Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Belgien/Brüssel. Über zehn Jahre nach dem letzten Besuch hielt Stammapostel Schneider am Sonntag, dem 6. April 2025 wieder einen Gottesdienst in Belgien. In Brüssel hatten sich viele Gläubige versammelt. Bereits am Samstag gab es ein Konzert zur Einstimmung.
Die Kinder der Gemeinde Brüssel erwarteten am Samstagnachmittag, 5. April 2025, den Stammapostel und seine Begleiter vor dem Kirchengebäude. Dort standen sie für den internationalen Kirchenpräsidenten Spalier. Dieser freute sich auf das Wiedersehen, denn sein letzter Besuch in Belgien war im Jahr 2014. Auch die Vorfreude bei den Kindern und weiteren Gemeindemitgliedern war sichtbar groß.
Musik aus Europa und Afrika
Die Gemeindemitglieder aus Brüssel und Umgebung hatten für die Besucher des Konzerts Musik aus Europa und Afrika vorbereitet. Hintergrund ist, dass viele Gemeindemitglieder aus ehemaligen Kolonialgebieten Belgiens stammen, unter anderem dem Kongo.
Chöre in verschiedenen Besetzungen und ein Orchester gestalteten das rund 90-minütige Konzert am Samstag.
Ausharren in Anfechtungen
Dem Gottesdienst am Sonntag legte Stammapostel Jean-Luc Schneider das Bibelwort aus Lukas 22,28.29 zugrunde: „Ihr aber seid’s, die ihr ausgeharrt habt bei mir in meinen Anfechtungen. Und wie mir mein Vater das Reich bestimmt hat, so bestimme ich für euch.“
Stammapostel Schneider betonte im Gottesdienst, dass Jesus seinen Jüngern trotz ihrer menschlichen Schwächen das Reich Gottes verheißen habe. Als Beispiele für Anfechtungen nannte der Stammapostel beispielsweise das fehlende Verständnis der Menschen für seine Botschaft oder Undankbarkeit und Feindseligkeit ihm gegenüber.
Bedrängnisse für Christen heute
Auch die Menschen, die Jesus heute nachfolgen, heute seien Bedrängnissen ausgesetzt, also Prüfungen und Versuchungen. „Die Christen stehen heute unter dem Druck derjenigen, die erwarten, dass wir uns wie sie verhalten“, so der Stammapostel. Zudem erfordere die Nachfolge Christi manchmal Verzicht, der nicht leicht zu akzeptieren sei. Auch könne die Undankbarkeit der Menschen die Christen glauben machen, dass es vergeblich sei, Gutes zu tun.
„Nicht zuletzt kann uns der Rückgang der Gottesdienstbesucher verunsichern“, nannte der Stammapostel ein weiteres Beispiel. „Unser Widersacher nutzt Schwierigkeiten, um uns von Gott zu trennen“, warnte er. Dennoch sei Christus den Menschen in allem ein mitfühlender Helfer: „Er kann uns helfen, weil er wie wir versucht wurde, jedoch ohne Sünde zu begehen.“
Die Kernbotschaft des Stammapostels: „Bleiben wir Christus bis zum Ende treu. Wenn er wiederkommt, wird er uns sagen: ‚Geh hinein zu deines Herrn Freude!‘“
Gäste aus Süddeutschland
Als Gäste begleiteten den Stammapostel an diesem Wochenende in Belgien die Apostel Arne Herrmann und Martin Rheinberger (beide Süddeutschland), die zu Predigtbeiträgen gerufen wurden, sowie die Bezirksapostel im Ruhestand Bernd Koberstein und Rainer Storck. Zudem nahmen Apostel i.R. Clemént Haeck (Luxemburg) und der für Belgien zuständige Bischof Pascal Strobel (Arbeitsbereich Westdeutschland-Süd) teil.
Der Gottesdienst wurde auf weitere Gemeinden in Belgien sowie nach Luxemburg und Frankreich per Internet übertragen.
Neuapostolische Kirche Belgien
Acht Gemeinden und über 900 Mitglieder zählt die Neuapostolische Kirche in Belgien. Das Land gehört zum Arbeitsbereich von Bezirksapostel Stefan Pöschel.
Zwei Gemeinden (Antwerpen und Gent) liegen in Flandern (niederländische Sprache) und werden von den Niederlanden aus betreut. Sechs Gemeinden liegen in der Wallonie und der Region Brüssel. Sie sind traditionell französisch-sprachig. Eupen im Nordosten Belgiens ist deutschsprachig und wird von Deutschland (Bezirk Aachen) aus betreut.
11. April 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Markus Marzinzik
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