Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
NRW/Herne. Das Jugendsinfonieorchester der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen (JSO) gab am Sonntag, 1. Mai 2016, ein Konzert in der Kirche Herne-Wann-Eickel. 450 begeisterte Zuhörer ließen sich von den jungen Musikern unter der Leitung von Stefan Vis in die Welt von Oper, Musical und Filmmusik entführen.
Als Zugabe bot das JSO den "Galopp" aus der Ouvertüre der Oper "Wilhelm Tell" von Gioacchino Rossini (1792-1868) und schließlich das für das Orchester bereits zum Hit gewordene "Thank you for the music" der schwedischen Pop-Gruppe ABBA. Kräftiger Schlussapplaus war den Musikern gewiss.
Konzerte in der Schweiz
Mit der Tell-Ouvertüre schlug das JSO die Brücke zu den beiden folgenden Konzerten, die in der Schweiz geplant sind, dem Land des Nationalhelden Wilhelm Tell. Dort werden die jungen Musiker am Freitag, 6. Mai 2016, in der renommierten Tonhalle Zürich und am Samstag, 7. Mai 2016, in der Tonhalle St. Gallen zusammen mit dem Jugend-Sinfonieorchester der Neuapostolischen Kirche Schweiz auftreten.
Im Konzert in Herne-Wanne-Eickel stellten die nordrhein-westfälischen Musiker ihrem hiesigen Stammpublikum das Konzert vor, das sie unter dem Titel "Jugend im Einklang" zusammen mit ihren Schweizer Freunden auf ihrer Konzertreise präsentieren werden.
Letzte Probe am Sonntagnachmittag
Am Sonntag, 1. Mai 2016, hatte sich das JSO Nordrhein-Westfalen bereits um 15 Uhr zu seiner letzten Probe vor der Schweizreise in der Kirche in Herne-Wanne-Eickel eingefunden. Es ging um Feinschliff - um einen Begriff aus dem Handwerk zu bemühen. Stefan Vis arbeitete mit den jungen Musikern an letzten Feinheiten, engagiert, mit Fingerspitzengefühl, nicht ohne pädagogische Finesse - und vor allem mit Geduld und fröhlicher Gelassenheit.
"Jetzt spielen wir alle so leise miteinander, dass ihr euer eigenes Instrument nicht mehr hört", gab er bei der Feinprobe zu einem Konzerttitel die Anweisung, "niemand hört mehr sich selbst, sondern jeder nur noch den Gesamtklang des Orchesters". Und dann stimmten sie ein, leise und vorsichtig, so wie der Dirgent es wollte. Und Lob folgte auf dem Fuße.
Mit pädagogischem Geschick
Stefan Vis wäre nicht Stefan Vis, wenn er jetzt nicht einen zweiten Versuch probiert hätte: "Das war gerade große Klasse, das machen wir noch einmal - nur jetzt halb so laut", und alle wussten, was zu tun war.
So ging es nach einer gewaltigen Samstagsprobe, die am Samstag, 30. April 2016, im Gemeinschaftszentrum Dortmund (GZD) stattgefunden hatte, Stück für Stück an die letzten dynamischen und rhythmischen Korrekturen des anspruchsvollen Programms.
Start mit einem Triumphmarsch
Pünktlich um 18 Uhr erfolgte dann der Einzug der Musiker, die die Pause zwischen Probe und Konzert genutzt hatten, ihre Arbeitskleidung mit der Konzertkleidung zu wechseln. Und schon der Einzug wurde durch Applaus der etwa 450 Konzertbesucher begleitet.
Auf der Empore der großen Kirche wäre zwar noch für weitere Besucher Platz gewesen, aber angesichts des sonnig-warmen Wetters gab sich Frank Kotke, der "Manager" des JSO, mit der Besucherzahl zufrieden.
Nach kurzer Begrüßung durch den Wanne-Eickeler Gemeindevorsteher, Evangelist Michael Voitz, ergriff Stefan Vis den Taktstock und mit dem Triumph-Marsch aus der Oper „Aida“ von Guiseppe Verdi (1813-1901) nach einem Arrangement von David Stone gaben die jungen Musiker eine erste Kostprobe ihres jugendliches Esprits.
Moderation durch den Dirigenten
Auf Programmhefte hatten die Organisatoren für dieses Vorkonzert zur Konzertreise verzichtet. Der Dririgent moderierte selbst das gut eineinhalbstündige Konzert und gab jeweils in kurzen Ansagen die Hintergründe der jeweiligen Programmpunkte bekannt.
Ein zweiter Marsch wusste das Publikum zu begeistern. Diesmal erklang der bekannte Hochzeitsmarsch aus dem Bühnenstück „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1803-1847).
Mit einer Auswahl von Melodien aus den "Peer-Gynt-Suiten" von Edvard Grieg (1843-1907), die ihren Ursprung in der Vertonung eines zu einem Bühnenstück umgearbeiten Gedichts von Erik Ibsen haben, kamen norwegisch-klassische Klänge des ausgehenden 19. Jahrhunderts ins Spiel. Das Arrangement dieser Melodienauswahl stammt von Richard Meyer.
Tanzende Bögen und singende Oboe
Die Bacchanale aus der Oper “Samson und Delilah” von Camille Saint-Saёns (1835-1923) nach einem Arrangement von Merle J. Isaac stand danach auf dem Programm. Die Bacchanale beschreibt musikalisch den Tanz der Priester des im Alten Testaments erwähnten Philister-Götzen Dagon, der in der Geschichte um den Richter Simson und seine Geliebte Delia eine Rolle spielte. Mit akribischer Leichtigkeit ließen die jungen Musiker die Bögen tanzen und Töne hervorspringen.
Einen beachtenswerten Beitrag aus der Filmmusik brachte das JSO mit "Gabriels Oboe" zum Vortrag. Das von dem italienischen Komponisten Enno Morricone (*1928) komponierte Stück stammt aus der Filmmusik zu "The Mission" und zählt zu den beeindruckenden und weltbekannten Melodien dieses Films. Gabriel, eine zentrale Figur des Films, gewinnt in diesem Film mit seinem Oboenspiel einen ganzen Völkerstamm für das Christentum.
Mit Melodien aus den Filmen "Herr der Ringe" (Die Gefährten) von Howard Shore (1946*) und "Das Dschungelbuch" von Robert und Richard Sherman (1925-2012, *1928) endete das vielbeachtete Konzert.
JSO gibt Konzert in Herne
5. Mai 2016
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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