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Trauerfeier für
Bischof Bör in Jena:
„Das Ewige ist bei Gott“

 

Westdeutschland/Jena. Im Dezember 2025 verstarb Bischof Helmut Bör. Die Trauerfeier fand am 29. Dezember in der neuapostolischen Kirche Jena statt, wo der 87-Jährige zuletzt lebte. Apostel Ralph Wittich leitete den Gottesdienst, der per IPTV in vier Apostelbereichen Westdeutschlands empfangen werden konnte.

In der Kirche in Jena versammelten sich am Montag, 29. Dezember 2025, Angehörige, Freunde und Gemeindemitglieder, um Abschied von Bischof i. R. Helmut Bör zu nehmen. Mehr als 13 Jahre lang hatte er das kirchliche Leben im Rheinland geprägt und als Bischof ab 1989 die Kirchenbezirke Köln-West, Köln-Ost, Bonn, Aachen und Alsdorf betreut. Er unterstützte dort den damaligen Apostel Armin Brinkmann.

Glaube als Fundament des Lebens

Der Trauerfeier legte Apostel Ralph Wittich das Bibelwort aus 2. Korinther 5,1 zugrunde: „Denn wir wissen: Wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.“

Apostel Wittich betonte, dass Bischof Bör seinen Glauben nicht nur bekannt, sondern gelebt habe. Es sei für ihn nie eine Frage des Vermutens gewesen, sondern eine innere Überzeugung: Das Leben hier sei ein Provisorium – wie ein Zelt –, das einst abgebaut werde, um in ein bleibendes, ewiges Zuhause bei Gott überzugehen.

Der Apostel hob außerdem hervor, dass Helmut Bör sich seiner geistlichen Heimat stets bewusst gewesen sei und diese Hoffnung auf das ewige Leben auch in schweren Zeiten – etwa während seiner Krankheit – nicht verloren habe. „Das Bibelwort steht somit für die Glaubenshaltung, die sein Leben geprägt hat.“

Ein Leben in Amt und Verantwortung

Apostel Wittich würdigte im weiteren Verlauf ausführlich das Wirken des Verstorbenen. Helmut Bör ist am 28. Februar 1938 in Braunsberg (Ostpreußen) geboren worden, aufgewachsen in Hamburg und seit 1955 als Seelsorger in der Kirche aktiv gewesen. Schon früh übernahm er Verantwortung in der Gemeinde, ab 1960 als Priester.

Sein beruflicher Werdegang im Versicherungsbereich führte ihn 1969 nach Bonn, wo er ab 1976 als Gemeindeleiter tätig war. 1981 wurde er Bezirksevangelist für den Bereich Köln-Süd und übernahm 1987 die Leitung des neugegründeten Kirchenbezirks Bonn. 1989 ordinierte ihn Stammapostel Richard Fehr zum Bischof. In diesem Amt diente er in fünf Bezirken bis zur Ruhesetzung 2003.

Ruhig, treu und verbindlich

„Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg diente er als Seelsorger, Prediger und Führungsverantwortlicher in einem kirchlichen Umfeld, das sich in dieser Zeit stark wandelte“, erinnerte Apostel Wittich. In dieser Zeit habe er sich durch ein „ruhiges, treues, verbindliches Wesen“ ausgezeichnet.
Ab 1981 hatte Helmut Bör auch die missionarische Tätigkeit der Kirche unterstützt, unter anderem in Portugal und in Fernost–Russland.

Weiterhin engagierte er sich in der Seniorenseelsorge in der damaligen Gebietskirche Nordrhein-Westfalen, auch noch im Ruhestand. Apostel Wittich hob hervor, dass der Bischof diese Aufgaben mit großer Energie und aus tiefer Glaubensüberzeugung heraus erfüllte: „Er wusste, für wen er es tat.“

„Konsequent für Christus“

Ein schwerer Einschnitt war der Tod seiner ersten Ehefrau im Jahr 2002. 2010 heiratete er erneut und zog 2015 nach Thüringen, wo er sich in der Gemeinde Jena engagierte. Die Liebe zur Kirche und zum geistlichen Austausch prägten auch diese Lebensphase. Der Apostel beschrieb Bischof Bör als jemanden, der sich selbst zurücknehmen konnte, aber stets präsent war, wenn Hilfe gebraucht wurde.

Apostel Franz-Wilhelm Otten (Westdeutschland, Bereich West), der den Bischof aus der Zeit in Bonn gut kannte, beschrieb Helmut Bör als konsequenten Christen: „Konsequent für Christus, entschlossen und klar.“ Er erinnerte an gemeinsame Reisen nach Russland und betonte die Geradlinigkeit und Christuszentriertheit des Verstorbenen. Wort und Sakrament seien ihm stets heilig gewesen.

Verbunden über Grenzen hinaus

Die Trauerfeier wurde per IPTV in die westdeutschen Apostelbereiche Nord, Nordost, Nordwest und West übertragen – ein Zeichen der Verbundenheit mit Bischof Bör. Besonders im Apostelbereich West, seinem ursprünglichen Wirkungsgebiet, erinnerten sich viele Gläubige an die Jahre des gemeinsamen Erlebens mit dem Bischof.

24. Januar 2026
Text: Frank Schuldt
Fotos: Marcel Felde

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Apostel Wittich
Apostel Franz-WIlhelm Otten
Bezirksapostel Brinkmann im Gespräch mit Apostel Wittich
 

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