Neuapostolische Kirche
Westdeutschland
Westdeutschland/Nord- und Ostdeutschland. Die Neuapostolische Kirche Westdeutschland sendet bis auf Weiteres sonntags und mittwochs Gottesdienste aus wechselnden Gemeinden. Der regionale Videogottesdienst kommt an diesem Mittwochabend aus der Gemeinde Berlin-Kaulsdorf (Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland).
Der zentral gesendete Videogottesdienst in der Gebietskirche Westdeutschland richtet sich an alle Gemeindemitglieder, die keine Möglichkeit haben, einen Präsenzgottesdienst zu besuchen und für die im eigenen Bereich kein örtlicher Videogottesdienst ausgestrahlt wird.
Die Wochentagsgottesdienste werden derzeit gemeinsam und im Wechsel mit der Neuapostolischen Kirche Nord- und Ostdeutschland gesendet. An diesem Mittwoch ist die Gebietskirche Nord- und Ostdeutschland an der Reihe.
Videogottesdienst aus Berlin
Am 19. Oktober kommt der Videogottesdienst aus der Gemeinde Berlin-Kaulsdorf im Kirchenbezirk Berlin-Brandenburg-Ost (Neuapostolische Kirche Nord- und Ostdeutschland).
Kaulsdorf ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Der Ort entstand vor 1200 im Zuge der deutschen Ostsiedlung. Um 1250 folgte die Errichtung der Dorfkirche Kaulsdorf. Die ersten Wohnhäuser entstanden um die Kirche herum als ein typisches Angerdorf. Der Haltepunkt Kaulsdorf an der Preußischen Ostbahn wurde 1869 eröffnet. Bis 1920 gehörte der Ort zum Landkreis Niederbarnim, dann wurde Kaulsdorf nach Groß-Berlin eingemeindet und Teil des Bezirks Lichtenberg.
Aus dem Stadtbezirk Lichtenberg wurde Kaulsdorf 1979 in den damals neu entstandenen Ost-Berliner Stadtbezirk Marzahn ausgegliedert. Als dieser 1986 geteilt wurde, kam Kaulsdorf zum neu geschaffenen Stadtbezirk Hellersdorf. Der Ortsteil wurde 2001 durch die Fusion der Bezirke Marzahn und Hellersdorf Teil des neu gebildeten Bezirks Marzahn-Hellersdorf.
Gemeinde Berlin-Kaulsdorf
Die Neuapostolische Kirche Berlin-Kaulsdorf, zu einer Kirche um 1960 ausgebaut, ist seit den 2000er Jahren ein gelistetes Baudenkmal. Das Kirchengebäude liegt an der Straße Alt-Kaulsdorf und steht auf einem Teil des historischen Dorfkerns. Westlich führt die Dorfstraße vorbei, nördlich gibt es einen fußläufigen Zugang zum Grundstück. Das sakrale Gebäude bildet mit dem nordöstlich anschließenden neuen Gemeindegebäude, der umgebenden Mauer und der nordwestlich errichteten Johannischen Kirche einen Denkmalkomplex.
Bei dem Gebäude handelt es sich um die ehemalige Scheune eines historischen Bauernhofs, die 1888 errichtet wurde. Das bäuerliche Nutzgebäude wurde in den Kriegswirren zu großen Teilen zerstört. Um 1960 erwarb die Neuapostolische Kirche das Bauwerk und ließ es für ihre Gottesdienste umbauen. Die Fassaden wurden verputzt, kleine Fenster eingebaut.
Umbau im Jahr 2010
Im Jahr 2010 wurde das Kirchengebäude umfangreich saniert. Anlass war die Fusion mit der Nachbargemeinde Berlin-Mahlsdorf 2007, die die Defizite deutlich aufzeigten. Die bisherige kleine Sakristei – praktisch einziger Nebenraum – reichte beispielsweise für die Kinderunterrichte nicht aus. Auch waren die Sanitärräume äußerst beengt.
Der damalige Bezirksapostel Wolfgang Nadolny hielt Silvester 2010 den Gottesdienst zum Wiederbezug. In den Monaten zuvor war ein eingeschossiger flacher Anbau ergänzt worden, der zum Kirchenschiff einen Winkel bildet und mit Panoramafenstern ausgestattet ist. Während der Arbeiten besuchten die Gemeindemitglieder die Gottesdienste in der Nachbargemeinde Berlin-Lichtenberg.
Wo sich einst Wiese, Sträucher und Zugangsweg befanden, betritt man nun das Kirchengebäude durch den neuen, vorgelagerten Gebäudekörper. Neben dessen Foyer- und Begegnungsfläche mit angegliederter Garderobe sind in diesem Gebäudeteil zwei abtrennbare Multifunktionsräume mit integrierter Küchenzeile, die Sakristei sowie die Toiletten und mehrere Abstellflächen untergebracht.
Mit seinen dunklen Bodenplatten schafft der Eingangsbereich einen deutlichen Kontrast zum eigentlichen Kirchenschiff. Hell, warm und einladend wirkt hier nicht nur der Holzfußboden, sondern auch die großen Fenster. Die bisherigen kleinen Fensterluken waren zu vertikalen Fensterbändern aufgebrochen worden. Im neugestalteten Altarraum wurde ein zusätzliches Podest ergänzt, eine für Konzerte und andere Veranstaltungen nutzbare Bühnenfläche. Zudem rückte der Altar so näher an die Gemeinde. Die Kirche bietet heute rund 200 Sitzplätze.
Öffentliche Ausstrahlung
Die Übertragung startet gegen 19.15 Uhr, der Gottesdienst um 19.30 Uhr. Ausgestrahlt wird der Gottesdienst über das kircheninterne IPTV-Portal (für registrierte Nutzer) sowie öffentlich über den YouTube-Kanal der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland. Dieser ist erreichbar unter nak.tv.
Zusätzlich wird eine Übertragung des Gottesdienstes per Telefon für alle angeboten, die nicht die technischen Möglichkeiten haben, den Videogottesdienst via Internet zu empfangen. Dazu steht eine Telefonnummer zur Verfügung: +49 69 5060 9806.
Wem der Besuch der Gottesdienste nicht möglich ist, der kann auch einen Gottesdienst aus seiner zuständigen Ortsgemeinde oder der Region mitverfolgen. Die meisten Gemeinden bieten eine Übertragung per Telefon an. Andere streamen die Gottesdienste live im IPTV-Portal. Telefonnummer und den nötigen PIN-Code oder Zugangsdaten zu den Videogottesdiensten erhalten Interessierte über ihre Gemeinde.
Neuapostolische Kirche Berlin-Kaulsdorf
17. Oktober 2022
Text:
Frank Schuldt
Fotos:
Jens Lange,
Privat
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