Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Gummersbach/Dortmund. Am Ende des Zentralgottesdienstes bedankte sich Bezirksapostel Rainer Storck für alle Gebete und guten Wünsche anlässlich des Wechsels in der Kirchenleitung. Am 23. Februar 2014, vor sechs Monaten, hatte ihn Stammapostel Jean-Luc Schneider zum Bezirksapostel und Nachfolger von Armin Brinkmann ordiniert. Zudem gab er einige Hinweise zum ehrenamtlichen Engagement in den Gemeinden und der Verwendung der finanziellen Mittel.
„Ich danke für das spürbare und starke Wohlwollen, das ihr mir im letzten halben Jahr entgegengebracht habt“, sagte Bezirksapostel Rainer Storck im Anschluss an den Gottesdienst. Der Leiter der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen nutzte den Rahmen des Zentralgottesdienstes, um seinen Glaubensgeschwistern zudem für die große und intensive Opferbereitschaft zu danken, die in den Gemeinden zu spüren sei.
„Anders als durch das ehrenamtliche Engagement vor Ort, wäre Kirche gar nicht zu betreiben“, so der Bezirksapostel. Kirche finde vor Ort in der Gemeinde statt. Und dies sei nur möglich, weil sich viele Helfer beispielsweise in Ämtern und Beauftragungen einsetzten.
Sensibel und richtig einsetzen
Explizit betonte der Bezirksapostel auch die Bedeutung des finanziellen Opfers und der Spenden. „Wir versuchen mit aller Kraft, diese Gott gegebenen Opfer, die der Kirche zur Verfügung gestellt werden, sensibel und richtig einzusetzen.“
Auch als Kirche sei es nicht möglich, mehr Geld auszugeben, als eingenommen werde. „Wir müssen mit den der Kirche zur Verfügung gestellten Mitteln auskommen – und dabei auch an die Zukunft denken“, erläuterte der Bezirksapostel weiter. Auch wenn die neuapostolischen Christen auf die nahe Wiederkunft Jesu Christi warteten, gelte es bereits heute, für die nachwachsenden Generationen vorzusorgen und Rücklagen zu bilden. „Wir versuchen als Verantwortliche die Mittel nicht nur für das hier und heute einzusetzen, sondern auch für die künftige Zeit.
Vielfältige Wünsche
Wie würden diese Mittel nun eingesetzt? Die Apostel und Bischöfe und auch ihn erreichten so manche Wünsche und Bitten aus den Gemeinden, berichtete Bezirksapostel Storck. Dies beginne bei Kirchenreinigung und gehe weiter über Kirchengarten, Renovierungen und Material bis hin zu Anbauten.
„Ich bitte um Verständnis, dass wir nicht alle Bitten erfüllen können“, brachte es der Bezirksapostel auf den Punkt. Der Landesvorstand werde sich mit den Bezirksämtern viele Gedanken machen und Gespräche führen, wenn es um Entscheidungen gehe. „Wir werden euch dann auch rechtzeitig informieren“, versprach der Bezirksapostel.
Beispiel Guinea-Bissau
In diesem Zusammenhang berichtete Bezirksapostel Storck aus Guinea-Bissau, welches von Nordrhein-Westfalen aus betreut wird. Dort besuchen sonntags rund 40.000 Gläubige von insgesamt 60.000 Mitgliedern die Gottesdienste. Von 670 Gemeinden verfügen dort 20 Gemeinden über ein eigenes Kirchengebäude. Weitere 50 Gemeinden haben ein angemietetes Lokal. Die Gläubigen aus den weiteren rund 600 Gemeinden versammeln sich in der Regel unter einem großen Mangobaum. „Auch dort wird im Rahmen der Möglichkeiten geopfert, aber insbesondere in den Buschdörfern sind die Menschen bitterarm.“
Und so bat der Bezirksapostel abschließend darum, dass keine Missstimmung aufkomme, wenn nicht alle Wünsche aus den Gemeinden erfüllt werden könnten.
Nachhaltige Investitionen
Hintergrund der Hinweise des Bezirksapostels sind die seit einigen Jahren laufenden Zusammenlegungen von Gemeinden auf zukunftssichere Standorte. Damit einher ging in vielen Fällen eine Investition in das Kirchengebäude, um den Gemeinden auch ausreichend Nebenräume zur Verfügung zu stellen. Für diese Maßnahmen hat die Gebietskirche in den letzten Jahren in einem aufwändigen Kraftakt einen Teil der finanziellen Reserven investiert.
Bereits vor einigen Wochen hatte er den Bezirksämtern angekündigt, dass es ihm und dem Landesvorstand ein Anliegen sei, die Kirche für die Zukunft zu rüsten. Dazu zählen für ihn ein ausgeglichener Jahreshaushalt sowie nachhaltig geplante Bauprojekte. Deshalb seien zunächst alle größeren Investitionen gestoppt worden. Diese würden neu auf ihren Bedarf hin geprüft.
„Wir brauchen nun Zeit, um die Situation genau zu betrachten und dann richtig zu entscheiden“, hatte er bei den Bezirksältesten um Verständnis geworben. „Wir wollen heute keine Entscheidungen treffen, die wir in zehn Jahren bereits wieder bedauern.“
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