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Stammapostel Schneider besucht Senegal:
Friedensbotschaft in unsicheren Zeiten

 

Senegal/Dakar. Stammapostel Schneider feierte am Sonntag, dem 10. August 2025 einen Gottesdienst in Dakar. In einer Region, in der neuapostolische Christen unter dem Druck extremistischer Gewalt leben, rückte er das Thema Frieden in den Mittelpunkt.

Die neuapostolischen Christen im Senegal hatten sich lange auf den Besuch von Stammapostel Jean-Luc Schneider gefreut. In der Vergangenheit hatte der Stammapostel meist den Süden des Senegal besucht, also die Region rund um die Stadt Ziguinchor. Nun kam er erstmals in die Hauptstadt Dakar, um dort einen Gottesdienst zu feiern.

Der Senegal zählt zu den friedlicheren Regionen in Westafrika. Ursprünglich war der Besuch des Stammapostels in Burkina Faso und im Niger vorgesehen gewesen, wurde jedoch wegen der Reiserisiken in den Senegal verlegt.

In der Begleitung des Stammapostels waren der zuständige Bezirksapostel Stefan Pöschel sowie Bezirksapostel Peter Lambert und Bezirksapostelhelfer Patrick Mkhwanazi (beide Südafrika). Auch Apostel Gert Opdenplatz und Bischof Pascal Strobel waren Teil der Reisegruppe. Apostel Opdenplatz war bislang für die Gemeinden im Nordwesten Afrikas zuständig.

Neuer Lead Apostle

Bei seinem Besuch ernannte der Stammapostel wie angekündigt mit Apostel Tounkang Mané einen neuen verantwortlichen Apostel, Lead Apostle genannt.

In seiner Ansprache zur Ernennung ermutigte der Stammapostel den künftig für den großen Arbeitsbereich in der westlichen Sahelzone verantwortlichen Apostel, seine Mitapostel in ihren Aufgaben zu unterstützen, ihre Arbeit zu koordinieren und als Ansprechpartner des Bezirksapostels zu dienen. „Diene in der vollkommenen Einheit, sei ein Segen für alle und für deine Mitapostel der große Bruder. Ich weiß, dass sie hinter dir stehen und ihr ein gutes Team bilden werdet.“

Es ist geplant, dass Apostel Opdenplatz weiterhin ein- bis zweimal jährlich nach Westafrika reist, um Apostel Mané zu unterstützen.

Die Kirche als Raum des Friedens

Als Grundlage der Predigt hatte Stammapostel Schneider 1. Mose 13,8 ausgewählt: „Da sprach Abram zu Lot: Es soll kein Zank sein zwischen mir und dir und zwischen meinen und deinen Hirten; denn wir sind Brüder.“ Abraham habe in einer Konfliktsituation den Weg des Friedens gewählt und dabei auf eigene Vorteile verzichtet. Dies diene als Vorbild für das Zusammenleben in der Kirche.

„Frieden beginnt bei uns selbst – in unseren Entscheidungen, in unserem Verhalten, in unserem Umgang mit dem Nächsten“, betonte der Stammapostel in der Predigt. Wer bereit sei, eigene Interessen hintanzustellen, trage dazu bei, dass die Kirche ein Ort der Einheit bleibe.

Wegweiser für die Gegenwart

Am Beispiel von Abraham und Lot erläuterte der Stammapostel, dass äußere Umstände nicht entscheidend seien für den inneren Frieden. Lot habe die scheinbar beste Wahl getroffen – und sei damit gescheitert. „Nicht das Sichtbare zählt, sondern das, was Gott uns verheißen hat“, fasste Stammapostel Schneider zusammen.

Auch innerhalb der Kirche sei es wichtig, Konflikten nicht aus dem Weg zu gehen, sondern sie im Geist des Evangeliums zu lösen: „Die Kirche ist kein Ort für Machtspiele oder Egoismus – sondern eine Gemeinschaft, die vom Geist Christi getragen ist.“

Technische Umsetzung und Teilnehmerzahl

Der Gottesdienst wurde per Internet in zahlreiche Gemeinden der Region übertragen. Stammapostel Schneider predigte auf Französisch und wurde in eine lokale Sprache übersetzt. Zahlreiche Gemeinden in Senegal, Burkina Faso, Gambia, Mali, Mauretanien und Niger verfolgten die Übertragung aus der Kirche in Dakar.

Am Tag zuvor hatte sich der Stammapostel mit fünf der in der Region tätigen Aposteln getroffen. Apostel Gomis konnte krankheitsbedingt nicht teilnehmen. Der Stammapostel hatte zur Grundlage für diese Ämterstunde die Aussage Jesu ausgewählt: „Ich bin gekommen, Feuer auf die Erde zu werfen; was wollte ich lieber, als dass es schon brennte (Lukas 12,49).“

Er thematisierte aktuelle geistliche Herausforderungen und konstatierte, dass menschliches Bemühen nicht ausreiche, Frieden zu stiften und Konflikte zu lösen. Dazu sei die Kraft aus dem Evangelium Jesu Christi, dieses im Bibelwort genannte Feuer, nötig. Dabei unterstrich er die entscheidende Rolle der Apostel bei der Aufrechterhaltung dieses Feuers und bei der Weitergabe an die Gläubigen.

Konzert am Abend

Abends hatten die Gläubigen aus Dakar zu einem Konzert für den Stammapostel und seine Begleiter eingeladen. Vorgetragen wurden Stücke westlicher und afrikanischer Tradition. Auch das Konzert konnte per Livestream mitverfolgt werden. Bezirksapostel Lambert erfüllte dabei einen Wunsch der Sängerinnen und Sänger: Er dirigierte das Lied „Der Herr ist mein Licht und ist mein Heil“, das sie in französischer Sprache vortrugen.

In seinem Rückblick auf den Besuch in Westafrika würdigte Stammapostel Schneider den Glauben der neuapostolischen Christen in der Region, die trotz der Bedrohung durch islamistische Extremisten regelmäßig an den Gottesdiensten teilnehmen. „Ich habe großen Respekt vor diesen Glaubensgeschwistern, die allen Gefahren trotzen“, schrieb er den Aposteln weltweit und rief sie dazu auf, diese Menschen in ihre Gebete einzuschließen.

21. August 2025
Text: Frank Schuldt
Fotos: Gert Opdenplatz

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