Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund. Seit Anfang des Jahres werden die Gebäude der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen mit „grünem Strom“ aus Wasserkraft beliefert. Erzeugt wird die Energie in Wasserkraftwerken am Hochrhein. Der Stromverbrauch liegt in der Gebietskirche bei etwa 1,2 Millionen Kilowattstunden pro Jahr.
„Gott hat den Menschen ihren Lebensraum zugewiesen und ihnen den Auftrag erteilt, über die Erde zu herrschen und sie zu bewahren. Im Umgang mit der Schöpfung ist der Mensch Gott, dem Schöpfer, gegenüber verantwortlich. Er ist gehalten, alles Leben und den Lebensraum wertschätzend zu behandeln.“ So steht es im Katechismus der Neuapostolischen Kirche (Kapitel 3.3.1.2). Deshalb bemüht sich die Kirche sehr um Nachhaltigkeit.
Dazu gehört auch der Bereich Energie. 2013 verbrauchte jedes Kirchengebäude durchschnittlich 3.000 Kilowattstunden an Strom. Die Kosten pro Gebäude für Strom und Wasser lagen in 2013 laut Jahresbericht bei 1.771 Euro pro Gemeinde.
Stromversorgung durch zentralen Anbieter
Für 2008 hat die Neuapostolische Kirche erstmals einen zentralen Stromanbieter beauftragt. Möglich wurde dies durch die Liberalisierung des Strommarktes und durch die Mitarbeit der Beauftragten in den Gemeinden. Zuvor lief die Versorgung der Kirchengebäude meist durch den örtlichen Grundversorger, die Abrechnung erfolgte dezentral durch die Gemeinden. Mit einigem Aufwand wurde das Verfahren durch die Kirchenverwaltung zentralisiert. Dadurch konnten pro Jahr rund 70.000 Euro eingespart werden.
Zum 1. Januar 2015 ist die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen in den Gesamtvertrag der deutschen Gebietskirchen eingetreten. Dieser umfasst eine jährliche Gesamtabnahme an Strom von fast sechs Gigawatt.
Durch die Bündelung der Gesamt-Abnahmemenge konnten hier deutliche Preisvorteile genutzt werden, wie zuvor schon beim gemeinsamen Gaseinkauf. Insgesamt ergeben sich für die deutschen Gebietskirchen Einsparungen von mehr als 130.000 Euro.
100 Prozent Ökostrom
Im Sinne der Nachhaltigkeit sieht der neue Vertrag zudem die komplette Versorgung der Kirchengebäude mit Ökostrom vor. Die Firma NaturEnergie Hochrhein produziert Strom ausschließlich in Wasserkraftwerken am Hochrhein, also CO2-neutral und ohne radioaktiven Abfall.
Laufwasserkraftwerke am Hochrhein und im Wallis, Speicher- und Trinkwasserkraftwerke im Wallis sowie Kleinkraftwerke im südlichen Schwarzwald machen die Energie des Wassers als Strom nutzbar. Das Unternehmen versorgt so rund 750.000 Menschen mit Strom aus 100 Prozent Wasserkraft. Insgesamt verfügt die Energiedienst-Gruppe über 37 Kraftwerke mit rund 500 Megawatt installierter Kraftwerksleistung.
Strom aus Wasserkraft
Wasserkraft ist eine der schonendsten Verfahren der Stromgewinnung. Die Produktion ist nicht nur sauber, sondern auch transparent. Das Prinzip der Wasserkraftnutzung ist einfach: Das Wasser fließt auf die Laufräder der Turbinen zu, setzt diese in Bewegung und treibt die dazugehörigen Generatoren an. Die Energie des Wassers wird nach dem Dynamoprinzip im Maschinenraum in elektrischen Strom umgewandelt, während das Wasser über das Saugrohr weiter ins Unterwasser fließt.
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