Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Trier. Bezirksapostel Pöschel besuchte am 24. Juni 2026 den Bezirk Trier und verabschiedete im Gottesdienst Bezirksältester Jürgen Raudzus (65) in den Ruhestand. Als Nachfolger in der Bezirksleitung beauftragte er Hirte Thomas Stüber. Grundlage der Predigt war der Aufruf aus Jesaja, nach Rückschlägen aufzustehen und Licht weiterzugeben.
Nach 42 Jahren als Seelsorger, davon elf Jahre als Leiter des Kirchenbezirks Trier, verabschiedete Bezirksapostel Stefan Pöschel im Gottesdienst am Mittwochabend, 24. Juni 2026, Bezirksältester Jürgen Raudzus in den Ruhestand. Der 65-Jährige bleibt in der Krankenbetreuung aktiv, wofür ihn der Bezirksapostel entsprechend beauftragte.
In seiner Ansprache würdigte der Bezirksapostel den langjährigen Einsatz von Jürgen Raudzus. Er beschrieb ihn als einen bescheidenen und verlässlichen Seelsorger, der Herausforderungen nicht ausgeblendet, sondern gemeinsam mit den Gemeinden vor Gott getragen habe. „Treu geblieben, aufrecht vor den Menschen und demütig vor Gott“, sagte Bezirksapostel Pöschel.
42 Jahre im Amt
Jürgen Raudzus stammt aus Hermeskeil und lebt heute in Wadern. Seinen ersten Amtsauftrag empfing er 1984 als Diakon. Nach weiteren Amtsstufen wirkte er ab 1993 als Bezirksevangelist. Seit 2002 gehört der Kirchenbezirk Trier zu seinem Arbeitsbereich; zuvor war er im Bezirk Saarbrücken tätig. Im Jahr 2015 ordinierte ihn Bezirksapostel Bernd Koberstein zum Bezirksältesten und beauftragte ihn zugleich als Bezirksvorsteher für Trier.
Neben der Bezirksleitung übernahm Jürgen Raudzus in mehreren Gemeinden Verantwortung, unter anderem in Schmelz, Wadern, Traben-Trarbach, Trier-Ehrang, Bitburg und Konz. Insgesamt diente er 42 Jahre als Amtsträger, davon elf Jahre als Leiter des Kirchenbezirks Trier.
Der Bezirksapostel dankte auch Iris Raudzus sowie der Familie für die Begleitung über viele Jahre. Die Unterstützung im Hintergrund sei für den Dienst ihres Mannes wichtig gewesen, sagte er.
Neuer Bezirksvorsteher für Trier
Unmittelbar nach der Ruhesetzung beauftragte Bezirksapostel Stefan Pöschel Hirte Thomas Stüber (62) als neuen Bezirksvorsteher. Der Bezirksapostel wünschte ihm für die neue Aufgabe Gottes Segen, ein gutes Miteinander mit den Geistlichen und einen offenen Blick für die Anliegen der Gemeinden.
Thomas Stüber ist gebürtiger Trierer und leitet seit 2016 die Gemeinde Trier-Mitte. Seit Juni 2020 unterstützte er die Bezirksleitung bereits als stellvertretender Bezirksvorsteher. Seinen ersten Amtsauftrag empfing er 1986, seit 2013 dient er im Hirtenamt. Priester Florian Stricksner unterstützt als Vertreter in der Bezirksleitung.
Der Bezirksapostel erinnerte daran, dass die Leitung eines Bezirks gemeinsame Verantwortung verlange. Dazu gehörten die Begleitung der Gemeindevorsteher und ihrer Familien, die Suche nach Mitarbeitern sowie ein verantwortlicher Umgang mit Konflikten. „Gott sendet dich dann in diese Situation hinein“, sagte er an Thomas Stüber gerichtet.
Aufstehen und Licht weitergeben
Grundlage für den Gottesdienst war das Bibelwort aus Jesaja 60,1: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!“ Bezirksapostel Stefan Pöschel stellte das Wort in den Zusammenhang der Rückkehr des Volkes Israel aus dem babylonischen Exil. Die Menschen hätten von einer guten Zukunft in Jerusalem geträumt, seien dort aber auf eine zerstörte Stadt getroffen.
Der Aufruf des Propheten sei deshalb eine Ermutigung gewesen, trotz der ernüchternden Wirklichkeit nicht liegen zu bleiben. Bezirksapostel Pöschel übertrug diesen Gedanken auf das Leben heute: Christsein sei kein einfacher Weg ohne Rückschläge. Menschen könnten im Glauben, durch eigenes Versagen, durch Leid, Konflikte oder enttäuschte Erwartungen den Mut verlieren.
Christus soll sichtbar werden
Aufstehen könne niemand allein aus eigener Kraft, führte der Bezirksapostel aus. Jesus Christus reiche die Hand und gebe neue Kraft. Wer diese Hilfe annehme, könne auch selbst zum Licht für andere werden: indem er über seinen Glauben spreche, anderen zuhöre, Frieden suche und Hoffnung weitergebe.
Bezirksältester Jürgen Raudzus knüpfte in seinem letzten Predigtbeitrag im aktiven Amtsauftrag daran an. Entscheidend sei, dass der Glaube nicht verborgen bleibe. „Wenn bei dir und bei mir Christ draufsteht, soll es auch sichtbar werden“, sagte er.
Am Gottesdienst in Trier nahmen die Gläubigen aus vielen Gemeinden des Bezirks in Präsenz in der Gemeinde Trier-Mitte oder per IPTV-Übertragung teil.
Hirte Thomas Stübe und Bezirksapostel Stefan Pöschel (v.l.n.r.)
25. Juni 2026
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Gernot Surges
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