Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Kapstadt/Tafelsig. Stammapostel Jean-Luc Schneider ordinierte am Pfingstsonntag Apostel Helge Mutschler zum neuen Stammapostel der Neuapostolischen Kirche. Im Anschluss versetzte Stammapostel Mutschler seinen Vorgänger in den Ruhestand. „Ich blicke begeistert in die Zukunft. Ich habe Hoffnung für die Zukunft“, rief der neue Stammapostel den Gläubigen in aller Welt zu.
Der Pfingstgottesdienst in der Kirche Tafelsig in Kapstadt am 24. Mai 2026 endete mit einem Wechsel an der Spitze der Neuapostolischen Kirche: Stammapostel Jean-Luc Schneider ordinierte seinen bisherigen Nachfolger Helge Mutschler zum Stammapostel. Der Gottesdienst wurde weltweit übertragen. Gastgeber war die Neuapostolische Kirche Südafrika.
Vor der Ordination wandte sich Stammapostel Jean-Luc Schneider an Stammapostelhelfer Helge Mutschler. Dieser sei „von Gott berufen und erwählt“, das Petrusamt zu erfüllen und die Neuapostolische Kirche zu leiten. Die Aufgabe umfasse die geistliche Leitung der Kirche, die Bewahrung und Weiterentwicklung der Lehre unter Führung des Heiligen Geistes, die Einheit des Apostolats sowie die Seelsorge für Apostel und Gläubige.
„Führe uns zu Jesus Christus“
Die Aufgabe des Stammapostels fasste Stammapostel Schneider in einem Satz zusammen: „Führe uns zu Jesus Christus. Bring uns näher zu ihm.“ Es gehe darum, das Bewusstsein für die Herrlichkeit, Kraft, Gnade, Liebe und den Willen Jesu Christi zu vertiefen. „Hilf uns, in der Erkenntnis Jesu Christi zu wachsen, dann werden wir stark sein.“
Mit Blick auf die Last des Auftrags erinnerte Stammapostel Schneider an Petrus, der auf dem Wasser gehen sollte. Auch der neue Stammapostel werde vielleicht Momente erleben, in denen er denke, es sei unmöglich, zu tun, was Jesus von ihm erwarte. „Fürchte dich nicht. Glaube nur. Fürchte dich nicht vor Wind und Wellen. Tue einfach den Willen deines Meisters Jesus Christus. Er ist mit dir.“
Nach dem Ja-Wort von Helge Mutschler bat Stammapostel Schneider im Gebet um Kraft und Gaben für den neuen Stammapostel. Danach ordinierte er ihn im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. „Empfange die Vollmacht, das Petrusamt zu erfüllen“, sagte er.
Der Heilige Geist werde ihn befähigen, trotz menschlicher Unvollkommenheit den Willen Gottes zu tun, sagte Stammapostel Schneider weiter. „Er wird deine Augen und dein Herz öffnen, damit du sehen kannst, was Gott dich sehen lassen will, und verstehst, was Gott will, dass du tust.“ Abschließend versprach er dem neuen Stammapostel die Begleitung Gottes: „Er wird mit dir sein, um dich zu führen, zu schützen, zu stärken und zu trösten.“
Dank und Abschied
Nach der Ordination wandte sich Stammapostel Schneider enthusiastisch an die Gemeinde in Tafelsig und an die weltweit angeschlossenen Gemeinden. „Wir haben einen neuen Stammapostel. Welch ein Segen, welche Freude.“ Dann verabschiedete er sich mit wenigen Worten aus seinem aktiven Dienst: „Danke für euer Vertrauen. Danke für eure Gebete. Danke für eure Arbeit. Danke für eure Liebe.“
Er habe mehr empfangen, als er je verdient habe, sagte Stammapostel Schneider. Dann übergab er den Platz am Altar an seinen Nachfolger.
Rückblick auf die Zeit als Stammapostel
Der neue Stammapostel Helge Mutschler bat seinen Vorgänger nach einem Musikbeitrag erneut nach vorn. Er erinnerte daran, dass Stammapostel Schneider keine Feier seiner Person gewünscht habe. „Wir feiern dich nicht. Aber wir loben Gott für das, was er durch dich tun konnte.“
Stammapostel Mutschler blickte auf den Dienstweg seines Vorgängers zurück: 1980 wurde Jean-Luc Schneider Diakon, später wirkte er als Priester, Evangelist, Hirte, Vorsteher und Bezirksvorsteher. 2003 wurde er zum Apostel ordiniert und am selben Tag zum Bezirksapostelhelfer beauftragt. 2004 folgte der Auftrag als Bezirksapostel für Frankreich und weitere französischsprachige Länder, 2013 wurde er Stammapostel.
„Du hast die Kirche internationalisiert“
Der neue Stammapostel würdigte besonders die weltweite Ausrichtung der Kirche unter Jean-Luc Schneider. „Du hast die Kirche gefestigt. Du hast die Kirche internationalisiert. Du hast jeden Kontinent wahrgenommen und den Reichtum und die Vielfalt der Kirche zum Leuchten gebracht.“
Wichtiger als strukturelle Entscheidungen sei jedoch, was der Heilige Geist durch Stammapostel Schneider gelehrt habe, sagte Stammapostel Mutschler. Dazu zählte er das Bild von Gott als liebendem Gott, das Verständnis des Heilsplans, die Einheit in der Vielfalt und den Blick auf das Amt. „Ein Amt ist kein Privileg und keine Belohnung für Leistung, sondern Dienst, demütiger Dienst.“ Auch Segen sei keine Belohnung für Leistung, sondern Gottes Zuwendung, Nähe und Liebe.
Für den neuen Stammapostel war der Gottesdienst selbst eine Zusammenfassung dessen, was sein Vorgänger gelehrt habe. „Du warst ein unermüdlicher Arbeiter und ein wahrer, demütiger Diener Gottes.“ Persönlich dankte er für die vergangenen zwölf Monate der Vorbereitung, seit seiner Ernennung als Stammapostelhelfer an Pfingsten 2025 in Wiesbaden: „Was du mir erklärt hast, hätte mir niemand anders erklären können.“
Ruhesetzung mit Dank
In der Ansprache zur Ruhesetzung sprach Stammapostel Mutschler auch über die Haltung seines Vorgängers für die kommende Zeit. Jean-Luc Schneider werde künftig in seiner Heimatgemeinde in Frankreich in der Kirchenbank sitzen, das Wort Gottes hören, vielleicht im Chor singen und gemeinsam mit anderen die Kirche reinigen. „Du hast gesagt: Der Stammapostel ist niemand Besonderes. Das hast du gelebt, und das wirst du leben.“
Dann versetzte Stammapostel Mutschler seinen Vorgänger in den Ruhestand. „Hiermit entlaste ich dich vom Amtsauftrag. Aber du bleibst unser geliebter Stammapostel, du bleibst in unseren Herzen.“ Mit dem Handschlag verbinde er „Millionen Hände“ voller Dankbarkeit. Er dankte Jean-Luc Schneider und seiner Frau für ihren demütigen Dienst, ihr Vorbild und ihre Lehre.
Hoffnung für die Zukunft
Zum Schluss des Gottesdienstes nahm Stammapostel Mutschler ein Wort seines Vorgängers auf. Stammapostel Schneider hatte vor dem Heiligen Abendmahl gesagt, er sei begeistert von der Zukunft. „Ich auch“, sagte Stammapostel Mutschler. „Ich habe Hoffnung für die Zukunft.“
Stammapostel Helge Mutschler
25. Mai 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Neuapostolische Kirche International
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