Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund. Drei große Ereignisse erwarten die Hörgeschädigten aus Nordrhein-Westfalen in diesem und im nächsten Jahr. Apostel Rainer Storck und Priester Wolfgang Bethke, beide für die Gruppe der hörgeschädigten Glaubensgeschwister verantwortlich, informierten die Seelsorger und Beauftragten der Hörgeschädigten-Gemeinde am Montag, 12. März 2012, über die bisherigen Planungen.
Mehr als 40 Seelsorger, Betreuerinnen und Betreuer sowie Dolmetscher der Hörgeschädigten-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen hatten sich dazu im Gemeinschaftszentrum Dortmund (GZD) versammelt. Sie diskutierten außerdem Fragen zur Übersetzung der neuen Liturgie in die Gebärdensprache und ihren Einsatz in den Gottesdiensten für Hörgeschädigte.
Xanten, Magdeburg, Münster
Spannend wird die Beteiligung der Hörgeschädigten am "Tag der Begegnung" in Xanten sein, der vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) am 2. Juni 2012 veranstaltet wird. Am gleichen Wochenende geht es auf die Reise nach Magdeburg, wo die diesjährigen Hörgeschädigten-Tage (HGT) stattfinden.
Schließlich gab es bereits jetzt erste Informationen über die Hörgeschädigten-Tage 2013, die in Münster in Westfalen stattfinden sollen. Am diesjährigen Jugendtag am 16. und 17. Juni 2012 in Oberhausen sollen die Hörgeschädigten auch Präsenz zeigen.
Hörgeschädigte in Xanten
Zum ersten Mal beteiligt sich die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen am "Tag der Begegnung". Seit 1998 führt der LVR diese Fest im Archäologischen Park in Xanten durch. Zusammen mit den Handicapped-Kids werden sich die Hörgeschädigten an einem etwa 100 Quadrtatmeter großen Stand auf dieser Veranstaltung präsentieren.
Die Neuapostolische Kirche zählt damit zu den 160 Ausstellern, die sich für 2012 "zu diesem größten inklusiven Familienfest von Menschen mit und ohne Behinderung in der Bundesrepublik Deutschland" angemeldet haben, wie der LVR sein Fest beschreibt.
LVR-Fest setzt Zeichen
Auf der Webseite des LVR zu diesem Tag der Begegnung (www.tag-der-begegnung.lvr.de) ist zu lesen, dass dieses Fest als Leuchtturm einer gleichberechtigten Teilhabe an der Gesellschaft für alle Menschen weit über die Grenzen des Rheinlandes hinaus bekannt geworden sei und auch europaweit das einzige Fest seiner Art sei.
"Diese Veranstaltung bietet der Neuapostolischen Kirche bei etwa 25.000 erwarteten Besuchern ein hervorragendes Forum, ihre vielfältigen Angebote für Menschen mit Behinderungen und Hörschädigungen darzustellen", wirbt Kathtin Schinski, die das Projekt für die Handicapped-Kids und die Hörgeschädigten organisiert, um rege Teilnahme.
Hörgeschädigten-Tage 2012 in Magdeburg
Die 14. Hörgeschädigten-Tage werden von der Gebietskirche Sachsen-Anhalt organisiert. Magdeburg ist als Ort des Treffens der Hörgeschädigten aus den deutschen Gebietskirchen und der Schweiz vorgesehen.
Wolfgang Bethke, Vorsteher der Hörgeschädigten-Gemeinde in Nordrhein-Westfalen, informierte über die bereits begonnenen Vorbereitungen der Reise nach Magdeburg und warb um weitere Unterstützung, damit alle Interessenten erreicht werden könnten.
2013 - Jubiläumsfeier in Münster
Ein Blick in das Jahr 2013 gewährte Apostel Storck mit dem Hinweis auf das Jubiläumsjahr der Hörgeschädigten-Seelsorge in Nordrhein-Westfalen.
Vor 50 Jahren habe diese besondere Arbeit auf Initiative des damaligen Stammapostels Walter Schmidt (1881-1981) begonnen und unter der fachlichen und seelsorgerlichen Begleitung durch den späteren Bezirksältesten Günther Lierse (1929-2009) ihre derzeitige Ausprägung erhalten.
Erntedank-Wochenende 2013
Zu diesem Anlass habe die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen sich entschlossen, zu den Hörgeschädigten-Tagen 2013 in das westfälische Münster einzuladen. "Auch der Termin steht schon fest", so Apostel Storck, " es ist das Erntedank-Wochenende 2013, der 5. und 6. Oktober 2013."
Der Tagungsort und das Rahmenprogramm seien noch nicht festgelegt, aber eine Chronik über fünfzig Jahre Hörgeschädigten-Seelsorge in Nordrhein-Westfalen sei bereits in Auftrag gegeben worden, wusste Apostel Storck zu berichten. Die Broschüre soll rechtzeitig im Oktober 2013 zur Verfügung stehen.
Gebärden für neue Litiurgie
Fragen zum Umgang mit der Übersetzung der neuen Liturgie in den Gottesdiensten für Hörgeschädigte bestimmten den letzten Teil dieses Abends. Bisher war es üblich, dass sowohl bei der Aussonderung der Hostien zur Feier des Heiligen Abendmahles als auch bei der Spendung des Schlusssegens der am Altar stehende Amtsträger seine Worte selbst gebärdete.
Apostel Storck warb dafür, dass in Zukunft ein zweiter Amtsträger die Gebärden zeige, während der den Gottesdienst durchführende Amtsträger seine Hände zur Aussonderung und zum Segen entsprechend ausbreite.
Um den hörgeschädigten Glaubensgeschwistern die neuen Sprachregelungen bei der Konsekration bewusst zu machen und sie ihnen mit Inhalt zu füllen, vereinbarten die Betreuerinnen und Betreuer, Workshops anzubieten. Darin könnten die nötigen Gebärden besprochen und erläutert werden.
Hörgeschädigte in Xanten, Magdeburg und Münster
27. März 2012
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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