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Pfingsten 2026:
Gottesdienst mit
Stammapostel Schneider in Kapstadt

 

Kapstadt/Tafelsig. Stammapostel Schneider leitete am Sonntag, 24. Mai 2026, den internationalen Pfingstgottesdienst der Neuapostolischen Kirche. In seiner Predigt stellte er klar: Das Evangelium dürfe nicht für Macht, Gewalt oder Ausgrenzung benutzt werden. Was für die Zukunft der Kirche zähle, seien Treue, Liebe, Gehorsam gegenüber Gott sowie der Umgang mit Sündern, Schwachen und dem Nächsten.

Der Pfingstgottesdienst in der Kirche Tafelsig in Kapstadt stand unter dem Thema der Einheit in Christus. Grundlage der Predigt war das Bibelwort aus 1. Korinther 12,13: „Denn wir sind durch einen Geist alle zu einem Leib getauft, wir seien Juden oder Griechen, Sklaven oder Freie, und sind alle mit einem Geist getränkt.“ Die ergänzende Lesung vor der Predigt stammte aus 1. Korinther 12,1-11.

Der Leib Christi auf Erden

Stammapostel Jean-Luc Schneider führte in seiner letzten Predigt im aktiven Dienst zunächst grundsätzlich in das Verständnis der Kirche Christi ein. Wenn das Glaubensbekenntnis von der Kirche spreche, gehe es nicht um die Neuapostolische Kirche als menschliche Organisation, sondern um die Kirche Christi als Werk des Heiligen Geistes. Diese Kirche sei die Gemeinschaft der getauften Gläubigen, die Christus folgen und ihn als Herrn bekennen.

Der Stammapostel griff das Bild vom Leib Christi auf. Christus sei das Haupt im Himmel, die Kirche sein Leib auf der Erde. Dadurch setze Christus sein Heilswirken fort: Er offenbare die Natur Gottes, rufe Menschen zur Umkehr, helfe den Armen und Leidenden und führe die Menschen in die Gemeinschaft mit Gott.

Kraft der Kirche Christi

Diese Kirche Christi sei nicht perfekt sichtbar, sagte Stammapostel Schneider. Überall seien Menschen mit Schwächen und Fehlern. Entscheidend sei aber nicht, wie stark oder erfolgreich eine Kirche nach außen wirke. „Die Kraft der wahren Kirche Christi liegt nicht in Mitgliederzahlen, Geld oder Einfluss“, sagte er sinngemäß. Ihre Kraft liege in der Treue, der Liebe zu Christus und dem Gehorsam gegenüber seinem Willen.

Auch die Aufgabe des Apostolats beschrieb der Stammapostel von Christus her. Es gehe nicht darum, Mitgliederzahlen zu erhöhen oder die Kirche einflussreicher zu machen. Die Apostel seien gesandt, die Gläubigen zu lehren, das Evangelium zu halten und den Willen Gottes zu tun.

Kein Evangelium für Macht und Gewalt

Zum Ende der Predigt wurde Stammapostel Schneider sehr konkret. Wenn Christus das Haupt der Kirche sei, dann bestimme er, was die Kirche zu tun habe. Jesus habe gesagt: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“

Daraus zog der Stammapostel klare Konsequenzen: „Niemand kann beanspruchen, im Namen Jesu Christi ein Land zu regieren. Niemand kann vorgeben, im Auftrag Jesu Christi in den Krieg zu ziehen. Niemand darf das Evangelium Jesu Christi benutzen, um Gewalt und Hass zu rechtfertigen“, sagte Stammapostel Schneider. Menschen könnten Krieg, Hass und Gewalt nicht mit Jesus Christus begründen.

Gott und den Nächsten lieben

Ebenso wandte er sich gegen ein Verständnis des Evangeliums als Weg zu Wohlstand und irdischem Erfolg. Das sogenannte Wohlstandsevangelium sei heute verbreitet, habe aber keine Grundlage in der Botschaft Jesu. „Wenn du betest, wenn du glaubst, wenn du deine Opfer gibst, wirst du reich und alle deine Probleme werden gelöst – wo steht das in der Bibel?“ fragte der Stammapostel. Jesus habe nicht versprochen, alle irdischen Probleme zu lösen. Er sei gekommen, um ewiges Leben zu geben.

Reichtum sei darum nicht automatisch Segen, Armut nicht automatisch Fluch. Umgekehrt garantiere Armut auch nicht die Erlösung. Entscheidend sei, Christus zu folgen und den Willen Gottes zu tun. Diesen Willen habe Jesus zusammengefasst: Gott lieben und den Nächsten lieben.

Sünder nicht zwingen

Auch über den Umgang mit Schuld und Sünde sprach der Stammapostel deutlich. Es sei nicht die Aufgabe der Kirche, Sünder zu bestrafen oder Menschen zur Umkehr zu zwingen. Jesus habe niemanden gezwungen. „Die Umkehr des Sünders ist eine Sache zwischen Gott und dem Sünder“, sagte Stammapostel Schneider. Die Kirche könne und wolle Erlösung nicht aufzwingen.

Ebenso wenig sei es Aufgabe der Kirche, eine Rangordnung der Sünden aufzustellen. Es gehe nicht darum, bestimmte Sünden als besonders schwer und andere als weniger ernst zu bewerten. Christus wolle, dass die Kirche Sünder liebe und ihnen helfe, gerettet zu werden.

Im Bild vom Leib Christi bedeute dies auch: Jeder werde gebraucht. Die Verschiedenheit der Gläubigen sei kein Problem, sondern von Gott gewollt. Menschen hätten unterschiedliche Gaben, Aufgaben und Möglichkeiten. Es gebe Starke und Schwache, doch in den Augen anderer könne jeder einmal als schwach gelten.

Wie die Schwachen behandelt werden

Gerade an diesem Punkt sah Stammapostel Schneider eine entscheidende Frage für die Zukunft der Kirche. Manche könnten auf andere Länder, Kulturen oder Gemeinden schauen und sie als schwach beurteilen: wegen sinkender Mitgliederzahlen, wegen eines anderen theologischen Verständnisses oder wegen anderer Formen kirchlichen Lebens. Doch solche Bewertungen seien nicht entscheidend.

„Was für Christus zählt, ist gerade die Art und Weise, wie wir mit den Schwachen umgehen“, sagte der Stammapostel. Er erinnerte an das Wort Jesu: Was ihr einem der Geringsten getan habt, das habt ihr mir getan. Wer einen anderen als schwach ansehe, müsse sich bewusst machen: Die Weise, wie er diesen Menschen behandle, betreffe Christus selbst.

Als eine Art Vermächtnis gab Stammapostel Schneider den Gläubigen mit, worauf es für die Zukunft der Kirche ankomme: auf Treue, Liebe und Gehorsam gegenüber Christus sowie auf den Umgang mit Sündern, Schwachen und dem Nächsten. „Die Art und Weise, wie wir mit den Schwachen umgehen, bezeugt die Gegenwart Christi in unserer Mitte“, sagte er. Die Unterschiede und Schwächen der Glieder am Leib Christi würden die Vollendung dieses Leibes nicht verhindern. Gott werde sein Werk vollenden.

Predigtbeitrag des Stammapostelhelfers

Stammapostelhelfer Helge Mutschler griff diesen Gedanken in seinem Predigtbeitrag auf. Er bezeichnete auch sich selbst als schwach und erinnerte daran, dass alle auf die Gnade Jesu Christi angewiesen seien. Jeder könne dem anderen sagen: „Ich will dich stärken. Ich vergebe dir. Ich sehe dich in deiner Schwachheit. In meinen Augen bist du kostbar.“

Nach dem Heiligen Abendmahl folgten die Ordination von Helge Mutschler zum Stammapostel und die Ruhesetzung von Stammapostel Jean-Luc Schneider.

Weltweite Übertragung per Internet

Der Gottesdienst wurde weltweit via IPTV und YouTube öffentlich übertragen und von der Neuapostolischen Kirche Südafrika ausgerichtet. Chor, Orchester und Solisten gestalteten den Gottesdienst musikalisch.

Nach dem Schlusslied dankte Stammapostel Helge Mutschler den Musikern ausdrücklich: „Wie schön ist das? Unglaublich, das ist Himmel.“ Er dankte dem Kinderchor, dem Chor und Orchester sowie für das Konzert am Vortag. Zugleich schloss er alle Helfer ein, die die Pfingsttage vorbereitet und begleitet hatten: „Es war Himmel auf Erden während dieser Tage.“

27. Mai 2026
Text: Frank Schuldt
Fotos: Neuapostolische Kirche International

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  • Helge Mutschler ist Stammapostel: „Ich habe Hoffnung für die Zukunft“
 

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