Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Dortmund/Bad Oeynhausen. Derzeit bietet die Arbeitsgruppe Kinder (AG Kinder) in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen Grundlagenseminare für alle Lehrkräfte im kirchlichen Dienst an. Am Sonntag, dem 8. November 2015, hatten sich dazu gut 50 Lehrkräfte aus dem ostwestfälischen Raum in Bad-Oeynhausen eingefunden.
Bereits im Juni 2015 hatte das Seminar in Dortmund stattgefunden. Weitere sollen im Jahr 2016 folgen. Ziel ist, nach Möglichkeit alle in den nordrhein-westfälischen Gemeinden und Bezirken tätigen Lehrkräfte der Vorsonntags- und Sonntagsschule, des Religions- und Konfirmandenunterrichtes sowie der beiden Kindergottesdienstformate KiGo_6-9 und KiGo_10-14 zu erreichen.
Die Rolle der Lehrkräfte im kirchlichen Kontext
"In den Grundlagenseminaren geht es nicht primär um fachliche und inhaltliche Fortbildung, sondern um euch ganz persönlich in eurer Rolle als Lehrkraft", so begrüßte Evangelist Gerd Remus die Lehrkräfte in Bad-Oeynhausen. Als Mitglied der Arbeitsgruppe Fortbildung (AG Fortbildung) in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen führte er durch den Seminartag.
Im Mittelpunkt des Seminars standen dann auch Fragen des Selbstverständnisses der Lehrkräfte sowie der Erwartungen von Kindern, Eltern und Gemeindevorstehern an ihre Unterrichte.
Votum mit roten Klebepunkten
Den Auftakt bildete eine Abfrage der Seminarteilnehmer. Mit roten Klebepunkten konnten sie auf einer großen Tafel ihre Einschätzung zu zehn Statements abgeben, die den kirchlichen Unterricht im Allgemeinen betrafen, beispielsweise "Der Aufgabe fühle ich mich gewachsen" oder "Eltern und Amtsträger unterstützen den Unterricht optimal".
Zu jedem Statement gab es vier Klebefelder von "trifft voll zu" bis "trifft nicht zu". Mit den Klebepunkten gaben die Teilnehmer dann ihr gewünschtes Votum ab.
Ergebnisse landesweit ähnlich
Evangelist Markus Frankenberg von der AG Kinder fasste die Ergebnisse zusammen. Er stellte fest, dass sie sich im Trend kaum unterscheiden von den Ergebnissen der Befragung im Juni-Seminar in Dortmund.
Das ließe den Schluss zu, so Markus Frankenberg, dass das Stimmungsbild rund um die kirchlichen Unterrichte eine große Verbreitung habe. "Das macht uns sicher, genau mit den Inhalten dieser Fortbildung für eine Optimierung der Unterrichte sorgen zu können."
Gruppenarbeiten zum Rollenverständnis
In vier Gruppen ging die Seminararbeit dann mit grundlegenden Fragestellungen weiter. Die erste Gruppe beschäftigte sich mit dem offiziellen Auftrag der Kirche an die Lehrkräfte. Die zweite und die dritte Gruppe ergründeten die Ansprüche, die Kinder und Eltern an Lehrkräfte stellen, sowie welche Ansprüche sie an sich selbst haben. Schließlich ging es in Gruppe vier darum, welche Erwartungen die Lehrkräfte gegenüber Kirche, Amtsträgern, Eltern oder den Kindern haben.
In Form von kleinen Rollenspielen präsentierten die Gruppen danach ihre Ergebnisse. In einem sich anschließenden lebhaften Gespräch im Plenum wurden diese gewertet und gesichert.
Dem Geheimnis eines guten Lehrers auf der Spur
In einem weiteren Seminarteil widmete sich Gerd Remus mit einem Fachvortrag einigen grundlegenden Hinweisen zum Thema "Beziehungskompetenz". Unter der Überschrift "Dem Geheimnis eines guten Lehrers auf der Spur" erläuterte er wichtige Komponenten einer guten zwischenmenschlichen Beziehung.
Sein Vortrag endete mit dem Fazit, dass jede Beziehung ein zweispuriger Weg sein sollte: Zum einen die Sicht auf den anderen, dabei seine Befindlichkeiten wahrzunehmen und sich auf ihn einzulassen. Zum anderen sei aber auch die Sicht auf sich selbst unerlässlich für eine gelingende Beziehung.
Gottesbilder bei Kindern
Im letzten Teil des Seminars nahm Carsten Ohle, Mitglied der Arbeitsgruppe, die Lehrerinnen und Lehrer mit auf die Reise in die Gedanken- und Vorstellungswelt der Kinder und jungen Heranwachsenden zum Thema: "Das Gottesbild der Kinder im Verhältnis zu ihrer Altersstufe".
Die Entwicklung des Gottesbildes hinge nicht nur ab von entwicklungs-psychologischen Gesetzmäßigkeiten, die in der Natur des Menschen lägen, so Carsten Ohle. "Auch Erziehung und religiöse Sozialisation tragen zur Ausprägung des Gottesbildes bei", woraus er den Appell an die Lehrkräfte formulierte, bei der Erziehung von Kindern und Jugendlichen stets auf die Vermittlung eines positiven Gottesbildes zu achten.
Weitere Seminare
Das Grundlagenseminar wird im Februar 2016 noch einmal wiederholt. Dann wird es in Hochdahl stattfinden.
Die Anmeldungen dazu sind über das Fortbildungsportal der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen ab sofort möglich. Der Titel des Seminars lautet: "Grundlagenvermittlung in der kirchlichen Lehrtätigkeit".
Weitere darauf aufbauende Seminarmodule sollen in den nächsten Jahren folgen.
Lehrkräftetagung in Bad Oeynhausen
14. Dezember 2015
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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