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Fragen und Antworten zum Katechismus

Fragen und Antworten zum Katechismus

 

Bielefeld/Dortmund. Vier Stunden lang erörterte Dr. Reinhard Kiefer, profunder Kenner des ersten neuapostolischen Katechismus, Aufbau und Inhalt dieses neuen Werkes. Etwa 40 Teilnehmer, Jugendliche und ihre Betreuer, waren dazu am Samstag, 29. September 2012, im Seminarzentrum der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen im ostwestfälischen Quelle-Steinhagen zusammengekommen.

"Der Katechismus will den Glauben zur Sprache bringen", startete Reinhard Kiefer seine Erläuterungen. Das Werk sei ein Angebot der Kirche, dass sich sowohl nach innen als auch nach außen richte. Es sei in einer modernen und verständlichen Sprache geschrieben und werde Ende 2012 zur Verfügung stehen.

Den Katechismus lesen

Dreizehn Kapitel wird das etwa 400 Seiten umfassende Buch haben, so Kiefer, der als studierter Theologe intensiv an der Erstellung des Werkes mitgearbeitet hat.

Der Katechismus spreche nicht nur die Sprache des Glaubens, sondern auch die des Wissens, so Kiefer weiter. Und mit seiner anschließenden Bemerkung "Der Katechismus lebt aber nur, wenn man ihn liest!", machte er Mut, sich intensiv mit den Inhalten des neuapostolischen Glaubens auseinanderzusetzen.

Dreizehn Kapitel

Reinhard Kiefer gliederte den Workshop anhand der dreizehn Katechismus-Kapitel, die er jeweils inhaltlich vorstellte und auf Fragen sogleich einging. So ergaben sich interessante Gespräche und manche weiter führenden Erkenntnisse.

Kapitel 1 beschäftigt sich mit den Offenbarungen Gottes, wie sie sich in der Schöpfung und in der Geschichte darstellen, mit den Offenbarungen Gottes in der Heiligen Schrift und mit den gegenwärtigen Offenbarungen des Heiligen Geistes. Schließlich behandelt das erste Kapitel noch das Thema "Der Glaube als Antwort auf Gottes Offenbarungen". "Hier kommt der Mensch ins Spiel", so Kiefer. "Gott ist kein Produkt des Glaubens, sondern der Glaube ist Antwort auf Gottes Sein", beschrieb der Referent den letzten Teil dieses Kapitels.

Das neuapostolische Glaubensbekenntnis

In der Diskussion mit den Teilnehmern wurde an dieser Stelle klar, dass der Glaube an sich eine Reaktion des Menschen auf Gottes Walten ist. Glaube im christlichen Sinn sei Hinwendung zu Gott, der sich dem Menschen zuerst zugewendet hat, so Reinhard Kiefer.

Im zweiten Kapitel geht es um das Glaubensbekenntnis. Hier werden die biblischen Glaubensbekenntnisse, die Entstehung der altkirchlichen Glaubensbekenntnisse und ihre Bedeutung für die Neuapostolische Kirche erläutert. Das zweite Kapitel endet mit der Darstellung und Erklärung des neuapostolischen Glaubensbekenntnisses.

Die Trinitätslehre

Kapitel 3 behandelt das Wesen Gottes und beschäftigt sich ausführlich mit der Trinitätslehre. Nicht "Gott Vater - Sohn und Heiliger Geist" sondern "Gott - Vater, Sohn und Heiliger Geist" müsse die sprachliche Formulierung lauten, so das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen. Und weiter:  Alle drei seien gleichwertige Erscheinungsformen des einen Gottes.

Die im 4. bis 6. Jahrhundert entwickelte Trinitätslehre habe keine miteinander konkurrierenden göttlichen Personen denken, sondern den Monotheismus stärken wollen, wusste Reinhard Kiefer zu ergänzen. Darüber und über die verschiedenen Aspekte des einen Gottes in Gott-Vater als dem Schöpfer, Gott-Sohn als dem Erlöser und Gott-Heiliger Geist, der über alle Menschen ausgegossen sei, gibt das dritte Kapitel ausführlich Auskunft.

Kirche, Amt und Sakrament

Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem erlösungsbedürftigen Menschen in der Beziehung zu Gott und das fünfte Kapitel behandelt die Gebote Gottes. Kapitel 6 und 7 haben das Kirchen- und Amtsverständnis im Fokus. Das achte Kapitel beschreibt Bedeutung und Wirkung der Sakramente der Kirche.

Vom Leben nach dem Tod und über die Lehre von den endzeitlichen Dingen ist in den folgenden beiden Kapiteln 9 und 10 zu lesen.

Das Christentum in der Zeitgeschichte

Das nächste Kapitel des umfangreichen Werkes beschäftigt sich mit der Geschichte des Christentums von den urchristlichen Gemeinden über das Christentum in der apostellosen Zeit nach dem Tod der ersten Apostel bis hin zur Wiederbesetzung des Apostelamts in der Katholisch-apostolischen Kirche. (Kapitel 11)

Kapitel 12 handelt von Gottesdienst, Segenshandlungen und Seelsorge und das dreizehnte Kapitel gibt Hinweise für den neuapostolischen Christen in Gemeinde, Ehe, Familie, Beruf und Gesellschaft sowie einige Ausführungen zur Neuapostolischen Kirche als Teil der Gesellschaft.

Wichtiges Grundlagenwerk

Reinhard Kiefer wertete den Katechismus als ein wichtiges Grundlagenwerk über den neuapostolischen Glauben. Er beantworte aber längst nicht alle Fragen und die theologische Entfaltung sei noch nicht erschöpft, so seine Einschätzung. "Die Katechismus-Texte sind interpretationsfähig und erklärungsbedürftig, und das ist auch gut so", sprach er dem Werk eine große Chance zu.

"Mit dem Katechismus sind wir nun auf dem Weg der theologischen Reflexion, sind aber noch nicht am Ende", ermunterte Kiefer zu weiterer Arbeit an den wichtigen Themen der Kirche.

Neuer Kirchenbegriff bietet Chancen

Die Hauptchance des Katechismus liege im neuen Verständnis des Kirchenbegriffs, so seine  Bewertung des neuen Werkes.

 "Wir betrachten uns nicht mehr außerhalb sondern innerhalb der christlichen Gemeinschaft", brachte er es auf den Punkt. Das eröffne den ökumenischen Zugang. Die Kirche sehe die ökumenische Bewegung sehr positiv und wolle sie nicht zuletzt auch durch den Katechismus gefördert wissen.

Zehn Jahre Arbeit

Knapp zwanzig Personen haben in drei Arbeitsgruppen über einen Zeitraum von fast zehn Jahren intensiv an der Erstellung des Katechismus mitgearbeitet. Den Vorsitz der Arbeitsgruppe hat Apostel Wilhelm Hoyer.

Im Dezember 2012 soll nun das umfangreiche Buch herausgegeben werden. Etwas später folgt eine weitere Fassung in Form von "Fragen und Antworten", die auch weltweit für die kirchlichen Unterrichte geeignet ist.

Referenten

Der Referent Dr. Reinhard Kiefer ist theologischer Berater von Stammapostel Wilhelm Leber und verantwortlicher Redakteur der "Leitgedanken", der monatlichen Zeitschrift für alle Amtsträger der Neuapostolischen Kirche. Kiefer, studierter Theologe und promovierter Literaturwissenschaftler, arbeitet für die Neuapostolische Kirche International und ist als Priester im Bezirk Aachen zuhause.

Carmen Jäger fungierte als Co-Referentin. Sie hatte als Mitglied des Jugendgremiums der Gebietskirche Nordrhein-Westfalen den Impuls zu dieser Veranstaltung gegeben. Sie studiert evangelische Theologie auf Pfarramt beziehungsweise Diplom an der Ruhr-Universität in Bochum. Dort arbeitet sie am Lehrstuhl für Altes Testament und als Tutorin für Altgriechisch.

Fragen und Antworten zum Katechismus

4. Oktober 2012
Text: Günter Lohsträter
Fotos: Günter Lohsträter

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