Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Zürich/Düsseldorf. „Die Apostolische Gemeinschaft und die Neuapostolische Kirche möchten ihr Verhältnis zueinander klären und miteinander versöhnt und in gegenseitiger Wertschätzung in die Zukunft gehen“, lautet der erste Satz der „Erklärung zur Versöhnung“. Das für die Geschichte beider Kirchen historische Dokument wurde am Samstag, 29. November 2014, bei einer Feierstunde im Gemeindehaus der Apostolischen Gemeinschaft in Düsseldorf von Vertretern beider Kirchen unterzeichnet.
Die Erklärung zur Versöhnung ist in drei Abschnitte gegliedert: In kurzen Zügen wird dargestellt, wie es zur Trennung von der Neuapostolischen Kirche und der Gründung der Apostolischen Gemeinschaft kam. Es schließen sich Bewertungen an, über die von beiden Seiten Einigkeit besteht. Am Schluss steht die eigentliche Erklärung.
Beide Kirchen erkennen sich darin gegenseitig als selbstständige Kirchen mit eigenständigem Profil an. Zudem entschuldigt sich die Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche ausdrücklich bei den Amtsträgern, die wegen dieser Vorgänge aus der Kirche ausgeschlossen wurden sowie bei allen, die dadurch in Mitleidenschaft gerieten.
Kontakte werden ausdrücklich begrüßt
„Beide Kirchen bedauern die Spannungen, die in der Zeit nach der Trennung zwischen den Gemeinden und ihren Mitgliedern entstanden sind“, heißt es weiter. Die in den letzten Jahren auf lokaler Ebene entstandenen freundschaftlichen Kontakte mit dem Ziel des ökumenischen Miteinanders werden ausdrücklich begrüßt. „Diese positiven Entwicklungen werden auch in der Zukunft befürwortet und unterstützt.“
Abschließend bekunden die Apostolische Gemeinschaft und die Neuapostolische Kirche ihren Willen, die Geschichtsaufarbeitung weiter voranzutreiben.
Vier Unterzeichner
Die Erklärung zur Versöhnung trägt die Unterschrift von vier Vertretern beider Kirchen: Apostel Armin Groß in seiner Funktion als Vorsitzender der Apostolische Gemeinschaft e.V., Stammapostel Jean-Luc Schneider, Kirchenpräsident und Leiter der Neuapostolische Kirche International, Apostel Matthias Knauth, Sekretär der Vereinigung der Apostel und Bischöfe der Apostolischen Gemeinschaften Europas sowie Wilfried Klingler, Vorsitzender des Gremiums für besondere Angelegenheiten der Neuapostolische Kirche International.
Das unterzeichnete Versöhnungs-Papier ist das Ergebnis mehrerer Treffen zwischen Vertretern der Vereinigung der Apostolischen Gemeinschaften Europas und der Neuapostolischen Kirche. Diese hatten sich nach längerer Pause im März 2014 wieder zu einem Gespräch getroffen. Es fand in der Kirchenverwaltung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen in Dortmund statt.
Rückblick auf die Vorgänge von 1955
Wesentlicher Gesprächsinhalt waren die Vorgänge, die zur Trennung der Apostolischen Gemeinschaft und der Neuapostolischen Kirche im Jahr 1955 geführt haben. Gründe für die Ereignisse waren unter anderem die unterschiedlichen Ansichten der damaligen Verantwortlichen zur Botschaft von Stammapostel Johann Gottfried Bischoff. Der Konflikt endete mit der Amtsenthebung und dem Ausschluss dreier Apostel aus dem Rheinland. Die drei Apostel gründeten daraufhin am 24. Januar 1955 eine eigene religiöse Gemeinschaft, die heutige Apostolische Gemeinschaft e.V.
Ein ausführlicher Bericht über die Feierstunde zur Versöhnung folgt.
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