Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Offenbach. Die neuapostolischen Christen der Gemeinden Bad Orb und Langenselbold haben ein neues Zuhause: Bezirksapostel Pöschel weihte am Sonntag, 22. Dezember 2024, das neue Kirchengebäude in Gelnhausen. Der Name der neuen Gemeinde: Kinzigtal.
Eigentlich liegt das bekannte Kinzigtal in Süddeutschland. 300 Kilometer weiter nördlich gibt es jedoch eine gleichnamige, aber überregional eher unbekannte Region, benannt nach dem Fluss Kinzig, der natürlichen Nord-Grenze des Spessarts. Er entspringt in Sterbfritz, durchfließt den Main-Kinzig-Kreis und mündet in Hanau in den Main. In dem Bereich gab es früher vier neuapostolische Gemeinden: Bad Orb, Büdingen, Gelnhausen und Langenselbold. Die Gläubigen aus den beiden zuletzt noch verbliebenen Gemeinden Bad Orb und Langenselbold versammeln sich nun in einer neuen Kirche.
Im Weihegottesdienst am 22. Dezember 2024 um 16 Uhr dankte Bezirksapostel Stefan Pöschel allen am Bau und in der Organisation beteiligten Personen, den Baufirmen und dem Bürgermeister der Stadt Gelnhausen. Niemand sei während der Bauzeit zu Schaden gekommen, dafür dankte er Gott unter anderem im Weihegebet.
„Siehe da, die Hütte Gottes“
Der Gemeinde und ihrem neuen Kirchengebäude gab er das Bibelwort aus Offenbarung 21,3 als Wegweiser mit: „Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen.“ In der Folge ordnete der Bezirksapostel die Aussage in den biblischen Kontext ein. In der alttestamentarischen Zeit war die Stiftshütte der besondere Ort, wo die Gläubigen Gott anbeteten und opferten. „Hier hatte jeder das Gefühl: Es ist das Haus Gottes und hier offenbart er sich“, erläuterte er. So möge das auch in der neuen Kirche in Kinzigtal sein.
Dabei ermunterte Bezirksapostel Pöschel die Gemeindemitglieder in Bezug auf das „Siehe da“, den Glauben und die Freude nach außen zu tragen. Die Architektur des Kirchengebäudes mache aufmerksam und neugierig, es sei als Kirche mit einer offenen Türe erkennbar. Doch es wäre schade, wenn man es dem Zufall überließe, ob jemand das Gebäude besuche. „Lasst uns als neuapostolische Christen die Stimme erheben und auf Christus hinweisen: Komm auch du, siehe, da ist Kirche – auch für dich.“
In der Hauptpredigt ging es um Habakuk. Am Beispiel seines Lebens rief der Bezirksapostel dazu auf, Fröhlichkeit und Freude im Glauben an die verheißene Wiederkunft Jesu weiterzutragen und den Nächsten damit anzustecken. Ein weiterer Predigtbeitrag kam von Apostel Gerd Kisselbach.
Bestätigung der Amtsträger
Nach der Sündenvergebung und der Feier des Heiligen Abendmahles bestätigte der Bezirksapostel alle Geistlichen der beiden Gemeinden am Altar für die neue Gemeinde Kinzigtal. Als Gemeindevorsteher beauftragte er Priester Marcus Möll, der von den Priestern Michael Wagner und Andreas Rust als Stellvertretern unterstützt wird.
Mit Gebet und Schlusssegen endete der Weihegottesdienst. Mitgestaltet wurde er von Instrumentalspielern, Orgelspiel sowie Gemeinde- und Chorgesang.
Rückblick auf die Bauphase
Im Juni 2023 war mit dem Bau des neuen Kirchengebäudes der Gemeinde Kinzigtal begonnen worden. Ein halbes Jahr später feierte die Gemeinde Richtfest.
Der Kirchensaal bietet rund 110 Plätze. Zu besonderen Anlässen können die beiden Nebenräume geöffnet werden, sodass weiter Plätze hinzukommen. Zudem können die mobilen Trennwände der Nebenräume zum Foyer geöffnet werden, sodass der Bereich mehr Handlungsspielraum und Fläche für außer-gottesdienstliche Gemeindeaktivitäten bietet.
Die Wände wurden weiß verputzt und der Boden mit dunkelgrauem Feinsteinzeug ausgelegt. Das Mobiliar (Bänke, Stühle, Orgel, Altar und Ambo) ist aus hellem Ahorn gefertigt. Dabei hat die Kirche auf Nachhaltigkeit geachtet und das Holz alter Kirchenbänke für die neuen gepolsterten Sitzplätze genutzt. Die Altarwand ziert ein schlichtes, hinterleuchtetes Kreuz. An der Rückwand findet sich das Lautsprechersystem der neuen elektronischen Orgel.
Das Außengelände bietet neben großzügigen Rasenflächen 19 Pkw- und sieben Fahrrad-Stellplätze. Insgesamt ist das Grundstück 1.200 Quadratmeter groß. 322 Quadratmeter sind davon Nutzfläche. Insgesamt investiert die Kirche in den Neubau rund 2,4 Millionen Euro.
Grußwort
Vor dem Gottesdienst hatte der Bürgermeister der Stadt Gelnhausen, Christian Litzinger, ein Grußwort an die Gemeindemitglieder und Gäste des Weihegottesdienstes gerichtet. Er betonte die Vielfalt in der Stadt, in der unterschiedliche Kirchen und Glaubensgruppierungen ihr zu Hause hätten. Das Gebäude der neu gegründeten Gemeinde gehöre nun zum Stadtbild und bereichere die Region mit dem Angebot an Gottesdiensten und Veranstaltungen.
Bürgermeister Litzinger ermunterte die Gemeindemitglieder, sich in das städtische Leben einzubringen und wünschte Gottes Segen für die Zukunft.
Neben dem Bürgermeister und den Architekten Eugen Jagen (Kirchenverwaltung) und Christian Gruber sowie Vertretern der Baufirmen nahmen am Weihegottesdienst auch die beiden Bezirksapostel i.R. Hagen Wend und Rainer Storck teil, über deren Besuch sich die Gemeindemitglieder besonders freuten. In die Zeit von Bezirksapostel Storck fiel die Entscheidung des Landesvorstands, das Neubauprojekt für die Gemeinde Kinzigtal zu bewilligen und die notwendigen Mittel zur Verfügung zu stellen.
Neue Kirche in Gelnhausen
8. Januar 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Annika Brückner,
Andreas Wagner
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