Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Er zählt zu den Vätern der Neuapostolischen Kirche: Friedrich Wilhelm Schwartz. Er empfing in Hamburg das Apostelamt und gründete ab 1863 Gemeinden in den Niederlanden. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Neuapostolischen und des anstehenden Besuchs von Stammapostel Wilhelm Leber in den Niederlanden veröffentlicht die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen eine Broschüre über Apostel Schwartz, der 1895 verstarb. Sie wird in den Gemeinden in NRW und den Niederlanden verteilt.
In Sardschau bei Dirschau, in der Nähe Danzigs, wurde am 11. April 1815 Friedrich Wilhelm Schwartz geboren. Seine Eltern waren Bauern; er selbst lernte das Schneiderhandwerk und zog nach Berlin. Dort wollte er sich zum Missionar ausbilden lassen und dann den heidnischen Völkern außerhalb Europas das Evangelium näherbringen.
Einer von sieben ersten Diakonen
In Berlin kam er in Kontakt zu den katholisch-apostolischen Gemeinden. 1848 zählte er dort zu den ersten sieben Diakonen. Apostel Carlyle ordinierte ihn am 25. Juli 1850 zum Priester. Priester Schwartz diente an der Seite von Bischof Carl Rothe. Als Apostel Carlyle 1855 starb, war Priester Schwartz einer der Amtsträger, die für die Fortführung des Apostelamtes plädierten.
Er wollte sich nicht mit der Beschränkung auf die zwölf englischen Apostel abfinden. So entstand auch der Kontakt zu Heinrich Geyer, dem Propheten für Norddeutschland.
Ab 1858 diente Friedrich Wilhelm Schwartz als Priesterältester und Priestervorsteher. Am 15. Mai 1858 berief ihn der Prophet Geyer zum Engel. Apostel Francis Valentine Woodhouse weiht ihn am 10. Oktober 1861 zum Engel. Nach seiner Weihe leitete er die Hamburger Gemeinde als regierender Ältester unter Aufsicht von Carl Rothe weiter. An seiner Seite stand der bereits 1855 nach Hamburg gezogene Priester Carl Wilhelm Louis Preuß.
Als Apostel anerkannt
Im Juni 1860 erfuhr Bischof Schwartz, dass in England durch Geyer zwei weitere Apostel berufen worden seien – zusätzlich zu den ersten zwölf. Diese wurden jedoch nicht von den amtierenden Aposteln angenommen.
Auch Rudolf Rosochacki wurde von den amtierenden Apostel nicht akzeptiert, aber von Bischof Schwartz und der Hamburger Gemeinde als Apostel anerkannt. Nach dem Rückzug von Apostel Rosochacki folgte 1863 eine weitere Apostelrufung: Carl Wilhelm Louis Preuß am 12. April.
Zum Apostel gerufen
Sechs Wochen darauf wurde der seitherige Bischof und Engel der Gemeinde Hamburg, Friedrich Wilhelm Schwartz, durch Prophet Heinrich Geyer zum Apostel berufen. Im September 1863 wurde ihm durch eine Weissagung das Arbeitsgebiet Niederlande, speziell Amsterdam, zugewiesen.
Ab dem 27. September 1863 wirkte Apostel Schwartz in Amsterdam. Seine Frau blieb vorerst in Hamburg. In der Hauptstadt der Niederlande erwarteten den Apostel die drei vorausgesandten Diakone und Sendungsevangelisten Franz Hübner, Carl Meyersahm und Heinrich August Ahlin. Zunächst kam Apostel Schwartz bei der Familie Kroonenburg unter (die als erste in den Niederlanden versiegelt wurde), doch bald fand er eine geeignete Wohnung, sodass seine Frau nachkommen konnte.
In Holland gab es an verschiedenen Orten die christliche „Sendungsgemeinde
zur Verbreitung der Wahrheit“ mit Sitz in Enkhuisen. Diese Gemeinschaft hat
den Apostel mit Freuden in ihrer Mitte aufgenommen. Die meisten ihrer Mitglieder wurden später apostolisch. Aus diesem Kreis ging unter anderem der Apostel Jacob Kofman hervor.
Versiegelung von Apostel Menkhoff
Im Jahr 1867 wurde der spätere Apostel Friedrich Wilhelm Menkhoff mit seiner Familie durch Apostel Schwartz versiegelt. Durch die Gewinnung des reformierten westfälischen Predigers wurde die apostolische Zending nach Westdeutschland getragen. Menkhoff überzeugte Schwarz auch, die reiche katholisch-apostolische Liturgie und Ordnung durch weit schlichtere
Gottesdienstformen zu ersetzen. Zudem wurden die Kinderversiegelung und die Spendung der Sakramente für Verstorbene eingeführt.
Schwartz konnte in den Niederlanden relativ autonom arbeiten, während in Deutschland mehrere apostolische Gruppen tätig waren.
Apostel Friedrich Wilhelm Schwartz starb am 6. Dezember 1895 im Alter von 80 Jahren. Er gilt bis heute als einer der Apostel, die mit ihren Gaben die Grundlage für die heutige Neuapostolische Kirche gelegt haben.
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