Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Hamm/Kamen. Der Bezirk Hamm hat ein neues Gotteshaus: Bezirksapostel Storck weihte am Sonntag, dem 21. Januar 2024 die neue Kirche in Kamen – ein Jahr nach der Grundsteinlegung. Auffallend sind die Pyramidenform des Gebäudes und das hochhängende Kreuz im Kirchenschiff unter einem „Himmelslicht“.
Am Sonntagnachmittag leuchtet zu ungewohnter Zeit buntes Licht aus dem Neubau der Neuapostolischen Kirche an der Kämertorstraße in Kamen. Anlässlich der Weihe hielt Bezirksapostel Rainer Storck am 21. Januar 2024 um 16 Uhr einen Gottesdienst in dem Neubau.
Die farbenfrohe Beleuchtung verdankt das Gebäude seiner speziellen Verglasung, die zum ersten Mal in einer Kirche zum Einsatz kommt: Die Fenster bestehen aus Ornamentglas. Das Licht wird von der strukturierten Oberfläche gebrochen und erscheint durch eingearbeitete Folien in verschiedenen Farbtönen. Verschiebt sich der Blickwinkel, lebt das Glas mit und die Farben wechseln.
Auffällig ist zudem die spitze Dachform des Gebäudes, das in Kombination mit den farbigen Fenstern auf dem hellen Klinker neugierige Blicke der Passanten auf sich zieht.
Auf Gott einlassen und Herausforderungen meistern
Bezirksapostel Storck gratulierte am Beginn des Weihegottesdienstes der Gemeinde zu ihrem neuen Gebäude und dankte allen am Bau Beteiligten. „Was machen wir jetzt mit dieser Kirche?“, fragte er die Gemeindemitglieder. Dabei ging er auf das vom Chor vorgetragene Lied ein, in dem es heißt: „Ziehe deine Schuhe aus“. Die Schuhe stünden für den Wandel des Menschen, seine Meinung, Argumente und Lebensplanung. „Wenn wir hier in der Kirche sind, dann fordert Gott uns auf: Lass das beiseite, hör mal zu, nimm das an, was Gott sagt, und beschäftige dich damit.“
Wie bei Mose seien dann Dinge jenseits der eigenen Vorstellung möglich. „Wenn wir uns auf den Herrn einlassen, können wir Dinge tun, meistern, schaffen und regeln, von denen wir dachten, dass wir das nie schaffen“, so der Bezirksapostel. „Probiert das mal!“
Ein Bethaus für alle
Nach dem Weihegebet ging es in der Hauptpredigt um die Tempelreinigung. Dazu hatte der Bezirksapostel das Bibelwort aus Markus 11,17: „Und er lehrte und sprach zu ihnen: Steht nicht geschrieben: »Mein Haus wird ein Bethaus heißen für alle Völker«? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht.“
Im weiteren Verlauf rief der Bezirksapostel die Gemeinde auf, das Gotteshaus zu einem Bethaus für alle Völker zu machen, also für jeden Menschen – unabhängig von sozialem Stand, Alter, Nationalität oder eigenem persönlichen Erfolg oder Versagen im Leben. Zudem ermunterte er, mehr Gelegenheiten zum Beten zu nutzen, auch außerhalb der Gottesdienste.
Das Kamener Kreuz
Apostel Stefan Pöschel ging in seinem Predigtbeitrag auf die Historie und Entwicklung der drei Gemeinden Kamen, Methler und Heeren ein, die nun die neue Gemeinde Kamen bilden: „Gott schreibt die Geschichte weiter und ihr seid ein Teil davon und habt es in der Hand, die Entwicklung der Gemeinde mitzugestalten.“
Lobend erwähnte er das Kreuz, das im oberen Bereich des Kirchensaals unter einem Dachfenster platziert ist und so durch Gottes Licht von oben angestrahlt wird. Es hat den höchsten Platz in der Kirche und das solle auch so bleiben: „Das Kamener Kreuz hat für mich jetzt eine ganz andere und noch viel wertvollere Bedeutung.“
Der Gottesdienst ging mit der ersten Feier des Heiligen Abendmahls in dem neuen Kirchengebäude zu Ende.
Grußworte der Ehrengäste
Am Weihegottesdienst nahmen zahlreiche Ehrengäste teil, die sich im Anschluss mit Grußworten an die Gläubigen wandten.
Bürgermeisterin Elke Kappen überbrachte Grüße von Rat und Verwaltung der Stadt Kamen und gratulierte zu dem großartigen Kirchengebäude. „Es geht darum, dass niemand allein sein muss“, betonte sie die Bedeutung des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Die Kirchen würden hier einen wertvollen Beitrag leisten. „Sie als Kirchengemeinde sind ein wichtiger Teil unserer Stadt. Die Werte, die Sie hier vertreten und leben, werden in dieser Zeit dringend benötigt.“
Als Vertreter der benachbarten Kirchen wandten sich Pfarrer Martin Brandhorst (Evangelische Kirche) und Diakon Wilfried Heß (Katholische Pfarrgemeinde Heilig Kreuz) an die Gemeinde. Beide lobten die gelungene Architektur und ermunterten, auf der gesunden Grundlage einer zusammengelegten Gemeinde frohen Mutes Neues zu schaffen. Insbesondere lobte Diakon Heß, dass der Bau der neuen Kirche ein Zeichen der Hoffnung auf die Zukunftsfähigkeit der Gemeinde sowie des Vertrauens auf Gott sei, der seine Kirche nicht untergehen lasse. „Verkündigen Sie Gottes Wort mit Freude, dann wird es ihnen mit seiner Hilfe gelingen, dieses Gebäude dauerhaft mit Leben zu füllen.“
Lange Geschichte der Gemeinde Kamen
Die Neuapostolische Kirche in Kamen besteht seit über 100 Jahren. Optisch fiel das 1910 errichtete Wohnhaus mit Kirchensaal jedoch über viele Jahrzehnte nicht auf. Das hat sich mit dem Neubau und der ansprechenden Architektur mit der farbig-schimmernden Verglasung nun geändert.
Im Kirchensaal des neuen Gebäudes finden 125 Besucher Platz. Durch zuschaltbare Nebenräume kann die Kapazität, wie beim Weihegottesdienst, auf 180 Plätze erweitert werden. Zudem bietet das Gebäude verschiedene Nebenräume für die Gruppen der Gemeinde. Insgesamt investierte die Kirche rund 2,3 Millionen Euro in den Neubau.
Neuapostolische Kirche Kamen
31. Januar 2024
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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