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Apostel Carsten Denker im Gespräch

Im Gespräch mit
Apostel Carsten Denker (Teil II)

 

Westdeutschland/Minden. Seit dem 30. Juli 2023 dient Carsten Denker im Apostelamt. Im zweiten Teil des Interviews geht es um Weiterentwicklungen in der Kirche, seine Erfahrungen mit Frauen im Amt sowie aktuelle Herausforderungen.

In diesem Jahr gab es eine wichtige Veränderung in unserer Kirche: die Ordination von Frauen. Haben Sie selbst schon eine Diakonin ordiniert?

Sogar schon zwei.

Und wie war das Verhältnis Frauen zu Männern?

Derzeit steht es unentschieden.

Wie wird das die Kirche beziehungsweise die Ämterkreise verändern, wenn jetzt auch Frauen dabei sind?

Meine Überzeugung ist es, dass unsere Schwestern die Gemeinden bereichern. Wir werden bei dieser Neuerung, wie bei allen Neuerungen, immer eine Phase haben, in der manches noch ungewohnt ist. Einige Skeptiker werden damit auch Schwierigkeiten haben. Andererseits begrüßen viele die Frauenordination, wir spüren gerade so eine Art Hype um das Thema. Ich wünsche mir, dass das so schnell wie möglich zur Normalität wird und man gar nicht mehr darüber nachdenkt, ob es jetzt etwas Besonderes ist, als Schwester zur Diakonin oder Priesterin ordiniert zu werden.

Haben Sie schon eine Diakonin zum Mitdienen gerufen?

Bislang noch nicht, aber das werde ich bei passender Gelegenheit.

Wenn man sich jetzt Ihre Biografie ansieht, vom Diakon zum Apostel in zwölf Jahren, können wir dann erwarten, dass wir in zwölf Jahren die erste Apostelin sehen?

Warum nicht? Hätte mir vor zwölf Jahren jemand die Frage gestellt, ob ich mich in zwölf Jahren als Apostel sehe, hätte ich auch gesagt: Wer weiß das denn? Das kann nur der liebe Gott wissen. Aber bei ihm ist nichts unmöglich. Daher: Ich freue mich auch schon auf die erste Priesterin, Vorsteherin, auch Apostelin.

Im nächsten Jahr wird Bezirksapostel Storck in den Ruhestand treten, Bezirksapostelhelfer Pöschel wird die Kirchenleitung übernehmen. Nun kennen Sie Apostel Pöschel doch schon etwas länger, er ist seit 2019 als Apostel im Bereich Nord tätig. Was dürfen wir von ihm als Bezirksapostel erwarten?

Ich bin fest überzeugt, dass er bereit ist, alles zu geben: für die Geschwister, für die Amtsträgerinnen und Amtsträger, für seinen ganzen Bezirksapostelbereich da zu sein und uns wie bisher sein Herz zu schenken. Sonst hätte er nicht Ja gesagt. Er wird dieses Amt mit ganzem Herzen übernehmen und unserer Gebietskirche segensreich dienen.

Vielleicht dürfen wir uns aber auch die Frage stellen, was unser neuer Bezirksapostel von uns erwarten darf. In erster Linie sollten wir ihn mit unseren Gebeten unterstützen und unsere ganze Liebe spüren lassen. Wir wollen ihm da helfen, wo wir können und gemeinsam an der Zukunft arbeiten.

Wenn wir schon bei der Zukunft sind: Diese bringt immer Herausforderungen, und für Kirchen in dieser Zeit ganz besonders. Was sind für Sie Herausforderungen, der die Kirche sich stellen muss und die man angehen muss?

Die Zukunft der Kirche? Das ist immer subjektiv zu sehen, je nachdem, in welchem Teil der Erde man lebt. Ich glaube, unsere Kirche ist, gerade international, sehr facettenreich und vielfältig und auch vom Wachstum und der Struktur her ganz anders. In Europa sehen wir derzeit eher eine negative Entwicklung: Der Glaube und die Gottesdienstbesuche gehen zurück. Gleichzeitig wächst und floriert die Kirche in anderen Teilen der Erde, der Glaube wird immer stärker. Deswegen kann man nicht pauschal urteilen.

Ich glaube eher, dass der Umgang damit, gerade in unseren Regionen, vielleicht gar nicht mit so viel Sorge betrachtet werden sollte. Es ist sicherlich nicht schön, wenn man sieht, dass es auch in Zukunft Standortzusammenlegungen geben werden muss, aufgrund der strukturellen Verhältnisse in den Gemeinden. Das bringt diese Zeit mit sich. Man kann vieles nicht ändern. Natürlich dürfen wir nicht aufgeben und uns unserem Schicksal ergeben, sondern man kann da schon gegen anarbeiten. Unser großer Gott verändert sich nicht und unser Ziel auch nicht. 

Gott verändert sich nicht, das Ziel verändert sich nicht. Gibt es aber für Kirche trotzdem Stellschrauben, an denen man drehen kann, um etwas zu verbessern? Beispielsweise um Gottesdienste attraktiver zu machen, gerade für junge Leute, die man doch etwas seltener in den Gottesdiensten sieht?

Kirche ist ein Ort, an dem sich alle wohlfühlen sollen. Und das muss auch so bleiben. Attraktive Gottesdienste zu erleben, wünscht sich jeder, ob Jung oder Alt. Hier eine gesunde Ausgewogenheit zu schaffen, ist Aufgabe von Kirche und von uns als Verantwortliche.

Für sogenannte „Verbesserungen“ muss man offen und bereit sein. Vor allem, was die Gestaltung vor und nach dem Gottesdienst angeht. Wir sollten hinschauen und zuhören, was aus den verschiedenen Gruppen der Gemeinden an Bedürfnissen vorhanden sind. Altbewährtes mit Neuem zu verbinden, wird zu einer größeren Attraktivität im Gottesdienst führen. Mut zu haben, an der einen oder anderen Stellschraube zu drehen, das führt zu einer Weiterentwicklung. Und dabei möglichst viele Geschwister mit ins Boot zu nehmen, das ist unsere Aufgabe. Jeder in der Gemeinde wird gebraucht. Das darf er auch wissen.

Vor kurzem war kleiner Jugendtag im Bereich Nord, da waren Apostel Pöschel und Sie in engem Dialog mit den Jugendlichen. Haben Sie da etwas auch für Ihre künftige Arbeit mitnehmen können? 

Das habe ich. Ich bin unglaublich stolz auf unsere Jugendlichen. Dieser Jugendtag war so großartig geplant, organisiert und durchgeführt. Die Stimmung war über den ganzen Tag einfach spitze. Aus vielen Gesprächen habe ich eine Menge an positivem Feedback gehört, allerdings auch den Wunsch nach mehr Unterstützung. Das gilt für alle Bereiche der Jugendseelsorge. Unsere Jugendlichen sind nach wie vor sehr aktiv, planen wunderbare Events wie Andachten, Konzerte, etc. Ich bin sehr dankbar, dass es unsere Jugendlichen Schwestern und Brüder gibt.

In meiner Arbeit möchte ich die Jugendlichen gerne noch mehr unterstützen und ihnen je nach Möglichkeit die Rahmenbedingungen schaffen, die sie brauchen, um sich in ihrer Kirche auch weiterhin wohlfühlen zu können, wie bisher.

Apostel Denker, herzlichen Dank für das Gespräch.

Apostel Carsten Denker im Gespräch

15. Dezember 2023
Text: Frank Schuldt
Fotos: Tim Schaefer-Rolffs, Frank Schuldt

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Apostel Carsten Denker im Gespräch
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Apostel Carsten Denker im Gespräch
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Apostel Carsten Denker
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