Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund/Herne. Am Montag, 22. November 2010, trafen sich die Leiterinnen und Leiter der Trauer-Gesprächskreise aus den nordrhein-westfälischen Bezirken zu ihrem zweiten diesjährigen Erfahrungsaustausch. Zum ersten Mal mit dabei: Apostel Rainer Storck. Er ist seit einiger Zeit für die Betreuung der Arbeitsgruppe verantwortlich ist.
Hirte Peter Leusenrink, Gemeindeleiter in Herne-Börnig und mit Evangelist Werner Biewald aus Bochum-Gerthe einer der Initiatoren der Trauerkreise, begrüßte die Anwesenden zu Beginn der Sitzung.
Umfangreiche Tagesordnung
Erster Tagesordnungspunkt waren Berichte der Trauerbegleiter aus der Arbeit in ihren Bezirken. Danach standen Überlegungen auf der Agenda, wie die Existenz und die Arbeit der Trauerkreise in der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen intensiver publiziert werden könnten und welche weiteren Zugangswege zu den Betroffenen möglich wären.
Eine fundierte Qualifizierung der Trauerbegleiter wurde ebenso besprochen wie ein geplanter "Leitfaden für die Trauerarbeit", der die Aktivitäten dieser begleitenden Hilfestellung harmonisieren helfen soll.
Trauerkreise in elf Bezirken
In derzeit elf der 32 Bezirke in der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen sind Trauerbegleiterinnen und -begleiter tätig, die zum Teil berufliche Qualifikationen oder langjährige Erfahrungen einbringen. Einige von ihnen haben einen speziellen Grundkurs zur Trauerbegleitung absolviert. Sie organisieren Gesprächskreise, die in der Art von Selbsthilfegruppen zu Gesprächen und Gedankenaustauschen im geschützten Raum stattfinden. Teilweise sind sie auch zu Einzelbetreuungen unterwegs, wenn die Trauernden noch keinen Zugang zu einem Gesprächskreis wünschen.
In einigen Bezirken haben sich die Trauerkreise soweit etablieren können, dass sich die Teilnehmer bereits als eine vertraute Gruppe verstehen. Werner Biewald, seit 2004 in dieser Arbeit unterwegs, erklärt, dass die Teilnehmer in den Gesprächsgruppen ihre persönlichen Erfahrungen und Befindlichkeiten mitteilen und sich so gegenseitig stützen und ergänzen.
Vertraulichkeit und Fachkompetenz
„Ganz wichtig in diesen Kreisen ist die Vertrautheit und die Vertraulichkeit“, so Biewald. Die dort geführten Gespräche seien sehr intim und es sei äußerste Schweigepflicht gefordert, beschreibt er die Sensibilität dieser Betreuung. „Der Trauerkreis duldet keine Zuschauer“, bringt er es auf den Punkt. Peter Leusenrink ergänzt, dass neben einer seelsorgerischen Kompetenz der Trauerbegleiter - ohne dass sie in kirchlichen Ämtern tätig sein müssen - ein fundiertes Fachwissen unumgänglich sei. "Eine Ausbildung zur Trauerbegleitung ist unvermeidlich", fordert er.
„Der Förderverein der Neuapostolischen Kirchen Deutschlands, NAK-karitativ, hat zugesagt, diese Ausbildung finanziell zu unterstützen“, so ermunterte er alle Anwesenden zur Teilnahme an den entsprechenden Fortbildungskursen.
Förderung der Trauerkreise durch die Kirchenleitung
Apostel Storck informierte sich über die Akzeptanz der Trauerkreise in den Bezirken Nordrhein-Westfalens. Sowohl bei den Bezirks- und Gemeindeleitern als auch bei den Betroffenen selbst seien die Chancen dieser begleitenden Betreuung noch nicht durchgängig bekannt.
"Wir brauchen keinen Trauerkreis" sei vor allem eine Einlassung der älteren Generation, die insgesamt nicht gelernt habe, zu reden, sich auszutauschen. Das gelte vor allem, wenn es um so ganz persönliche Belange wie die Trauer gehe, so Werner Biewald. Auch die im Bezirk und in der Gemeinde tätigen Seelsorger seien oft nicht in der Lage, die Trauerbegleitung als kompetente Ergänzung zur Seelsorge zu betrachten.
Seelsorger und Trauerbegleiter auf Augenhöhe
Apostel Storck will dafür sorgen, dass diese Hürden abgebaut werden und sagte seine volle Unterstützung zu. So will er in den Bezirksämterversammlungen in Dortmund für die Installation eines Trauerkreises in jedem Bezirk werben. Im Idealfall stelle er sich vor, dass die Gemeindeseelsorger den betroffenen Trauernden die Tür öffnen zum Trauerkreis. "Das geht nur, wenn sich Seelsorger und Trauerbegleiter auf Augenhöhe begegnen und eine gute Zusammenarbeit zwischen ihnen möglich wird", so fasste er seine Wünsche zusammen.
Dazu solle der „Leitfaden für die Trauerarbeit“ dienen, der in einem ersten Entwurf an die Trauerbegleiter verteilt wurde. Nach fachlicher Durchsicht und redaktioneller Bearbeitung soll er der Kirchenleitung zur Genehmigung vorgelegt werden.
Gottesdienst für Trauernde
Zum Schluss der Arbeitssitzung kamen noch die notwendige Seelsorge an Trauerbegleitern zur Sprache und auch der wichtige Hinweis, wie Peter Leusenrink bemerkte, dass die Seelsorger in den Gemeinden vor Ort bei den Trauerbegleitern Hilfe und Unterstützung für ihre Seelsorgearbeit erfahren können.
Am Sonntag, dem 28. November 2010, findet in der Kirche Herne-Mitte, Stammstraße 36, 44623 Herne der diesjährige Gottesdienst für Trauernde statt. Alle Trauernden, unabhängig von Konfession und Trauerzeit, sind zu diesem Gottesdienst eingeladen, den Bezirksapostel Armin Brinkmann halten wird.
Informationsstand im Foyer
Bereits in den NAK NRW Informationen (NNI) für das IV. Quartal 2010 machte der Bezirksapostel besonders auf die Seelsorge an Eltern nach Fehl- oder Totgeburten aufmerksam und hat die Eltern zu diesem Gottesdienst eingeladen.
Im Foyer der Kirche werden Interessierte die Möglichkeit erhalten, sich über die Gesprächskreise Trauernder zu informieren. Speziell geschulte Trauerbegleiter geben Auskunft über die Gründung von Trauergruppen und über Inhalte und besondere Fragestellungen zur Trauerthematik.
Tagung in Herne: Trauerbegleitung
26. November 2010
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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