Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Dortmund. Mit einer Feierstunde verabschiedete die Kirchenverwaltung am 12. Januar 2026 Manfred Bruns, Leiter des Referats Seelsorge, aus dem hauptamtlichen Dienst. Der 65-Jährige blickt auf 45 Jahre Berufstätigkeit zurück: 29 Jahre im Polizei- und 16 Jahre im Kirchendienst.
Im Feierraum der Kirchenverwaltung hatten sich aus Anlass des Abschieds von Bischof Manfred Bruns aus der beruflichen Tätigkeit zahlreiche Weggefährten sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kirchenverwaltung eingefunden. Sie begann musikalisch und mit einem Rückblick in Bildern auf das Wirken des Bischofs.
Drei Bezirksapostel würdigten im weiteren Verlauf den Einsatz von Manfred Bruns, der das Referat Seelsorge über viele Jahre geprägt hatte. Zuvor war er als Kriminalbeamter tätig.
Zwei berufliche Lebensphasen
Nach dem Studium an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW trat Manfred Bruns 1983 in den Polizeidienst ein. Seine Laufbahn führte ihn in verschiedene Ermittlungsbereiche, unter anderem zur Drogen- und Wirtschaftskriminalität sowie ins Landeskriminalamt, wo er Leitungsfunktionen übernahm. Ab 2005 war er Kriminalinspektionsleiter beim Polizeipräsidium Wuppertal.
2009 wechselte er in den Kirchendienst. Bezirksapostel Armin Brinkmann hatte ihn für die Leitung des neu geschaffenen Referats Seelsorge gewonnen. In einer Videobotschaft erinnerte Bezirksapostel Brinkmann an die wachsenden seelsorgerischen und organisatorischen Anforderungen und die Suche nach einem erfahrenen, analytisch denkenden Mitarbeiter – eine Suche, die zu Manfred Bruns führte.
Verantwortung und Struktur
Bezirksapostel Brinkmann hob in einer Videobotschaft die strukturierte, lösungsorientierte Arbeitsweise von Manfred Bruns hervor. Sein Aufgabenbereich habe sich stetig erweitert, seine Arbeit sei geprägt gewesen von Gewissenhaftigkeit und hoher Einsatzbereitschaft.
Auch die weiteren Redner hoben das strukturierte und gewissenhafte Arbeiten von Bischof Bruns hervor. Er galt als verlässlicher Mitarbeiter mit hoher Fachkompetenz, der sowohl kirchliche Verwaltungsprozesse als auch seelsorgerische Anliegen gleichermaßen umsichtig betreute.
Bezirksapostel i. R. Rainer Storck erinnerte in seiner Laudatio an die langjährige und intensive Zusammenarbeit mit Bischof Bruns, die bereits 2001 im Bezirk Krefeld begann. Beide waren damals neu in ihren jeweiligen Ämtern, Manfred Bruns als Bischof und Rainer Storck als Bezirksvorsteher, und arbeiteten über viele Jahre hinweg eng zusammen, auch als Rainer Storck später als Bischof, Apostel und schließlich Bezirksapostel tätig war.
Sicherer Begleiter bei Fusion und Pandemie
Gemeinsam mit Manfred Bruns habe er unter anderem die Fusion der Gebietskirchen NRW und Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland begleitet. Dabei sei es dem Bischof gelungen, vielfältige Perspektiven zusammenzuführen, Papiere zu vereinheitlichen und Entscheidungen transparent zu machen.
In der pandemiebedingten Krisenzeit habe er Orientierung gegeben und dazu beigetragen, mit einer kirchlichen Arbeitsgruppe tragfähige Regelungen für das eingeschränkte kirchliche Leben zu finden. Auch hier halfen ihm die Erfahrungen aus dem Polizeidienst sowie seine zahlreichen Behördenkontakte.
Fachliche Vielseitigkeit
Bezirksapostel Stefan Pöschel hob besonders die Akribie des Bischofs hervor, seine genaue Arbeitsweise und seine Fähigkeit, komplexe Aufgaben präzise zu strukturieren und umzusetzen. Den von Manfred Bruns erstellten Einarbeitungsplan für seinen Nachfolger, Bischof Sascha Tümmler, stellte er exemplarisch als Beleg seiner Sorgfalt und Weitsicht dar.
Weiterhin würdigte der Bezirksapostel die fachliche Vielseitigkeit von Manfred Bruns. Dieser war unter anderem für die Koordination von Kirchenleitungssitzungen, die Bearbeitung von Seelsorgeanfragen, den Umgang mit Amtsanträgen, die Entwicklung von Präventionsmaßnahmen und die Mitarbeit in internationalen Arbeitsgruppen verantwortlich. Das breite Spektrum seiner Tätigkeiten reichte von organisatorischen Details bis zu ethisch sensiblen Themen wie der Bearbeitung von Verdachtsfällen sexualisierter Gewalt.
Als Leiter des Referats Seelsorge habe Manfred Bruns unter anderem bei der Einführung des erweiterten Führungszeugnisses, bei Richtlinienfragen und in rechtlichen Abstimmungen mitgewirkt. „Es gibt kaum einen Text, der hier verabschiedet wurde, an dem Manfred Bruns nicht mitgeschrieben hat.”
Beruf als Berufung
Zum Abschluss wandte sich Bischof Bruns selbst an die Gäste sowie seine Kollegen und dankte für das Vertrauen und die Freiheit, die er bei der Ausgestaltung seines Referats erfahren habe.
Mit Humor und Offenheit berichtete er im Rückblick von prägenden Momenten seiner beruflichen und kirchlichen Laufbahn. Besonders hob er hervor, wie stark sich Beruf und Berufung in seinem Leben miteinander verbunden hätten: „Für mich war Beruf immer auch Berufung, und das hatte immer mit einem Ruf zu tun.”
Er bedankte sich ausführlich bei allen Weggefährten, insbesondere bei seiner Familie, die ihn über die Jahre unterstützt habe. Die anstehende Zeit des Ruhestands wolle er für Familie, Reisen und Hobbys nutzen. Den Mitarbeitenden der Kirchenverwaltung wünschte er weiterhin gutes Gelingen und versprach, mit Dankbarkeit auf die gemeinsame Zeit zurückzublicken.
Zum musikalischen Abschluss sangen alle gemeinsam „Morning has broken“ (JLB 38) – ein Lieblingslied von Manfred Bruns.
20. Januar 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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