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Stammapostel in Bensheim:
„Gott ist viel größer,
als wir denken können“

 

Westdeutschland/Bensheim. In der Adventszeit richtete Stammapostel Jean-Luc Schneider den Blick auf das Kommen Christi: Im Gottesdienst am vierten Advent in Bensheim betonte er, wie eng Glaube, Hoffnung und das Vertrauen in Gottes Gerechtigkeit miteinander verbunden sind.

Der Gottesdienst in Bensheim am Sonntag, dem 21. Dezember 2025, stand im Zeichen der Erwartung. Das Bibelwort aus Jeremia kündigt einen gerechten König an, der Recht und Gerechtigkeit bringt: „Siehe, es kommt die Zeit, spricht der Herr, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Der soll ein König sein, der wohl regieren und Recht und Gerechtigkeit im Lande üben wird. Zu seiner Zeit soll Juda geholfen werden und Israel sicher wohnen. Und dies wird sein Name sein, mit dem man ihn nennen wird: Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.“ (Jeremia 23,5–6).

Diese alttestamentliche Verheißung war für den Stammapostel Ausgangspunkt, um über Gottes Größe und die christliche Hoffnung zu sprechen.

Gottes Größe bleibt unerforschlich

„Die ganze Größe Gottes kann man nur im Glauben erfassen“, sagte der Stammapostel. „Es gibt auch keine menschlichen Worte, um sie zu beschreiben.“ Für ihn sei klar: Gottes Wesen lasse sich nicht begreifen, sondern nur bestaunen. „Wir werden ihn in aller Ewigkeit jeden Tag aufs Neue bewundern, weil wir immer wieder einen neuen Aspekt seiner Größe, seiner Herrlichkeit, seiner Liebe entdecken können.“

Die im Bibelwort verheißene Gerechtigkeit habe nichts mit menschlichen Maßstäben zu tun, betonte der Stammapostel: „Gott hat durch Jesus klar gemacht: Gerechtigkeit bedeutet für mich, dass ich will, dass du zu mir kommst. Ich habe dir vergeben. Ich habe dich gerecht gemacht, weil ich dich liebe.“ Für Christen sei dies eine zentrale Perspektive des Glaubens – nicht nur für die Zukunft, sondern schon heute.

Vertrauen trotz erlebter Ungerechtigkeit

Auch wenn im persönlichen Leben oder in der Welt Unrecht erfahren werde, bleibe die Hoffnung auf Christus bestehen: „Wir glauben, dass Jesus wiederkommen wird und dass er alles gut machen wird.“ Der Glaube daran sei keine Vertröstung, sondern eine Quelle der Zuversicht: „Christus hat gesiegt, und wir werden mit ihm siegen.“

Wer Jesus als König anerkenne, folge seinem Willen, so der Stammapostel weiter: „Wenn Jesus dein König ist, dann wird er dich führen. Dann wird er dir sagen, was du tun sollst.“ Dies sei kein Zeichen von Schwäche, sondern Ausdruck innerer Überzeugung. Die Königsherrschaft Christi zeige sich im Handeln des Einzelnen.

„Sein Reich hat schon begonnen“

Bezirksapostel Stefan Pöschel, Leiter der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland, griff in seinem Predigtbeitrag den Gedanken auf, dass das Reich Christi nicht erst mit seiner Wiederkunft beginnt: „Dieses Reich hat schon angefangen – dort, wo du und ich Jesus als unseren König anerkennen.“
Daraus entstehe auch eine Verantwortung im täglichen Miteinander: Wer sich Jesus unterstelle, könne nicht gleichzeitig über andere herrschen wollen, sondern solle im Dienst am Nächsten stehen.

Ein konkretes Beispiel für diese Nachfolge sei der Einsatz für den Frieden. „Weil du zu Jesus gehörst, wirst du alles dafür tun, um den Frieden zu bewahren – in der Familie, im Beruf, in der Gemeinde.“ Dieses Streben sei kein Idealismus, sondern Teil des christlichen Selbstverständnisses.

Die Gerechtigkeit Gottes im Alltag

Bischof Pascal Strobel, verantwortlich im Bereich Süd, stellte in seinem Beitrag die Frage, wie Gottes Gerechtigkeit im Alltag erfahrbar werden könne: „Wenn Jesus mein König ist, dann bedeutet das nicht, dass mir alles gelingt – aber ich lerne, anders damit umzugehen.“ Glaube sei keine Garantie für ein problemloses Leben, wohl aber für ein anderes Denken: „Ich rechne damit, dass Gott eingreift – und ich bleibe gerecht, auch wenn mir Unrecht geschieht.“

Die Gerechtigkeit Gottes sichtbar machen

Zum Abschluss rief der Stammapostel dazu auf, Gottes Gerechtigkeit im eigenen Leben sichtbar werden zu lassen: „Wenn Jesus wirklich dein König ist, dann kann man das an dir erkennen – in deinem Denken, in deinem Reden, in deinem Verhalten.“ Es sei eine Einladung, das Evangelium nicht nur zu hören, sondern auch zu leben.

Am Ende des Gottesdienstes feierte die Gemeinde das Heilige Abendmahl und das Heilige Abendmahl für Entschlafene. Claudia und Bezirksapostel i.R. Bernd Koberstein erhielten den Segen zur Goldenen Hochzeit.

2. Januar 2026
Text: Frank Schuldt
Fotos: Marcel Felde

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Youtube-Link https://www.youtube.com/watch?v=VPL1yWdnVZg
 

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