Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Siegen. Bei der Jahrestagung der Bezirksvorsteher standen am Sonntag, dem 8. September 2024 verschiedene administrative und seelsorgerische Themen auf dem Programm. In der Kirche in Siegen ging es unter anderem um Fortbildungsangebote sowie die neuen Richtlinien für Geistliche.
Einmal im Jahr kommen die Bezirksvorsteher mit ihren Vertretern zusammen, um mit dem Bezirksapostel sowie den Aposteln und Bischöfen über aktuelle Themen zu beraten. Anlass für die Besprechung mit den Bezirksleitern ist in der Regel die Tagung der Landesversammlung. Diesmal fand das Treffen in der Neuapostolischen Kirche Siegen statt. Nach dem morgendlichen Gottesdienst ging es um Organisatorisches und die Seelsorge, teils auch um Grundsatzthemen.
Schweigepflicht und Liturgie
Vor wenigen Monaten erschienen die neuen Richtlinien für Geistliche. Bischof Manfred Bruns stellte einige Themen vor, die neu gefasst oder konkretisiert wurden, unter anderem zur Amtsverschwiegenheit. Hier wurden die engen Grenzen einmal mehr verdeutlicht und in den Mittelpunkt gestellt.
Die bisherigen Liturgiehefte 1 bis 4 wurden in einem neuen Dokument „Liturgie der Neuapostolischen Kirche“ zusammengefasst. Dieses ist in Westdeutschland über ELIAS abrufbar. Redaktionelle Anpassungen in den Richtlinien für Geistliche erfolgen kurzfristig.
Glutenfreie Hostien
Die Kirche bietet seit vielen Jahren Hostien für Allergiker an. Hier gibt es eine neue Handreichung zum Umgang. Die Hostien werden ab dem vierten Quartal zusammen mit sogenannten Pergamin-Tütchen in die anfordernden Gemeinden versandt. Dort sollen sie möglichst von den Betroffenen selbst in die Tütchen einzeln verpackt werden, um einen bestmöglichen und sicheren Umgang zu gewährleisten.
Im Gottesdienst werden diese Tütchen dann in einem separaten Abendmahlskelch aufbewahrt, um eine Kontamination zu vermeiden. „Mir ist das ein wichtiges Anliegen“, so Bezirksapostel Stefan Pöschel, „denn es geht um die Gesundheit unserer Mitglieder.“
Bei größeren Gottesdiensten soll möglichst ein entsprechender Hinweis im Vorfeld kommuniziert werden, damit sich Betroffene frühzeitig auf die Austeilung einstellen können.
Musikalische Fortbildungsangebote
Priester Fabian Reichart, Leiter des Referats Kirchenmusik, warb für die Fortbildungsangebote im Bereich Kirchenmusik. Er wolle gern dabei unterstützen, mutig neue Wege zu gehen und bei Bedarf passgenaue Fortbildungskurse vor Ort anzubieten. Ein weiteres Angebot: Die finanzielle Unterstützung von Instrumentalunterricht, vor allem für Kinder und Jugendliche. Das reguläre Fortbildungsangebot ist über das Fortbildungsportal der Gebietskirche abrufbar.
„Wir wollen die musikalische Nachwuchsarbeit nochmal pushen“, bekräftigte auch der Bezirksapostel. Sein Wunsch sei, dass mit kreativen Angeboten der musikalische Bereich neuen Schwung bekomme.
Fortbildung und leichte Sprache
Um die Fortbildung ging es auch Apostel René Follmann, verantwortlich für den gesamten Bereich der Aus- und Weiterbildung. Er bewarb den im Frühjahr neu geschaffenen Internetauftritt und erinnerte daran, dass neu ordinierte Geistliche zeitnah das Seminar zum Amtsverständnis besuchen sollen.
Zudem ging der Apostel auf das Thema Inklusion und die Predigt „in leichter Sprache“ ein. Hier gebe es ein Fortbildungsangebot im November in Remscheid. Die Anmeldung hierzu und zu allen weiteren Angeboten laufe über das Fortbildungsportal.
Weitere Themen
Weitere Themen waren auch Prozess für Amtsanträge, der Umgang mit dem Verhaltenskodex, der aktuelle Stand bezüglich der Vorlage von Erweiterten Führungszeugnissen von Geistlichen und Lehrkräften und das Angebot von TrauerOasen.
Abschließend hatte Bezirksapostel Pöschel noch einige Punkte. So wies er darauf hin, dass es der Wunsch der Kirchenleitung sei, dass in der Regel auch im Wochentagsgottesdienst ein weiterer Predigtbeitrag erfolge. Um die Zeit von 45 Minuten Gesamtdauer einzuhalten, sei es dann notwendig, die Hauptpredigt kürzer zu halten. Viele Gemeindemitglieder wünschten sich auch in der Woche Abwechslung. Im Rahmen der Co-Predigt könne auch das Heilige Abendmahl vorbereitet werden.
Zudem wies der Bezirksapostel darauf hin, dass Segensspendungen zu Hochzeitsjubiläen grundsätzlich in regulären Gottesdiensten oder zu Hause erfolgen sollen. Die neu beauftragten Vorsteher und Vorstehervertreter lädt der Bezirksapostel am 8. November 2024 zur Einführung in die Kirchenverwaltung nach Dortmund ein. Die Anmeldung erfolgt im Fortbildungsportal.
Neue Mitglieder
Zu Beginn hatte der Bezirksapostel die neuen Mitglieder im Kreis der Bezirksvorsteher und ihrer Vertreter willkommen geheißen: Priester Guido Wächter (stellvertretender Leiter im Bezirk Ostwestfalen-Lippe), Priester Sören Linke (stellvertretender Leiter im Bezirk Recklinghausen), Priester Daniel Kopp (stellvertretender Leiter im Bezirk Hersfeld-Lauterbach), Priester Ralf Paul (stellvertretender Leiter im Bezirk Hagen) und Priester Torsten Scheibenzuber (stellvertretender Leiter im Bezirk Dinslaken).
Weitere Vorsteher werden in den kommenden Wochen beauftragt, waren jedoch schon zur Tagung eingeladen: Priester Oliver Rütten und Priester Ingo Steg (Minden) sowie Priester Felix Frobel und Priester Andreas Weber (Marburg).
Besprechung der Bezirksvorsteher in Siegen
13. September 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Jessica Krämer,
Frank Schuldt
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