Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Mülheim an der Ruhr. Bischof Manfred Bruns hielt am Mittwoch, 18. Februar 2026, seinen letzten Gottesdienst im aktiven Amtsauftrag. Am kommenden Sonntag wird ihn Bezirksapostel Pöschel in Duisburg-West in den Ruhestand versetzen. Mit sichtbarer Dankbarkeit blickte der 65-Jährige auf nahezu 45 Jahre im Dienst der Kirche zurück.
Knapp vier Jahrzehnte nach seinem ersten Gottesdienst als junger Priester stand Bischof Manfred Bruns am Mittwochabend ein letztes Mal im aktiven Amtsauftrag am Altar. In der Gemeinde Mülheim an der Ruhr hatten sich neben den örtlichen Gemeindemitgliedern auch zahlreiche Bezirksvorsteher und Vertreter aus seinem Arbeitsbereich eingefunden.
Entsprechend voll war es bereits vor Beginn des Gottesdienstes in der Sakristei. Der Bischof zeigte sich sichtlich bewegt und erinnerte im kleinen Kreis an seinen ersten Gottesdienst als Priester im Januar 1986 in Mülheim-Styrum.
Als langjähriger Leiter des Referats Seelsorge in der Kirchenleitung kümmerte er sich um verschiedene Gruppen in der Kirche wie die Suchtkranken. Zudem organisierte er unter anderem die jährlichen Einführungsveranstaltungen für Bezirks- und Gemeindevorsteher und wirkte in zahlreichen Arbeitsgruppen der Internationalen Kirche mit. Für einige Jahre war er auch Mitglied im damaligen NRW-Jugendgremium.
Am kommenden Sonntag wird Bezirksapostel Stefan Pöschel ihn in der Gemeinde Duisburg-West in den Ruhestand versetzen. Der Bischof äußerte dazu dankbar: Er freue sich, „dass der Bezirksapostel in unseren Arbeitsbereich kommt und alle per Übertragung angeschlossen sind“. Mit Blick auf seinen Nachfolger sagte er zu Bischof Jens Eberle, der ebenfalls anwesend war: „Es ist ein unendlicher Reichtum, die vielen Seelsorgerinnen und Seelsorger, die Schwestern und Brüder in den Gemeinden kennenzulernen. Das wirst du auch noch spüren.“
Bibelwort: Christus steht an unserer Seite
Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus Hebräer 2,18: „Denn da er selber gelitten hat und versucht worden ist, kann er helfen denen, die versucht werden.“ Ergänzend gab es eine Bibellesung aus Hebräer 4,14-16.
Der Bischof stellte Jesus Christus als den „neuen Hohenpriester“ in den Mittelpunkt. Er zeichnete nach, wie Christus wahrer Gott und wahrer Mensch zugleich sei und deshalb menschliche Schwachheit und Versuchung kenne. Anhand der Versuchungsgeschichte Jesu in der Wüste erläuterte er, dass Christus den Versuchungen Satans mit dem Wort Gottes und der festen Verbindung zu seinem himmlischen Vater begegnet sei. Daraus leitete er die Ermutigung ab, im Vertrauen auf Christus standzuhalten: Wer sich an Gottes Wort halte und die Gemeinschaft mit ihm suche, erfahre Hilfe „zur rechten Zeit“.
Mit Blick auf seinen bevorstehenden Ruhestand sprach der Bischof von großer Dankbarkeit für die kommenden Tage und den Aufgabenwechsel. Dienen, so seine Überzeugung, mache reich – reich an Begegnungen und Freundschaften.
Würdigung durch Bischof Jens Eberle
Im weiteren Verlauf des Gottesdienstes diente auch Bischof Jens Eberle. Er griff den Gedanken vom „Meister des Verständnisses“ auf, der jeden Menschen so annehme, wie er sei. In der Taufe hat Gott zugesprochen: „Du bist mein lieber Sohn, an dir habe ich Wohlgefallen.“ Diese Zusage gelte auch heute jedem Christen.
Mit Blick auf Bischof Manfred Bruns würdigte er dessen jahrzehntelangen Dienst. Über viele Jahre habe er Jesus Christus konsequent in den Mittelpunkt gestellt und immer wieder die Bedeutung des Apostelamtes und die Hoffnung auf die Wiederkunft Christi betont. „Es hat kein Gottesdienst gefehlt, wo er das in unsere Herzen hineingelegt hat“, sagte Eberle sinngemäß. Besonders hob er das seelsorgerische Herz des Bischofs hervor: Bei Krankenbesuchen und in persönlichen Gesprächen sei dessen Mitgefühl spürbar gewesen. „Danke, dass wir ihn haben durften“, brachte er die Empfindung vieler Anwesender zum Ausdruck.
Vom Unterdiakon zum Bischof
Manfred Bruns wurde 1960 geboren, stammt aus Oberhausen und lebt heute in Mülheim an der Ruhr. Seinen ersten Amtsauftrag empfing er 1981 als Unterdiakon für die Gemeinde Oberhausen-Mitte. 1985 ordinierte ihn Apostel Friedrich Wömpner zum Priester – in einer Zeit, in der Berufungen noch unmittelbar im Gottesdienst ausgesprochen wurden.
1991 wurde er Bezirksevangelist für den damaligen Kirchenbezirk Oberhausen, den er von 1996 bis 2001 leitete. Am 26. August 2001 empfing er durch Stammapostel Richard Fehr das Bischofsamt. Im gleichen Gottesdienst wurde Christian Schwerdtfeger zum Apostel ordiniert. Seither diente Manfred Bruns unter verschiedenen Aposteln in den Ruhrgebietsbezirken und am Niederrhein.
Als langjähriger Leiter des Referats Seelsorge verantwortete er verschiedene Arbeitsbereiche innerhalb der Gebietskirche, darunter auch die Fachgruppe Suchthilfe. Ferner wirkte er in mehreren Arbeitsgruppen der Neuapostolischen Kirche International mit. Einige Jahre gehörte er dem damaligen NRW-Jugendgremium an, das maßgeblich an der Konzeption der Jugendseelsorge beteiligt war.
Wenn Bezirksapostel Stefan Pöschel ihn am kommenden Sonntag in den Ruhestand versetzt, endet ein aktiver Amtsauftrag, der nahezu 45 Jahre umfasst. Der Gottesdienst in der Gemeinde Duisburg-West wird auf die Gemeinden im Apostelbereich Nordwest übertragen.
19. Februar 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Frank Schuldt
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