Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund. Bezirksapostel Pöschel besuchte am Mittwoch, 26. März 2025, die Gemeinde Dortmund-Wambel. Im Gottesdienst verabschiedete er Bezirksevangelist Eberhard Dodt, seit über fünf Jahren Leiter des Kirchenbezirks Dortmund, in den Ruhestand. Als Nachfolger wurde Evangelist Jens Eberle beauftragt.
„Du hast mit Herz und Verstand gedient, hast Menschen begleitet, getröstet und ermutigt“, würdigte Bezirksapostel Stefan Pöschel im Gottesdienst in Wambel in der Ansprache vor der angekündigten Ruhesetzung die seelsorgerische Arbeit von Bezirksevangelist Eberhard Dodt (61). Dieser hatte aus familiären Gründen um die etwas vorzeitige Ruhesetzung als Seelsorger gebeten. Beruflich bleibt er weiterhin als Leiter der Kirchenverwaltung tätig.
Seinen Nachfolger in den Ruhestand verabschieden
„Es ist ungewöhnlich, heute muss ich meinen Nachfolger in den Ruhestand verabschieden“, scherzte der Bezirksapostel. Denn: Bezirksevangelist Dodt übernahm die Leitung des Bezirks Dortmund 2019 von ihm, nachdem Stefan Pöschel zum Apostel für den Bereich Nord ordiniert worden war.
„Dein Engagement war geprägt von Treue, Demut und Liebe zur Gemeinde“, erinnerte der Bezirksapostel, den mit Eberhard Dodt ein langer gemeinsamer Weg verbindet. „Er begann in den 1980er-Jahren mit dem Kennenlernen in der Garderobe der Gemeinde Dortmund-Nord, als wir von dort aus loszogen, um Menschen für Christus zu gewinnen.“ Daraus sei eine Freundschaft unter jungen Männern und später Amtsbrüdern gewachsen.
„Dein Dienst war von Konstanz und Hingabe geprägt“, würdigte Bezirksapostel Pöschel. Eberhard Dodt war in über 42 Jahren als Seelsorger 16,5 Jahre Vorsteher und anschließend fast sechs Jahre Bezirksvorsteher. „Du hast Verantwortung übernommen und bist für deine Glaubensgeschwister eingestanden.“ Besonders hob der Bezirksapostel hervor, dass Dodt in herausfordernden Momenten Ruhe bewahren konnte: „Du hast immer gesagt: Lass uns die Dinge noch einmal von einer anderen Seite betrachten.“
Mit Gebet und Segenswünschen für den neuen Lebensabschnitt verabschiedete der Bezirksapostel Bezirksevangelist Dodt in den Ruhestand. „Du wirst nicht auf der Empore sitzen und nörgeln, sondern mit offenem Blick für die Geschwister in der Gemeinde bleiben“, sagte Pöschel augenzwinkernd.
Jens Eberle tritt die Nachfolge an
Anschließend beauftragte der Bezirksapostel wie angekündigt Evangelist Jens Eberle als neuen Bezirksleiter. In seiner Ansprache hob er die seelsorgerische Verantwortung dieser Aufgabe hervor: „Das, was sich vielleicht wie eine administrative Aufgabe anhört, ist vor allem eine seelsorgerische. Du wirst direkte Ansprechperson für die Vorsteher, ihre Familien und viele weitere Glaubensgeschwister sein.“
Eberle bringe dafür die nötige Erfahrung mit: „Als erfahrener Vorsteher und stellvertretender Bezirksleiter kennst du die Herausforderungen und Bedürfnisse. Gott wird dir die nötige Kraft und Weisheit schenken.“
Zum Abschluss sprach der Bezirksapostel ein Gebet und segnete Jens Eberle für seine neue Aufgabe. „Gott sendet dich, er segnet dich und wird dich leiten. Dein Dienst soll eine Quelle der Kraft und Freude sein.“
„Wir haben eine künftige Stadt“
„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ Dieses Bibelwort aus Hebräer 13,14 bildete die Grundlage der Predigt von Bezirksapostel Stefan Pöschel im Gottesdienst in Wambel.
Einleitend beleuchtete er verschiedene Einstellungen, wie Menschen mit der Endlichkeit ihres Lebens umgehen. „Manche leben nach dem Motto: Heute essen und trinken, denn morgen sind wir tot. Andere ziehen sich aus Angst vor dem Ende zurück“, erklärte der Bezirksapostel. Doch die Antwort des Christen sei eine andere: „Wir haben eine künftige Stadt – ein Bild für das ewige Leben in Gemeinschaft mit Gott.“
Diese Hoffnung sei keine passive Erwartung, sondern ein bewusstes Streben. „Suchen bedeutet nicht Orientierungslosigkeit, sondern das Trachten danach, dorthin zu gelangen“, so Pöschel. Das Glaubensziel neuapostolischer Christen sei die ewige Gemeinschaft mit Gott. Dazu gehöre auch das Gebet für andere: „Wir tragen die frohe Botschaft in die Welt, beten für die Kirche Jesu Christi, für die Apostel und für alle Menschen.“
Differenzen überwinden
Er wies darauf hin, dass sich Christen oft intensiv um ihr materielles Wohlergehen bemühen. „Daran ist nichts falsch, solange wir dabei die göttlichen Gebote beachten.“ Entscheidend sei jedoch die innere Haltung: „Die Auserwählten werden in vollkommener Gemeinschaft sein – deshalb sollten wir schon heute lernen, einander zu vergeben und Differenzen zu überwinden.“
Die Predigt endete mit dem Appell: „Die Stadt Gottes wird kommen – bis dahin wollen wir an seiner Lehre festhalten und dem Herrn und seiner Kirche dienen. Wir fangen heute damit an, uns weiterzuentwickeln.“
Wegbegleiter als Gäste
Der Gottesdienst am 26. März 2025 in Wambel konnte in den anderen Gemeinden im Kirchenbezirk Dortmund live via Internetübertragung mitgefeiert werden. Für Musik sorgte der Gemeindechor von Wambel. Als Gäste nahmen zahlreiche Wegbegleiter von Bezirksevangelist Dodt teil, unter anderem die Bezirksapostel im Ruhestand Armin Brinkmann und Rainer Storck. Zudem waren die Bezirksvorsteher aus dem Bereich von Apostel Zisowski eingeladen.
Evangelist Jens Eberle (links) und Bezirksapostel Stefan Pöschel
31. März 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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