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Suchtkrankenhilfe NRW

Suchtberatung und -prävention wird ausgebaut

 

NRW/Dortmund. Der Kirchenleitung der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen ist es ein Anliegen, die kirchlichen Angebote für suchtkranke und suchtgefährdete Mitglieder und deren Angehörige zu erweitern. Dazu hat die Arbeitsgruppe Suchtberatung und Prävention einen Leitfaden vorgelegt, der unter anderem den Einsatz von Suchtberatern, die Einrichtung von Selbsthilfegruppen und die Erweiterung der Öffentlichkeitsarbeit vorsieht. Hierzu sucht die Kirche nun fachkompetente Mitarbeiter.

Mit einer Ausschreibung in den Gemeinden sucht die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen derzeit nach ehrenamtlichen Mitarbeitern im Bereich der Suchtberatung und Prävention. Melden können sich fachkundige Kirchenmitglieder als Suchtberater, Leiter einer Selbsthilfegruppe oder Redakteur für die Öffentlichkeitsarbeit zur Suchtprävention.

Leitfaden „Seelsorge an Suchtkranken und Suchtgefährdeten“

Grundlage für die Arbeit in dem Bereich ist der Leitfaden „Seelsorge an Suchtkranken und Suchtgefährdeten“ der Arbeitsgruppe Suchtberatung und Prävention (AG Sucht). Dieser wurde im Frühjahr 2015 erarbeitet und im Herbst der Bezirksämter-Versammlung vorgestellt.

„Immer wieder stehe ich dankbar und voller Anerkennung vor dem, was in der Seelsorge geleistet wird“, schreibt Bezirksapostel Rainer Storck im Vorwort des Leitfadens. Es sei ihm ein wichtiges Anliegen, dass die von einer Suchterkrankung Betroffenen und auch die betreuenden Seelsorger von qualifizierten Suchtberaterinnen und Suchtberatern fachkundig unterstützt und begleitet würden.

„Im Umgang mit suchterkrankten Amtsträgern und Funktionsträgern wollen wir unter Beachtung der individuellen Besonderheiten zum Wohl aller nach einem einheitlichen Interventionskonzept vorgehen“, so sein Wunsch. Auch sollten abhängig von den kirchlichen Möglichkeiten Maßnahmen zur Suchtprävention durchgeführt werden, zum Beispiel durch das fachkompetente Betreuen von Selbsthilfegruppen.

Ein ernstes soziales Problem

Suchterkrankungen stellten in der westlichen Welt ein ernstes soziales Problem dar. Nach aktuellen Schätzungen leben in Deutschland allein zwischen 1,3 und 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen, davon etwa 30 Prozent Frauen. Dies spiegelt sich auch bei Amtsträgern und Mitgliedern der Neuapostolischen Kirche wider.

Der Leitfaden „Seelsorge an Suchtkranken und Suchtgefährdeten“ soll der Orientierung dienen, wie suchterkrankten oder suchtgefährdeten neuapostolischen Christen in der Seelsorge begegnet werden kann. „Von hoher Bedeutung ist, Suchterkrankungen weder zu ignorieren noch zu verdrängen“, heißt es im Leitfaden. Suchtkranken Gläubigen und mitbetroffenen Familienangehörigen und Freunden soll unter Wahrung ihrer Würde und Persönlichkeit in der Neuapostolischen Kirche Hilfe angeboten werden.

Nächstenliebe praktizieren und vorbehaltlos annehmen

„Bitte lasst uns mit bekannt werdenden Suchtproblemen gewissenhaft umgehen“, appelliert Bezirksapostel Storck: „Die von uns praktizierte Nächstenliebe möge auch Suchterkrankten immer fühlen lassen, dass wir sie unabhängig von ihrer Geschichte und ihrem Gesundheitszustand vorbehaltlos als Glaubensbruder und Glaubensschwester annehmen und sie einen festen Platz in der Gemeinde haben.“

Gesucht werden per Ausschreibung in den Gemeinden Mitarbeiter in drei Tätigkeitsfeldern:

1. Suchtberater(in)
Aufgaben sind die Beratung der Apostel und Bischöfe in Suchtfragen sowie der Seelsorger auf Anfrage. Sie beraten auf Anfrage auch Suchterkrankte, Suchtgefährdete sowie deren Angehörigen und wirken in der Arbeitsgruppe Suchtberatung und Prävention der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen mit. Wünschenswert als persönliche Kompetenzen sind eine zertifizierte Fortbildung zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer beziehungsweise zur ehrenamtlichen Suchtkrankenhelferin oder Erfahrungen als Suchtberater beziehungsweise als sozialer Ansprechpartner in Unternehmen, Hilfsorganisationen oder Behörden.

2. Leiter(in) einer Selbsthilfegruppe
Aufgaben sind das Leiten von Selbsthilfegruppen sowie die Mitwirkung in der Arbeitsgruppe Suchtberatung und Prävention der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen. Eine langjährige, einschlägige Erfahrung oder eine Fortbildung zum Gruppenleiter sind wünschenswert. Bei eigener Suchtmittelabhängigkeit ist eine mindestens zweijährige Abstinenz Voraussetzung.

3. Redakteur(in) für die Öffentlichkeitsarbeit zur Suchtprävention
Aufgaben sind das Mitwirken in der AG Suchtberatung und Prävention, die Pflege der Internetseite der AG Suchtberatung und Prävention sowie die Mitarbeit bei der Planung und Durchführung von Präventionsveranstaltungen in den Bezirken. Als persönliche Kompetenzen wünscht sich die Kirche Erfahrungen als Öffentlichkeits- oder Internetbeauftragter sowie die Bereitschaft zur kircheninternen Fortbildung.

Kontaktdaten

Bei Interesse an einer Mitarbeit stehen die Leiter der AG Suchtberatung und Prävention als Ansprechpartner zur Verfügung:

Bischof Manfred Bruns, E-Mail: m.bruns@nak-nrw.de

Priester Frank Storck, E-Mail: frankstorck@t-online.de

Suchtkrankenhilfe NRW

30. Oktober 2015
Text: Frank Schuldt
Fotos:

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