Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
NRW/Dortmund. Neuapostolische Jugendliche fühlen sich in ihrer Kirche wohl und wünschen sich in Gottesdiensten und bei Veranstaltungen insbesondere Themen aus dem Bereich Kirche und Alltag. Das sind zwei der Ergebnisse einer Befragung von Jugendlichen aus dem letzten Jahr. Das für die Jugendseelsorge verantwortliche Gremium stellte die Ergebnisse der Befragung im Vorfeld des Gottesdienstes für Jugendbeauftragte vor (wir berichteten). Sie fließen in die künftige Seelsorgearbeit und die weitere Konzeptarbeit der Kirche ein.
„Wir nehmen diese Ergebnisse sehr ernst, die Jugendlichen sind unsere Zukunft“, begann Apostel Franz-Wilhelm Otten den Vortrag vor den Jugend-Seelsorgern am 28. September 2014 in Herne-Wanne-Eickel. Gemeinsam mit Bezirksevangelist Volker Lange stellte er die Ergebnisse der Befragung vor. Diese hatte ein Sozialwissenschaftler im Auftrag der Kirchenleitung ausgewertet.
Hoher Rücklauf von 18 Prozent
Im 4. Quartal 2013 erhielten rund 3.000 Jugendliche einen Link zur Online-Befragung. 754 füllten den Fragebogen aus, 554 Teilnehmer beantworten mehr als 50 Prozent der Fragen. Ausgewertet wurden am Ende 532 Fragebögen von Jugendlichen bis 30 Jahren. Daraus ergibt sich eine Ausschöpfungsquote von fast 18 Prozent.
Unter den etwa 500 ausgewerteten Fragebögen sind alle Altersgruppen zwischen 14 und 30 Jahren relativ gleichmäßig vertreten. Auch die Aufteilung zwischen den Geschlechtern ist ausgeglichen. Das durchschnittliche Alter der Befragten liegt bei 20,5 Jahren bei den weiblichen und 22 Jahren bei den männlichen Teilnehmern.
Interessant ist, dass unter den befragten Jugendlichen auch einige sind, die sich nach eigener Einschätzung gar nicht oder kaum aktiv in Kirche und Gemeinde bezeichnen. Die 15 Prozent mit weniger Aktivität weichen von der Einschätzung und den Antworten nicht wesentlich von den durchschnittlichen Antworten der aktiveren jugendlichen ab.
Jugendliche fühlen sich wohl in ihrer Kirche
Zentrales Ergebnis der Befragung: Neuapostolische Jugendliche fühlen sich in ihrer Kirche wohl. Auf einer Skala von eins bis sieben wird deutlich, dass sich die Befragten allgemein in der Kirche, aber auch besonders in ihrer Gemeinde sehr wohl fühlen. „Damit geht auch eine Verantwortung für uns einher, dass das so bleibt“, kommentierte Apostel Otten das Ergebnis.
Den schlechtesten Wert erhielt bei der Frage nach dem Wohlgefühl mit einem Durchschnittswert von 5 die Jugendgruppe im Bezirk. Auch die örtliche Jugendgruppe schnitt mit etwa 5,5 nicht so gut ab wie die Gemeinde oder die Kirche insgesamt.
Das Jugendgremium will sich nun Gedanken darüber machen, wie die Attraktivität beziehungsweise das Wohlgefühl auf der Bezirksebene gesteigert werden kann. Hier seien auch die Jugendbeauftragten gefragt, Gründe dafür zu suchen.
Jugendtag ist Höhepunkt des Jahres
Besonders angesprochen fühlen sich die Jugendlichen am Jugendtag. Das jährliche Treffen der Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen bleibt der Höhepunkt im Kirchenjahr – noch vor dem monatlichen Gottesdienst für Jugendliche im Bezirk, der Jugendstunde oder dem Jugendseminar. Dabei spricht sich eine große Mehrheit für Oberhausen als Ort für den Jugendtag aus. „Wir werden also auch in den nächsten Jahren weiter den Jugendtag in der Arena Oberhausen veranstalten“, versprach Apostel Otten. Das Votum sei eindeutig.
Handlungsbedarf sieht Apostel Otten bei den monatlichen Jugendstunden. „Es ist schön, wenn die Jugendlichen gemeinsame Freizeitveranstaltungen interessant finden. Aber wir müssen an der Attraktivität der Jugendstunde arbeiten und uns hier weiter Gedanken machen.“ Ideen dazu sind ein stärkerer Alltagsbezug oder Aktionen aus der Nächstenliebe heraus. „Vielleicht müssen wir das Evangelium hier und da etwas fassbarer machen“, ergänzte Bezirksevangelist Lange.
Auch die jährlichen Jugendseminare in Quelle und Hochdahl fallen von der Attraktivität etwas ab. „Solange jedoch jedes Jahr so viele Jugendliche zu den Seminaren kommen, erhalten wir das Seminarangebot“, erläuterte Apostel Otten. Gleichzeitig stelle sich die Frage nach Alternativen zu dem bestehenden Konzept der Jugendseminare und zu den Örtlichkeiten.
Was macht einen guten Gottesdienst aus?
Wichtig für einen gelungenen Gottesdienst ist für die befragten Jugendlichen ein glaubwürdiger Prediger, und zwar noch vor jugendnahen Themen. „Das Ergebnis hätte ich mir nicht schöner vorstellen können“, kommentierte Apostel Otten das Ergebnis. Die Jugendlichen wünschten sich kein Event und keine lockere Sprache, sondern erkennen, so die Interpretation des Jugendgremiums die Bedeutung des Gottesdienstes. „Als Kirche stehen wir für Glaubwürdigkeit und hier müssen wir weiter unseren Schwerpunkt legen“, so Apostel Otten. Die Jugendlichen verlangten keinen fehlerlosen Seelsorger, sondern einen authentischen Jugendbeauftragten.
Bedeutung hat für die Jugendlichen zudem die Gemeinschaft und das Treffen von Freunden. Als weniger wichtig bewerten die Befragten eine lockere Predigt, neue Kontakte, die Musik sowie der Eventcharakter. „Events können andere besser, das wissen unsere Jugendlichen und deshalb erwarten sie das nicht von ihrer Kirche“, erläutert Volker Lange.
Rhythmus und Teilnehmerzahl
Die Jugendgottesdienste sollen einmal im Monat stattfinden, so das Ergebnis zur Frage nach dem Rhythmus. Dabei ist den Befragten die Teilnehmerzahl egal. Beliebt sind zudem die sogenannten kleinen Jugendtage im Arbeitsbereich des zuständigen Apostels, die auch weiterhin einmal im Jahr angeboten werden sollen. Dagegen sind Open Air-Gottesdienste weniger beliebt und gewünscht. „Für die Jugendlichen geht es um die Inhalte, das ist klasse“, sagt Apostel Otten.
Auch die Jugendstunden sollen weiterhin einmal im Monat stattfinden. Favorisiert wird der Dienstag, ein großer Teil der Befragten ist auch mit dem Sonntag einverstanden. Dabei ist die Größe des Jugendkreises nicht entscheidend, eine Mehrheit wünscht sich jedoch größere Jugendgruppen. Hier sollten die Jugendbeauftragten schauen, ob sie in den Gemeinden die richtige Entscheidung getroffen haben, so der Wunsch des Jugendgremiums. Viele haben demnach auch kein Problem mit einer Gemeindezusammenlegung, wenn die Jugendgruppe sehr klein ist.
Inhalte der Jugendstunden
Inhaltlich wünschen sich die Befragten vor allem Themen aus den Bereichen Glaube und Alltag, Glaubensgrundlagen, Alltagsprobleme oder Lebensgestaltung. Weniger gewünscht sind Konfliktthemen, allgemeine Gesellschaftsthemen oder das Thema Sexualität. „Auch hier zeigt sich: Die Jugendlichen wünschen sich Kernthemen der Kirche“, bewertet Apostel Otten das Ergebnis. Denn auch bei den Jugendseminaren wünschen sich die Jugendlichen mit großem Abstand glaubensbezogene Themen.
„Unsere junge Generation kommt in die Kirche, um etwas Glaubensbezogenes für den Alltag mitzunehmen. Genau das ist unsere Aufgabe und Verantwortung als Jugend-Seelsorger, ihnen das zu bieten“, so Bezirksevangelist Lange bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Herne. Deshalb gelte es auch, sich intensiv mit den Inhalten des Katechismus zu befassen. „Wir müssen klare Antworten zu Glaubensthemen geben können, was die Lehre der Kirche ist, was sie glauben sollen. Wenn wir keine Antworten geben, wer sollte es dann können?“
Teil 2 der Umfrageergebnisse folgt ...
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