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Bezirksapostel Stefan Pöschel bei der Landesversammlung

Landesversammlung genehmigt
Jahresabschluss 2023

 

Westdeutschland/Siegen. Das Wirtschaftsjahr 2023 beschäftigte die Landesversammlung bei der diesjährigen Tagung in Siegen. Am Sonntag, dem 8. September 2024 wurde der Jahresabschluss festgestellt und der Landesvorstand entlastet.

Bezirksapostel Stefan Pöschel eröffnete die Landesversammlung im Anschluss an die vorhergegangene Besprechung der Kirchenleitung mit den Bezirksvorstehern und ihren Stellvertretern. Von den 48 Mitgliedern der Landesversammlung waren 42 Mitglieder anwesend, fünf ließen sich vertreten.

Prüfung durch Wirtschaftsprüfer

Hans Menken als verantwortlicher Steuerberater der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Curacon aus Münster stellte die wesentlichen Finanzdaten des Jahresabschlusses 2023 vor. Prüfungshemmnisse habe es nicht gegeben, zudem lobte er die gute Vorbereitung durch die Abteilung Rechnungswesen der Kirchenverwaltung.

Die Buchführung entspreche den gesetzlichen Vorschriften und den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung. Daher erhielt die Kirche am 28. Juni 2024 einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk.

Positives Jahresergebnis

Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland hat das Jahr 2023 mit einem positiven Jahresergebnis von 1,9 Millionen Euro abgeschlossen. Allerdings wies der Wirtschaftsprüfer darauf hin, dass die laufenden Einnahmen aus Opfern und Spenden die laufenden Kosten und Bauinvestitionen im letzten Jahr nicht deckten, sondern die Kirche auf Immobilienverkäufe und Erträge aus den Finanzanlagen angewiesen ist, um den Haushalt vollständig zu finanzieren. Das sei allerdings eine allgemeine Entwicklung in vielen Kirchen.

Die Opfereinnahmen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 1,4 Prozent auf rund 25 Millionen Euro. Die Verkäufe von nicht mehr genutzten Kirchengebäuden und Grundstücken brachten der Kirche 5,6 Millionen Euro Erträge. Die Finanzanlagen steuerten 5,9 Millionen Euro zum Jahresergebnis bei, die ordentlichen Aufwendungen lagen bei 41,2 Millionen Euro.

Hohe Bauinvestitionen

2023 investierte die Kirche 16 Millionen Euro in Bauvorhaben, beispielsweise in neue Kirchengebäude, den Neubau der Hostienbäckerei inklusive neuer Technik sowie ein Immobilienprojekt in Darmstadt. Dazu wurden Finanzanlagen in Höhe von 8,5 Millionen Euro verkauft und Gewinne realisiert. Das Sachanlagevermögen stieg um 5,1 Millionen Euro.

Zum 31. Dezember 2023 betrug das Vermögen der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland rund 299 Millionen Euro. Etwa 98 Prozent stecken im Anlagevermögen, rund 2 Prozent in liquiden Mitteln.

Bericht des Finanz-Ausschusses

Bezirksevangelist Markus Woeste (Leiter Kirchenbezirk Ruhr-Süd), Mitglied im Ausschuss der Landesversammlung für Finanzen, berichtete von der Tätigkeit des dreiköpfigen Fachgremiums, das im Auftrag der Landesversammlung den Jahresabschluss prüft. Dazu gab es Videokonferenzen mit dem Verwaltungsleiter, Florian Gödde aus der Abteilung Rechnungswesen und dem Wirtschaftsprüfer. „Dabei wurden die Positionen der Bilanz sowie der Gewinn- und Verlustrechnung in transparenter Weise besprochen, Veränderungen zum Vorjahr erläutert und alle Rückfragen des Ausschusses vollständig beantwortet“, berichtet Bezirksvorsteher Markus Woeste.

Über die eigentliche Befassung mit dem Jahresabschluss hinaus bewegten den Ausschuss, in dem mit Bezirksältester Tobias Rother (Darmstadt) noch ein Unternehmer und mit Hirte Christopher Groß (Frankfurt) ein Betriebsprüfer des Finanzamts tätig sind, insbesondere die Prüfungsstrategie des neuen Wirtschaftsprüfers sowie die um Einmaleffekte bereinigte kirchliche Ertragslage.

„Der Jahresüberschuss von 1,9 Millionen Euro sinkt auf einen Fehlbetrag von rund 2,4 Millionen Euro, wenn Einmaleffekte in den Einnahmen außen vor gelassen werden“, erläuterte er. Die Kirche lebe daher weiterhin von der Substanz.

Eine strukturelle Herausforderung

„Diese strukturelle Herausforderung ist uns als Landesvorstand bekannt und wir setzen uns damit intensiv auseinander“, kommentierte Bezirksapostel Pöschel. Die Kirche könne an der Ertragslage wenig ändern und müsse daher Kosten sparen. Bei den betreuten Gebietskirchen sei das schwierig. „Diese brauchen jeden Cent“, so der Bezirksapostel, der selbst in den Ländern unterwegs ist und die Verhältnisse vor Ort kennt.

Die Verwaltung arbeite daran, die eigenen Kosten zu senken, auch durch Personaleinsparungen, wobei das dort seine Grenzen haben, wo es um die Entlastung der Ehrenamtler gehe. Daher sei ein wichtiger Schritt die weiter zunehmende Digitalisierung. Am Ende sei Kirche aber weder ein Produktions- noch ein Handelsunternehmen mit Gewinnerzielungsabsicht, sondern habe die Aufgabe, den operativen Betrieb zur Umsetzung der kirchlichen Mission auch in Zukunft leisten zu können. Dafür gelte es, sich gut aufzustellen.

„Mindset überdenken“

Unabhängig davon stelle sich für Kirche die Frage, so der Bezirksapostel, „ob wir uns damit abfinden wollen, dass wir immer nur Rückgang verwalten“. Hier sei sein Ansatz, das „Mindset“ zu ändern. Er sehe zwar die zunehmende Säkularisierung, doch es gebe weiterhin Interesse an Glauben und Kirche sowie einem Engagement in Gemeinde und Kirche. „Ich möchte das gern mit euch in der Zukunft vorantreiben“, gab der Bezirksapostel einen Ausblick auf einen Schwerpunkt seiner Amtszeit.

Einstimmiger Beschluss

Die Delegierten der Landesversammlung folgten bei der anschließenden Abstimmung der Empfehlung des Finanzausschusses und stellten gemäß Verfassung der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland den Jahresabschluss fest. Zudem beschlossen sie, den Jahresgewinn von 1.931.612,49 Euro, wie vom Landesvorstand vorgeschlagen, dem Kirchenkapital hinzuzufügen. Außerdem entlastete die Landesversammlung einstimmig den Landesvorstand.

Anlage- und Immobilienbeirat

Als letzten Tagesordnungspunkt der Landesversammlung stellte Stephan Wolf, Leiter der Abteilung Vermögenssteuerung der Kirchenverwaltung, den Anlagebeirat sowie den Immobilienbeirat vor, die im Sommer des Jahres gegründet beziehungsweise teils neu besetzt wurden.

Grundlage dafür ist eine vom Landesvorstand beschlossene, geänderte Anlagerichtlinie. Mit dieser ist unter Berücksichtigung der kirchlichen Investmentphilosophie erstmals auch ein Immobilienbeirat eingerichtet worden. Den Anlagebeirat gibt es hingegen schon seit 2018. Vorgestellt werden die beiden Gremien ausführlich im Jahresbericht 2024, der im Herbst 2025 erscheint.

Beiräte mit wichtigen Rollen

„Die beiden Gremien sind kein schmückendes Beiwerk, sondern haben eine aktive Rolle im Bereich unserer Vermögenssteuerung“, erläuterte Bezirksapostel Pöschel. Ihm gehe es zum einen um Transparenz und zum anderen darum, der Landesversammlung Sicherheit zu vermitteln, dass der Kirchenpräsident mit dem Landesvorstand nach den gesetzlichen Vorgaben und kirchlichen Richtlinien handle. „Es hat höchste Priorität, mit dem Kirchenvermögen, was uns unsere Glaubensschwestern und -brüder anvertraut haben, sehr sorgfältig umzugehen“, betonte er. Daher begrüße er es sehr, dass sich Fachleute aus den Reihen der Mitglieder in den Beiräten engagierten, um zu prüfen, ob das, was die Kirchenverwaltung nach bestem Wissen und Gewissen tue, auch vernünftig und angemessen ist.

Angesichts der Einnahmenrückgänge komme es jetzt darauf an, das, was frühere Generationen aufgebaut haben, dazu zu nutzen, eine weitere alternative Einnahmequelle mit Sach- und Finanzanlagen zu erschließen, die die Opferrückgänge möglichst kompensiere. „Wir sind verantwortliche Seelsorger und da kommt es darauf an, dafür zu sorgen, dass unsere Gemeinden heute, morgen und übermorgen – solange der Herr nicht gekommen ist – ein Dach über dem Kopf haben.“

Der Stammapostel habe es im Gottesdienst in Rheinberg treffend formuliert: Kirche müsse die notwendigen Dinge erfüllen, könne aber sicher nicht jedem einzelnen Wunsch entsprechen. Bezirksapostel Pöschel nannte es „die neue Genügsamkeit“, für die er die Mitglieder der Landesversammlung um Unterstützung bat.

Jahresbericht 2023 mit Finanzdetails

Detaillierte Finanzzahlen finden sich im Jahresbericht 2023. Die Mitglieder der Landesversammlung erhielten die Broschüre als Entwurf. Die 14. Ausgabe des Jahresberichts wird in Kürze finalisiert und im Anschluss den Gemeinden gedruckt zur Verfügung gestellt und zudem im Internet veröffentlicht.

Die Landesversammlung

Auf Einladung des Bezirksapostels kommt die Landesversammlung mindestens einmal im Jahr zusammen, beschließt unter anderem den Jahresabschluss und entlastet den Landesvorstand. Das Gremium besteht aus den Mitgliedern des Landesvorstandes, also dem Bezirksapostel und den Aposteln, sowie den Bischöfen und Bezirksvorstehern der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland.

Bezirksapostel Stefan Pöschel bei der Landesversammlung

10. September 2024
Text: Frank Schuldt
Fotos: Jessica Krämer, Frank Schuldt

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Wirtschaftsprüfer Hans Menken
Wirtschaftsprüfer Hans Menken
Florian Gödde aus der Abteilung Rechnungswesen
Bezirksevangelist Markus Woeste, Leiter Finanzausschuss
Bezirksevangelist Markus Woeste, Leiter Finanzausschuss
Bezirksapostel Stefan Pöschel
Stefan Wolf, Leiter Vermögenssteuerung
 

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