026 ein neues Kirchengebäude zur Verfügung, das die Ansprüche an ein modernes Gemeindehaus erfüllt: Der Kirchensaal bietet inklusive Empore und Eltern-Kind-Raum bis zu 244 Besuchern Platz. Dazu gibt es verschiedene Nebenräume für Unterrichte, Seminare oder weitere Veranstaltungen. Diese können teils dem Saal zugeschaltet werden, sodass die Sitzplatzkapazität auf 314 steigt.
Die Kirche achtet beim Bau auf Nachhaltigkeit: Das Gebäude soll mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe beheizt werden. Zudem wird eine Pfeifenorgel aus dem Bestand eingebaut. Diese stammt aus der ehemaligen Kirche Iserlohn-Mitte.
Drei Geschosse
Das Gebäude ist dreigeschossig: Im Erdgeschoss sind der Kirchensaal und Mehrzweckbereiche über ein großzügiges Foyer ebenerdig von der Straße aus erreichbar. Im Obergeschoss finden sich die Sakristei, die Empore, der Eltern-Kind-Raum sowie die Pfeifenorgel.
im Untergeschoss befinden sich eine Tiefgarage mit 15 Stellplätzen, Abstellflächen sowie die Haustechnik. Weitere 14 Kfz-Stellplätze finden sich im Außenbereich. Insgesamt investiert die Kirche rund 4,4 Millionen Euro in das neue Gotteshaus.
Vorbereitende Arbeiten gestartet
Die Arbeiten auf dem Grundstück in der Eifelstraße haben bereits begonnen. Nach der Profanierung des Gotteshauses am 12. Mai 2024 begannen die vorbereitenden Arbeiten für einen Abriss: Das Inventar wurde ausgeräumt, das Gebäude entkernt, wiederverwertbare Materialien gesichert. Im November fand schließlich der Abriss statt, mit dem Neubau soll Anfang 2025 begonnen werden.
Eine besondere Herausforderung ist aufgrund des tiefliegenden Grundstücks und der angrenzenden Bebauung die nötige Abstützung und der Verbau der Nachbargrenzen. Auch wurde eine Teilsperrung der öffentlichen Verkehrsfläche vor dem Grundstück für die Einrichtung der Baustelle und die komplette Bauzeit notwendig.
Ausweichquartier für Gemeinde
Die Gemeinde Aachen-Mitte feiert derzeit die Sonntagsgottesdienste in der katholischen Kirche St. Bonifatius in der Mataréstraße in Aachen. Mittwochs finden die Gottesdienste mit den Gläubigen der Nachbargemeinde Aachen-Süd am Standort der Gemeinde Aachen-Süd in der Sittarder Straße im Stadtteil Driescher Hof statt.
In St. Bonifatius findet derzeit gelebte Ökumene statt: Neben der dort ansässigen katholischen Kirchengemeinde feiert hier auch die koptische-orthodoxe Gemeinde ihre Gottesdienste. „Das Miteinander der verschiedenen Gemeinden ist absolut harmonisch und freundschaftlich“, berichtet Bezirksevangelist Karl Au, Vorsteher der beiden Aachener Gemeinden. So wurde vor wenigen Wochen dort das Programm zur Nacht der offenen Kirchen gemeinsam mit der katholischen und koptischen Gemeinde geplant und gestaltet.
27. November 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Neuapostolische Kirche Westdeutschland
Medien:
Tobias Pütz
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