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Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna

Tagung für
Jugendseelsorger in Unna

 

Unna/Dortmund. Fünf Stunden tagten die Bezirks-Jugendbeauftragten am Samstag, den 2. September 2017 in Unna. Das Jugendgremium der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen hatte dazu eingeladen. Schwerpunkt der Tagung war die Jugendseelsorge in einer sich rasant ändernden Lebenswirklichkeit als Herausforderung für die kirchlichen Angebote.

Volker Lange, Bezirksevangelist in Hagen und Mitglied des Jugendgremiums, eröffnete die Tagung mit einem Vortrag unter der Überschrift „Die Generation Y“. So bezeichne man in der Soziologie Menschen, die etwa zwischen 1980 und 2000 geboren worden sind. „Das ist im Großen und Ganzen die Altersgruppe, zu der die Jugendlichen in den Gemeinden und Bezirken zählen“, so erläuterte der Referent den Bezug seines Vortrags auf die kirchliche Ebene.

„Generation Y“, die etwa 15- bis 35-Jährigen

Experten interpretieren das Ypsilon in der Bezeichnung „Generation Y“ auch mit seiner englischen Sprechweise „why“ und sprechen von einer Generation, die sehr oft die Frage nach dem „Warum“ stellt und tradierte Werte kritisch hinterfragt.

Loyalität und Treue zu Institutionen, zu Vorgesetzten oder zur Familie und Freuden seien der Loyalität zur eigenen Person, zu seinen eigenen Fähigkeiten und zu seinem eigenen Netzwerk gewichen. Und Respekt bedeute nicht mehr Höflichkeit dem Nächsten gegenüber und schon längst nicht mehr Ehrfurcht. „Respekt musst du dir verdienen“, so denke die „Generation Y“, vermittelte Volker Lange Erkenntnisse der soziologischen Betrachtungen.

Eltern seien nicht mehr nur Vater und Mutter, sondern eher Freunde und Begleiter. Die Selbstverständlichkeit von Ehescheidungen, von zeitlich begrenzten Lebenspartnerschaften und Modelle wie Patchworkfamilien trügen ebenso dazu bei wie die Digitalisierung der persönlichen und beruflichen Umwelt, dass sich das Verhalten junger Menschen verändere.

Voraussetzung für gelingende Seelsorge

Sie, die „Generation Y“, sei in die sich so verändernde Welt noch hineingewachsen, habe sie aber noch zum Teil mitgestalten können. Die ihnen nachfolgende Generation, also die ab 2000 geborenen jungen Menschen, seien in diese Welt schon hineingeboren worden und würden nichts anderes kennen. „Generation Z“ heiße sie und man sagt von ihr, dass sie nicht mehr länger als dreißig Minuten ohne eine Verbindung ins Internet leben könnte. „Das ist bestimmt auch ein Problem für unsere Gottesdienste“, räumte er ein. „Wir merken das schon sehr intensiv.“

Volker Lange fasste zusammen, dass er diese Einschätzungen von Experten in Bezug auf Familie, Kirche, auf Religion im Allgemeinen und auf die Bindungsfähigkeit junger Menschen insgesamt betrachte und sie durchaus brauchbar für die kirchliche Praxis von Jugendseelsorge halte. Er warb um Verständnis für die junge Generation: „Wir können die Generationen nicht verändern“, so sein Schlussplädoyer, aber wir müssen sie verstehen.“ Das sei eine notwendige Voraussetzung für gelingende Seelsorge an jungen Menschen.

Bewerbungsverfahren

Im zweiten Teil der Tagung ging es um den derzeitigen Stand des Bewerbungsverfahrens für Jugendbeauftragte, so wie es seit 2015 in der Neuapostolischen Kirche Nordrhein-Westfalen Praxis ist und mit dem dazugehörenden Fortbildungsprogramm. Frank Thiel, Mitglied des Jugendgremiums, sammelte dazu Eindrücke und Einschätzungen der Teilnehmer.

35 Jugendbeauftragte die nach erfolgreichen Bewerbungsverfahren beauftragt wurden, gibt es mittlerweile in den Gemeinden Nordrhein-Westfalens, allerdings habe sich das Bewerbungsverfahren noch nicht bei allen Bezirks- und Gemeindevorstehern gegenüber der alten Praxis durchsetzen können, so der Tenor der Bezirks-Jugendleiter. Frank Thiel ermunterte sie, hier ein klares Votum für das vom Bezirksapostel autorisierte Verfahren einzulegen.

Wo dieses Bewerbungsverfahren durchgeführt worden ist, hat es durchweg gute Erfahrungen gegeben.  So berichteten Bezirksjugendbeauftragte, dass allein die Möglichkeit der fest zu vereinbarenden Dauer der Beauftragung sehr geholfen habe, Gemeindemitglieder für diese Aufgabe zu gewinnen.

Fortbildungsangebot

Die Fortbildungsangebote für Jugendbeauftragte hätten sich noch nicht überall herumgesprochen. Einige Termine hätten gar wegen zu geringen Interesses ausfallen müssen, bedauerte das Jugendgremium. Frank Thiel machte deutlich, dass sich die nach dem Bewerbungsverfahren beauftragten Jungendbeauftragten zwar verpflichtet hätten, an den Fortbildungen teilzunehmen, aber auch die schon seit längerer Zeit in der Jugendseelsorge tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern herzlich zu den Fortbildungen eingeladen seien.

Das Jugendgremium erinnerte an die Einführung der Jugendbeauftragtenkarte (JuBeKa). die nach der Teilnahme an den Fortbildungen zur Verfügung gestellt würde. Dieses Qualifikationszertifikat im Scheckkartenformat (ähnlich dem existierenden Seelsorgeausweis für Amtsträger) beinhaltet Name, Geburtsdatum, Institution, Siegel und Gültigkeitsdauer.

Gemeinsamer Jugendtag 2018

Tobias Braun berichtete von den derzeitigen Strategiegesprächen auf dem Sektor der Jugendseelsorge in Bezug auf die Fusionierung der beiden Gebietskirchen Nordrhein-Westfalen und Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland zur Neuapostolischen Kirche Westdeutschland.

Es gebe eine große Schnittmenge an Angeboten, auch einige Unterschiede, aber man sei in dieser Arbeitsgruppe auf gutem Wege, ein gemeinsames tragfähiges Seelsorgekonzept zu entwickeln und zu verabschieden. Der erste gemeinsame Jugendtag ist dazu für 2018 schon gesetzt. „Wenn wir aus beiden Gebietskirchen das Beste zusammen in ein Konzept packen, dann sind wir richtig gut“, so die Einschätzung der Gruppe.

Drei Workshops zum Abschluss

Den Abschluss der Tagung bildeten drei Workshops zu von den Bezirks-Jugendbeauftragten eingereichten Fragen aus der Seelsorgepraxis, die das Jugendgremium zu drei Schwerpunkten zusammengefasst hatte.

Dabei ging es um einige Gedankenspiele zur zeitgemäßen Gestaltung von Jugendgottesdiensten, um das Thema der Motivation von Jugendbeauftragten in den Gemeinden und um den Umgang mit all den Herausforderungen, die von der „Generation Y“ und der „Generation Z“ an die Jugendseelsorge gestellt werden.

Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna

9. September 2017
Text: Günter Lohsträter
Fotos: Günter Lohsträter

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Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
Volker Lange bei seinem Vortrag über die "Generation Y"
Volker Lange bei seinem Vortrag über die "Generation Y"
Bezirks-Jugendbeauftragte im Gespräch
Volker Lange bei seinem Vortrag über die "Generation Y"
Volker Lange bei seinem Vortrag über die "Generation Y"
Bezirks-Jugendbeauftragte im Gespräch
Volker Lange bei seinem Vortrag über die "Generation Y"
Wegweiser zu den Seminarräumen
Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Die Teilnehmer arbeiten in verschiedenen Workshops
Carmen Jäger - Mitglied im Jugendgremium - im Workshop zu Fragen rund um den Bezirksjugendgottesdienst
Befruchtender Austausch verschiedener Eindrücke und Vorstellungen
Fortsetzung der Gespräche in den Kaffeepausen
Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
Bezirks-Jugendbeauftragte tagen in Unna
 

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