Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Hochdahl/Dortmund. Seit November 2010 ist der Kreis der Betreuerinnen und Betreuer rund um die Seelsorge an Hörgeschädigten größer geworden. Am Samstag, 5. November 2011, fand für einen Teil dieser erweiterten Gruppe im Seminarzentrum Erkrath-Hochdahl ein Aufbaukurs für Gebärdensprache statt. Am Montag, 7. November 2011, kamen außerdem die rund um die Hörgeschädigten-Seelsorge tätigen Amtsträger zu einem Treffen nach Dortmund.
Der Aufruf von Bezirksapostel Armin Brinkmann vom September 2010 zur Mitarbeit bei der Betreuung der hörgeschädigten Glaubensgeschwister in den Gemeinden der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen hatte seinerzeit ein gutes Echo gefunden (wir berichteten).
Steigerung der seelsorgerlichen Kompetenz
Hirte Dieter Roß aus Wiesbaden (Neuapostolische Kirche Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland), der bereits im November letzten Jahres für diesen erweiterten Kreis Grundkurse zur Gebärdensprache angeboten hatte, leitete auch dieses Aufbauseminar.
Am Montag, 7. November 2011, hatte Apostel Rainer Storck, für die Seelsorge an den Hörgeschädigten in den Gemeinden der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen verantwortlich, alle Amtsträger nach Dortmund zu einer Besprechung eingeladen, die ihn bei dieser Arbeit unterstützen.
In beiden Veranstaltungen ging es darum, die seelsorgerliche Kompetenz zu steigern und die Versorgung der hörgeschädigten Gemeindemitglieder zu intensivieren.
Maßvolle und zugleich lebhafte Gesten
Das sechsstündige Seminar am Samstag enthielt neben theoretischen Betrachtungen über die visuelle Kommunikation auch einige Übungen, die den Teilnehmern ein Gespür für die ganzheitliche Inanspruchnahme aller Kommunikationsmedien vermittelte.
Hände, Arme, Schultern, Kopf, der ganze Oberkörper, aber auch der Gesichtsausdruck, die Mundpartie und der Blick sollten miteinander die Informationen vermitteln, die ein Gespräch ausmachen, so Dieter Roß, der berufliche Qualifikationen auf diesem Gebiet besitzt.
Er legte dabei Wert darauf, dass die Inkorporation, also die Einbeziehung des ganzen Körpers, die Simultanität und Vitalität der Gebärden und Gesten korrespondieren mit einer gewissen Ökonomie. Das bedeute, dass ein gutes Maß an Gesten und Gebärden wohl eine lebhafte, aber keineswegs eine übertriebene und dabei überfordernde Kommunikation darstellen.
Flächendeckende Seelsorge
Am Montagabend in der Ämterversammlung ging es den Verantwortlichen darum, die Seelsorge an den hörgeschädigten Glaubensgeschwistern nicht nur im Angebot von Gottesdiensten zu gewährleisten, sondern auch die persönliche Seelsorge flächendeckend sicher zu stellen.
Apostel Storck dankte seinen Mitarbeitern für ihren zeitaufwändigen Einsatz und versicherte ihnen seine Wertschätzung für ihre Arbeit.
Gebärden in der neuen Liturgie
Erste Überlegungen für das 50-jährige Jubiläum der Hörgeschädigten-Seelsorge in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2013 nahmen einen weiteren Raum in dieser Abendveranstaltung ein. So sollen die Hörgeschädigten-Tage 2013 wohl von der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen ausgerichtet werden und eine vorhandene Chronik über diese Arbeit überarbeitet und ergänzt werden.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die seit einem Jahr gebräuchliche Liturgie in den Gottesdiensten der Neuapostolischen Kirche. Hier ging es vor allem um eine einheitliche Handhabung bei der Aussonderung des Heiligen Abendmahles und beim Segensgestus zum Schlusssegen.
Neben dem Gebrauch der Hände für die entsprechenden Segensgesten müsse ja auch noch gebärdet werden, so Wolfgang Bethke, Vorsteher der Hörgeschädugten-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen. Apostel Storck sicherte zu, darüber in Kürze einen verbindlichen Hinweis folgen zu lassen.
Hörgeschädigte: Ämterstunde
11. November 2011
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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