Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Schwerte. In der Evangelischen Akademie Haus Villigst kamen am Samstag, dem 13. September 2025, die Bezirksvorsteher aus Westdeutschland mit ihren Stellvertretern zur jährlichen Tagung zusammen. Im Mittelpunkt standen strategische, seelsorgerische und organisatorische Themen. Den Auftakt bildete eine Andacht.
Zahlreiche Inhalte bestimmten den Austausch zwischen Kirchenleitung und Bezirksleitungen. In einem Vortrag umriss Bezirksapostel Stefan Pöschel Perspektiven für die Gemeinde der Zukunft und verwies auf die geplante Vorstellung der Inhalte im Rahmen des Informationsabends für alle Geistlichen und Lehrkräfte am 22. September 2025.
Die Inhalte basieren auf einem europäisch abgestimmten Bericht der Projektgruppe „Gemeinde der Zukunft“. Ziel ist es, in den Gemeinden einen breit gefächerten Diskurs anzuregen.
Strategische Weichenstellungen
Apostel Thorsten Zisowski präsentierte Ergebnisse der zweiten Strategieklausur des Landesvorstands. Im Fokus standen die Handlungsfelder Ehrenamt, Jugendseelsorge, Nachwuchsarbeit, Musik, Wortverkündigung und Mission.
Eine größere Nähe der Apostel und Bischöfe zu den älteren und jüngeren Amtsträgerinnen und Amtsträgern wurde ebenso diskutiert wie neue Formen der Seelsorge und musikalischen Zusammenarbeit. Zudem wurde betont, die Förderung von Nachwuchskräften durch Übertragung von Verantwortung und Umgang auf Augenhöhe anzustreben.
Leitbild Dienen und Führen
Einblicke in das überarbeitete Leitbild „Dienen und Führen“ gab Bischof Manfred Bruns. Es hebt unter anderem hervor, dass kirchliche Führung stets dienenden Charakter habe und sich an den Lehren Jesu Christi orientiere. Wertschätzung, Offenheit und Bescheidenheit seien grundlegende Haltungen. Die Einführung des neuen Leitbildes ist für das Jahr 2026 geplant.
Bezirksältester Stefan Weber stellte die Arbeit eines Bezirksgremiums im Kirchenbezirk Rheinpfalz vor. Bezirksvorsteher Matthias Schäfer berichtete über die neu eingerichtete Bezirksassistenz in Wiesbaden. Beide Modelle zielen auf eine bessere Unterstützung der Bezirksleitung bei organisatorischen Aufgaben ab, um mehr Raum für Seelsorge und Gottesdienstvorbereitung zu schaffen.
Vorsorge und Transparenz bei Verdachtsfällen
Bischof Manfred Bruns stellte wesentliche Inhalte der neuen Richtlinie zum Umgang mit Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt vor. Diese tritt zu Jahresbeginn 2026 in Kraft.
Neu ist unter anderem die Speicherung eines Merkmals im Mitgliederverwaltungssystem, sofern ein Ausschluss von der Kinder- und Jugendseelsorge erfolgt. Das Merkmal wird nur für leitende Amtsträger sichtbar sein.
Digitalisierung und Gemeindearbeit
IT-Referent Tim Schaefer-Rolffs zeigte den Stand der Weiterentwicklung des Kirchenportals ELIAS. Ziel sei eine nutzerfreundliche Oberfläche und die Reduzierung paralleler Systeme. Die geplanten Anpassungen sollen administrative Abläufe vereinfachen und damit auch die Gemeindearbeit unterstützen.
Weitere Themen betrafen die Jahresplanung 2026, Personalwechsel im Referat Seelsorge (Bischof Manfred Bruns wechselt Ende 2025 in den beruflichen Ruhestand, Nachfolger wird Bezirksältester Sascha Tümmler aus dem Bezirk Kassel-Korbach) sowie Hinweise zur kindgerechten Gestaltung von Gemeindesonntagen, die Ilka Schneider von der Kinderseelsorge vorstellte. Apostel Franz-Wilhelm Otten informierte über die Planungen zum zentralen Jugendtag 2026, der in Frankfurt am Main stattfinden soll und eine internationale Beteiligung vorsieht.
Öffentlichkeitsarbeit und Urheberrecht
Frank Schuldt, Referent für Kommunikation und Medien, wies im letzten Vortrag der Tagung auf die Bedeutung der Einhaltung des Corporate Design sowie auf urheberrechtliche Aspekte hin.
Social-Media-Auftritte auf Gemeindeebene seien nicht gewünscht. Gemeinden stünden jedoch vielfältige Materialien und das Info-Mobil für Aktionen zur Verfügung. Ziel sei ein einheitlicher Auftritt nach außen. Basis dafür sei vor allem die Internetseite einer Gemeinde.
Kirche zukunftsfähig gestalten
Insgesamt bot die Tagung einen umfassenden Einblick in aktuelle Entwicklungen innerhalb der Gebietskirche. „Die vorgestellten Konzepte und Strategien dienen dem Ziel, die Seelsorge zu stärken, die Zusammenarbeit zu verbessern und die Kirche zukunftsfähig zu gestalten“, so das Fazit von Bezirksapostel Stefan Pöschel.
Andacht zur Einstimmung
Am Samstagvormittag, 13. September 2025, hatten die Apostel und Bischöfe mit dem Bezirksapostel getagt. Das Bezirksleiter-Wochenende begann am Samstagmittag mit einer Andacht in der Kapelle von Haus Villigst. Evangelist Jens Eberle, Leiter des örtlichen Kirchenbezirks Dortmund, begrüßte die Teilnehmer und übernahm die liturgische Eröffnung.
Der geistliche Impuls kam von Bischof Michael Eberle (Bereich Nord), der sich inhaltlich mit dem Bibelwort aus Matthäus 25,40b beschäftigte: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ Die Lesung hielt Priester Benjamin Dux (Bezirk Düsseldorf).
Zwischen den Beiträgen wurden Lieder aus dem Neuapostolischen und Evangelischen Gesangbuch gesungen. Fürbitten sprachen Evangelist Matthias Schäfer (Bezirk Wiesbaden) und Priester Maik Augustin (Bezirk Kassel-Korbach). Gemeinsam sprachen die Teilnehmer das "Unser Vater", bevor Evangelist Eberle den Segen zum Abschluss spendete.
Es folgten im Verlauf des Nachmittags die Landesversammlung und die allgemeine Besprechung. Die Tagung endete am Sonntag, dem 14. September 2025 mit einem Gottesdienst im Feierraum der Kirchenverwaltung.
Tagung der Bezirksleiter und ihrer Stellvertreter
17. Oktober 2025
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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