Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Darmstadt. Etwas über zwei Jahre nach dem Baubeginn können die ersten Mieter einziehen: Am 24. Oktober 2024 feierte die Neuapostolische Kirche die Fertigstellung eines Wohngebäudes in Darmstadt. Nahe der Innenstadt tragen die 24 Wohnungen dazu bei, die angespannte Wohnsituation in dem Viertel zu entlasten.
Die Neuapostolische Kirche schafft Wohnraum in der Innenstadt von Darmstadt: In einer Baulücke am Standort der früheren Kirchengemeinde in der Adelungstraße 18 entstand innerhalb von etwas mehr als zwei Jahren ein großes Wohnhaus. Das Gebäude bringt durch bepflanzte Dachterrassen auch mehr Grün in das „Mollerstadt“ genannte Viertel.
Wohnungen waren schnell vermietet
Das Wohngebäude umfasst 24 Wohnungen (Zwei- bis Vier-Zimmer-Appartements von 45 bis 105 Quadratmeter Größe) auf insgesamt fünf Etagen, die bereits alle vermietet sind und im November 2024 offiziell bezogen werden.
Im Erdgeschoss hat sich im Ladenlokal mit etwa 100 Quadratmetern ein Pilates-Studio eingemietet. Insgesamt kommt das Gebäude auf 1.618 Quadratmeter Fläche.
Neun Millionen Euro investiert
Bei der Feier der Fertigstellung äußerte sich Bezirksapostel i.R. Rainer Storck dankbar dafür, dass während der Bauphase niemand verletzt wurde. Er hatte als Kirchenpräsident gemeinsame mit dem Landesvorstand grünes Licht für das Projekt der Vermögenssteuerungsabteilung der Kirche gegeben und damit auch den Weg zur Investition von neun Millionen Euro aus den Rücklagen der Kirche freigemacht.
Daher war der ehemalige Kirchenpräsident zur Eröffnung eingeladen, genau wie Bezirksapostel i.R. Bernd Koberstein, der als Leiter der Neuapostolischen Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz-Saarland schon die ersten Überlegungen zur künftigen Nutzung des Grundstücks begleitet hatte. Bezirksapostel Stefan Pöschel konnte aufgrund einer Pastoralreise nach Südamerika nicht dabei sein. Apostel Gerd Kisselbach, zuständig für den Kirchenbezirk Darmstadt, vertrat den Landesvorstand.
Ehemaliger Kirchenstandort
Auf dem Grundstück stand bis vor wenigen Jahren das Kirchengebäude der Gemeinde Darmstadt-Mitte. Diese wurde 2017 profaniert. Seitdem versammeln sich die Gläubigen aus Darmstadt in der Büdinger Str. 15 nördlich der Innenstadt, weniger als zwei Kilometer Luftlinie vom früheren Standort entfernt.
In der Folge wurden verschiedene Optionen zur künftigen Nutzung des alten Standorts geprüft, ehe der Landesvorstand 2020 die Umsetzung eines eigenen Bauprojekts beschloss. Die Einnahmen aus den vermieteten Flächen werden künftig dazu beitragen, die kirchliche Tätigkeit trotz insgesamt sinkender Opfereinnahmen zu finanzieren.
Frieden und eine schöne Gemeinschaft
Dem neuen Haus wünschte Bezirksapostel Storck eine schöne Hausgemeinschaft, in der Frieden zwischen den Mietern herrsche, sodass man sich nicht nur über die schönen Wohnungen, sondern auch über das angenehme Miteinander erfreuen könne. Für den Frieden, nicht nur im Haus, sondern auch in der Welt, bat er Gott auch im anschließenden Gebet und dankte zudem für den unfallfreien Bauverlauf.
Stephan Wolf, Leiter der Abteilung Vermögenssteuerung in der Kirchenverwaltung, erinnerte in seiner Rede an die Bauphase und dankte den Vertretern der beteiligten Firmen sowie den Mitarbeitern der Kirchenverwaltung für ihren Einsatz.
Begrünte Dachterrassen und Biogas
Beim Bau legte die Kirche Wert auf Nachhaltigkeit. So werden die Dachterrassen noch begrünt. Das Regenwasser versickert auf dem Grundstück über einen unterirdischen Pufferspeicher im Boden und kommt so dem örtlichen Grundwasser und damit auch der örtlichen Natur zugute. Die Energieversorgung übernimmt ein Blockkraftwerk im Keller, das mit Biogas betrieben wird. Es produziert Wärme und Strom.
In der Tiefgarage stehen elf Kfz-Stellplätze zur Verfügung sowie dort und im Kellerbereich insgesamt 62 Fahrradstellplätze. Für die Mieter der Wohnungen, die nicht über einen eigenen Balkon verfügen, gibt es eine Dachterrasse, die gemeinschaftlich genutzt werden kann.
„Nachbar mit prägnantem Gesicht“
Von der Adelungstraße aus präsentiert sich das Wohngebäude in einer Flucht mit den Nachbarhäusern, jedoch mit einer markanten Fassade. Die hohen Fenster werden durch bronzefarbene Flügel gerahmt.
„Eine ebenso entschiedene wie dezente Gestaltung: Der Neue in der Straße ist ein markanter Typ, der sich nicht dicke tut“, kommentiert das Darmstädter Echo, die örtliche Lokalzeitung, das neue Gebäude und nennt es ein „Haus mit Charakter“. Und weiter: „Es ist eine wohltuende Alternative zu den schmuck- und einfallslosen Lochfassaden, die Darmstadts Neubauviertel derzeit prägen.“
31. Oktober 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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