Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Dortmund. Bezirksjugendbeauftragte aus drei Apostelbereichen trafen sich zu einer Tagung in Dortmund. Im Mittelpunkt ihrer Gespräche: Seelsorge an jungen Menschen in nicht zuletzt durch die Coronakrise bedingten aktuellen Herausforderungen.
Die Tagung am Sonntag, 21. November 2021, fand im Dortmunder Verwaltungszentrum der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland statt. In der Jugendseelsorge tätige Frauen und Männer aus den Apostelbereichen Nord, Nordost und Nordwest waren dazu angereist. Der Tag begann mit einem Gottesdienst, den Apostel Thorsten Zisowski mit ihnen feierte.
Bestandsaufnahme zum Start
Die Tagung vorbereitet hatten Samira Scheuchzer (Münster, Bereich Nord), Uwe Kalke (Moers, Bereich Nordwest) und Volker Lange (Hagen, Bereich Nordost). Alle drei sind Mitglieder der KG Jugendseelsorge (KGJ)
Im ersten Teil waren die Teilnehmer aufgefordert, online Fragen zu beantworten. Die Antworten zur Einstiegsfrage „Was bewegt dich?“ konnten alle an der Präsentationswand mitlesen. Sie gaben Einblicke in die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Verantwortlichen in der Jugendseelsorge.
Die Bandbreite ging von „Wir haben wirklich Freude an unserer Aufgabe“ bis hin zu der Feststellung, dass nicht mehr alle Jugendbeauftragten in den Gemeinden mit ganzem Engagement dabei seien. Die Frage nach Möglichkeiten, in der Jugendarbeit ökumenisch zu denken und über den „konfessionellen Tellerrand“ zu blicken, bewegte ebenso wie der Wunsch, auch im innerkirchlichen Bereich den Austausch mit Nachbarbezirken zu suchen und voneinander zu lernen.
Motivation zum aktiven Christsein
Allen gemeinsam war der Wunsch, die Teilnahme der jungen Generation an den wiederbeginnenden Präsenzveranstaltungen zu fördern. Daran schloss sich die Frage an: „Wie schaffen wir eine erneute Motivation, sowohl der örtlichen Jugendbeauftragten als auch der jungen Gläubigen selbst?“
Die mehrheitlichen Antworten zur zweiten Frage „Welche Themen sind in der Jugendarbeit aktuell wichtig?“ lauteten: „Frauen stärker einbinden“, „Kontakt halten“, „Motivation“, Gottesdienstgestaltung“, „Wertschätzung“ und „Zusammenhalt“.
Weitere Fragen gingen um die Teilnahme an Jugendaktivitäten präsenter und digitaler Art, um die Intensität der Seelsorge an den jungen Menschen und wie sich die Coronazeit auch positiv auf die Arbeit in der Jugendseelsorge ausgewirkt hat.
Gedankenaustausch im Plenum
Im zweiten Teil der Tagung erörterten die Teilnehmer im Plenum ihre Eindrücke zu den gesammelten Fragen und Antworten. Die Bezirksbeauftragten berichteten dabei auch von positiven Impulsen aus der durch die Corona-Pandemie geprägten Zeit. Vielfältige digitale Begegnungsmöglichkeiten seien entstanden, einige wollen sie künftig beibehalten.
Wichtig war den Jugendseelsorgern aber doch, die junge Generation wieder zu motivieren, vermehrt an den präsenten Veranstaltungen teilzunehmen. Hier wünschen sich die Verantwortlichen jugendgerechtere Gottesdienstformen und mehr Mitwirkungsmöglichkeiten der jungen Gläubigen im Gottesdienst sowie eine abwechslungsreichere musikalische Gestaltung.
Die Vertreter der KG verwiesen auf die schon bestehenden erweiterten Liturgiemöglichkeiten für Jugendgottesdienste und sicherten zu, die Anregungen mitzunehmen und mit der Kirchenleitung zu erörtern. „Wir müssen uns auch mal trauen, was auszuprobieren“, ermunterte Volker Lange, der sich nach vielen Jahren des Engagements in der Jugendseelsorge zum Jahresende aus der KGJ zurückzieht.
Trotz wieder zunehmender Rolle von Corona im kommenden Winter wünschten die Bezirksjugendbeauftragten, dass weiterhin Präsenzveranstaltungen wie Jugendgottesdienste möglich bleiben – soweit es die Infektionslage zulässt.
Gottesdienst am Vormittag
Der Gottesdienst am Vormittag, den Apostel Thorsten Zisowski mit der Gemeinde feierte, hatte das Bibelwort aus Offenbarung 20,6 zum Thema: „Selig ist der und heilig, der teilhat an der ersten Auferstehung. Über diese hat der zweite Tod keine Macht; sondern sie werden Priester Gottes und Christi sein und mit ihm regieren tausend Jahre.“
Zwei Impulse setzte der Apostel: Erstens in Bezug auf das vom Gesangsquartett aus der Gemeinde Schwerte vorgetragene Lied: „Ich halte mich Herr zu deinem Altar“. Dabei beschäftige ihn der Gedanke, ob das noch die Haltung aller sei. „Ich vermisse viele Jugendliche in den Gottesdiensten“, bedauerte er und sicherte Unterstützung bei der Seelsorge in dieser Hinsicht zu.
Ihn besorge auch, dass im Umgang der Gläubigen untereinander der Ton oft rauer geworden sei. Wer sich zum Altar halte, könne auch nach dem Rat handeln: „Redet freundlich mit Jerusalem.“ Das gelte im Besonderen auch in der Jugendseelsorge, so sein ausdrücklicher Wunsch.
Selig und heilig
Der zweite Impuls resultierte aus dem Bibelwort für diesen Gottesdienst. „Selig“ bedeute in diesem Wort das restlose Glücksgefühl, in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes zu leben und „Heilig“ werde man nicht durch fromme Lebensführung, sondern bezeichne das, was Gott habe aus einem Menschen machen können. In diesem Zustand im tausendjährigen Friedensreich zu leben, erfordere schon jetzt eine intensive Vorbereitung darauf, so der Appell des Apostels.
Neben der Feier des Heiligen Abendmahls mit der versammelten Gemeinde feierte der Apostel im Auftrag des Bezirksapostels an diesem Sonntag auch das Heilige Abendmahl für Entschlafene. Tenorsolo und Klavier bereiteten die Feier mit dem einfühlsamen Vortrag von „Come, share the Lord“ vor.
11. Dezember 2021
Text:
Günter Lohsträter
Fotos:
Günter Lohsträter
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